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The Serpent and the Rainbow, 1988 – ★★★★

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

DIE SCHLANGE IM REGENBOGEN
(THE SERPENT AND THE RAINBOW, USA, 1988, Regie: Wes Craven)

Der Wissenschaftler Dennis Allan ist auf der Suche nach einem Gift, was aus Menschen eine Art Zombie macht. Dafür reist er nach Haiti und gerät zwischen die Fronten von der Diktatur François Duvalier aka Papa Doc. Doch Allan ist als weißer Amerikaner, der herumschnüffelt, gar nicht gern gesehen. Als er dem geheimnisvollen Zombie-Gift auf die Spur kommt, wird er von Dargent Peytraud von der Tonton Macoute (haitianische Miliz unter Duvalier) verhaftet, gefoltert und dazu aufgefordert Haiti schleunigst zu verlassen. Doch Allan denkt nicht daran…

Nach seinem nicht ganz so überzeugenden Film DER TÖDLICHE FREUND (1986) begibt sich Wes Craven mit DIE SCHLANGE IM REGENBOGEN wieder in sehr viel düstere Bereiche. Inspiriert durch ein Buch des Anthropologen und Reisejournalisten Wade Davis von der Harvard University, der Voodoo auf Haiti untersuchte, entstand ein Drehbuch von Richard Maxwell und Adam Rodman, was Craven nach Haiti und Santo Domingo führte, wo der Film gedreht wurde.

Die Inszenierung besticht vor allem durch das dichte Setting. Haiti ist wahrlich kein häufiger Schauplatz im Horror-Kino und so wirkt der Film allein durch den Ort des Geschehens frisch. Kerzen, Totenschädel, vermoderte Leichen, mysteriöse Rituale und Zeremonien bestimmen das eine, eine brutale Militärdiktatur das andere Bild. Spaß kommt hier wahrlich nicht auf und Craven liefert ein paar harte Momente, von denen mich einer stark an DER MARATHONMANN (1976) erinnert hat. Mit Bill Pullman als Dennis Allan hat man einen fähigen Darsteller an Bord, der für Rollen dicht am Wahnsinn und der Verzweiflung gut geeignet ist. Gegen seine Nemesis Dargent Peytraud, der eindringlich von Zakes Mokae dargestellt wird, sieht Pullman natürlich blass aus, im wahrsten Sinne des Wortes.
Die Story ist vor allem deshalb so interessant, weil sie den wissenschaftlichen Aspekt aufrechterhält und trotzdem genug Mysterium bereithält. Man wohnt der Herstellung des Pulvers bei, was über die Haut aufgenommen dazu führt, dass man in eine Art Totenstarre verfällt und darf sich auf richtig fiese Horror-Vision von Dennis Allan freuen, die auch mindestens einmal an A NIGHTMARE ON ELM STREET (1984) erinnert haben. Craven beherrscht hier nahezu alles in Einklang zu bringen. Er erzählt eine spannende Story, baute eine dichte Atmosphäre auf, die sich kontinuierlich hält, serviert eklige Horror-Szenen mit hervorragenden Masken und Effekten, kombiniert das ganze mit dem Schrecken der Diktatur durch Folter und Mord und spendiert genug Spielzeit für die Figuren. Im Finale hätte ich mir ein bisschen weniger gewünscht, es ufert leicht aus und wirkt fast wie eine Art Vorschau auf Cravens folgenden Film SHOCKER (1989), aber das trüb nicht den Gesamteindruck. Ummantelt wird der düstere Voodoo-Trip von einem Score von Brad Fiedel.

Craven reiht sich mit DIE SCHLANGE IM REGENBOGEN in die Reihe ähnlich gelagerter Filme wie ANGEL HEART (1987) und DAS RITUAL (1987) ein und hat mit diesem einen seiner stärksten Filme geschaffen, wie ich finde.

(Bjoern Candidus)

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