MANSION OF THE LIVING DEAD
(LA MANSIÓN DE LOS MUERTOS VIVENTES, Spanien, 1982, Regie: Jess Franco)
Vier Arbeitskolleginnen wollen gemeinsam Urlaub in einer Hotelanlage am Meer machen. Doch als sie in dem riesigen Hotel ankommen, ist niemand da, außer der Rezeptionist, der ihnen erklärt, dass fast alle Zimmer belegt sind. Irgendwas stimmt hier nicht, und während sich die einen gegenseitig lecken, erkunden die anderen die Gegend, die von und sinistren Katharer bewohnt wird, die in einem Kloster ein Ritual vorbereiten.
Als Jess Franco – Fan muss man mitunter hart im Nehmen sein, wenn man sich durch so manche Abschnitte seines Schaffens graben will. Irgendwas ist da aber immer zu finden, was mir mundet. Hier ist es die Atmosphäre in der Hotelanlage mit ihren einsamen Fluren und der ewige Wind, der durch die Palmen von Gran Canaria heult und der die Glocken des Klosters in der Nähe der Hotelanlage aktiviert. Für die gespenstische Aura, die Franco hier serviert, gibt es schon mal einen Punkt. Doch leider kann das Punktekonto von MANSION OF THE LIVING DEAD nicht mehr viel einfahren. Da sind die Standards, das Mindeste, sozusagen. Antonio Mayans gibt sich als ominöser Hotelleiter Carlo die Ehre, ohne zu glänzen. Franco-Muse Lina Romay ist ebenfalls an Bord. Sie und ihre drei Kolleginnen müssen nicht viel tun. Entweder sie haben Sex miteinander, liegen am Strand, irren durch die Gegend oder stellen erstaunt fest, dass auf der Insel doch mehr abgeht, als sie sich vorstellen können, z.B. von Skeletten in Kutten vergewaltigt zu werden. Was da genau abgeht ist langweiliger Kutten-Horror, der wie Amando de Ossorios Klassiker DIE NACHT DER REITENDEN LEICHEN (1972) an Gustavo Adolfo Bécquer Geschichten angelehnt ist. Nur was Ossorio alles richtig macht, macht Franco entweder gar nicht oder so langweilig, dass es fast zu einem übersinnlichen Akt kommen muss, um hier wach zu bleiben. Eine Rückkehr der reitenden Leichen darf man hier genauso wenig erwarten wie einen herkömmlichen Zombiefilm, wie er zu der Zeit in Mode war. Und wer seine OASE DER ZOMBIES kennt, weiß, dass ihn das Thema auch nicht tangiert.
Ein bisschen Sex, billige Skelettmasken, langweiliges Geschwätz, öde Rituale und ganz viel Leere, die immerhin stimmungsvoll eingefangen wurde, bietet MANSION OF THE LIVING DEAD. Nur für Franco-Hardliner geeignet!
(Bjoern Candidus)
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