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Deadly Friend, 1986 – ★★½

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

DER TÖDLICHE FREUND
(DEADLY FRIEND, USA, 1986, Regie: Wes Craven)

Der junge Technik-Nerd Paul hat einen Roboter gebaut, der auf den Namen BB hört. BB begleitet ihn und führt Pauls Befehle aus. Doch als sich Paul, sein Kumpel Tom und Samantha von gegenüber mit der alten Elvira anlegen, verpasst sie BB eine Ladung Schrot und schickt ihn in den Roboter-Himmel. Fast! Der Chip, den BB ausmacht und auf dem sein gesamtes Wissen gespeichert ist, wird nicht zerstört. Paul pflanzt diesen in den Kopf von Samantha, nachdem die durch einen Sturz in ein Koma fällt und stirbt. Damit beginnt das Grauen…

Zurück in der Elm Street! Habe ich nicht nur einmal bei DER TÖDLICHE FREUND gedacht. Nicht nur die vordergründige Heile-Welt-Kulisse lässt Wes Craven hier wieder auferstehen, sondern er serviert auch einige direkte Verweise an seinen Klassiker A NIGHTMARE ON ELM STREET (1984). Nicht nur das Haus (innen wie außen, samt Heizungskeller) von Paul und seiner Mutter erinnert stark an das der Thompsons im beschaulichen Springwood, sondern auch einige Alptraum-Szenen. Diese und eine Handvoll ziemlich blutiger Gore-Szenen waren in der ursprünglichen Fassung nicht enthalten und wurden vom Studio (Warner) nachträglich von Craven angefordert. Und so platzte Cravens Idee eines PG-13-Films, der sich sehr viel mehr auf die tragische Liebesbeziehung zwischen Paul und Samantha einlassen sollte. Auch wenn die blutigen Szenen in der Tat überflüssig sind, sind sie aber auch das Salz in der Suppe, die sonst vielleicht wirklich zu fade gewesen wäre.

Obwohl die Inszenierung rein visuell stimmig ist, eine schöne, nicht zu überzogene 80er-Jahre-Horror-Atmosphäre mitbringt, mangelt es den Figuren an Tiefe, und sympathisch war mir hier auch niemand. Craven hat vor allem mit NIGHTMARE… sehr eindringlich bewiesen, dass er junge Menschen und ihre Ängste versteht, aber hier ist davon leider nur sehr wenig zu spüren. Das mag mitunter auch am Fehlen der Szenen der ersten Film-Fassung liegen, die der Schere zum Opfer fielen. Matthew Labyorteaux (UNSERE KLEINE FARM, 1976-1983) bleibt als Technik-Nerd und Hobby-Frankenstein Paul ziemlich blass und langweilig. Gleiches gilt für Kirsty Swanson (BUFFY, DER VAMPIRKILLER, 1992) als seine Monster-Freundin Samantha, ehemals oder besser immer noch BB, der Roboter. Wenn sie erst mal den Verstand von BB im Hirn stecken hat, wird ihre darstellerische Leistung ziemlich brenzlich. Und Pauls bester Freund Tom, dargestellt von Michael Sharrett (DIE HYÄNEN, 1985) war einfach nur dabei. Anfänglich wirken die Drei wie 10-jährige, die mit ihrem Roboter Abenteuer in der Nachbarschaft erleben. Zu diesen Abenteuern gehört auch Anne Ramsey, die zumindest das tut, was sie ein Jahr vorher in den GOONIES tat: garstig sein. Aber als Horrorfilm-Freund verzeiht man natürlich gerne auch mal ausdruckslose Figuren, wenn man zum Ausgleich mit anderen Dingen befriedigt wird, und leider gibt es da gar nicht so viele. Die Story, eine Mischung aus FRANKENSTEINS BRAUT (1935) und NUMMER 5 LEBT! (1986), die auf dem Roman „Friend“ von Diana Henstell basiert, wusste mich auch nicht sonderlich zu begeistern. Manches wirkt sehr sprunghaft, und Craven hat es sich hin und wieder sehr leicht gemacht.

Trotzdem hat mich DER TÖDLICHE FREUND in seiner Gesamtheit gut unterhalten, mich nie gelangweilt und durch den tollen Synthesizer-Score von Charles Bernstein in die 80er-Jahre zurücktransportiert, so, dass ich mich angenehm fallenlassen konnte. Ein mittelstarker Craven.

(Bjoern Candidus)

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