BRENNENDE RACHE
(THE BURNING, USA, 1981, Regie: Tony Maylam)
Nachdem Crosby, der Leiter von Camp Blackfoot, durch einen Streich von Jugendlichen schwerste Verbrennungen erlitten hat, schwört dieser Rache. Er hat es sich zum Ziel gesetzt, ein Sommercamp aufzusuchen, um die Kinder und Jugendliche zu dezimieren. Sein Weg führt ihn zum Camp Stonewater, in dem sich bereits viele Jungen und Mädchen eingefunden haben, um einen schönen Sommer zu verbringen. Dort arbeitet auch Todd, der für die damalige Tat an Crosby mit verantwortlich war.
Auch wenn BRENNENDE RACHE erst mal wie ein FREITAG DER 13. (1980) – Aufguss daherkommt, setzt sich Tony Maylam klar mit Qualität durch, was nicht heißen soll, Cunninghams Film wäre weniger qualitativ. Es ist die inhaltliche Nähe, die hier ein bisschen aufstößt, aber es heißt sogar, dass Produzent Harvey Weinstein das Skript von BRENNENDER RACHE schon vor FREITAG DER 13. in der Schublade liegen hatte. Wie dem auch sei, auch wenn beide Filme von Rache handeln, die in einem Feriencamp blutig ausgeführt wird, zeigt sich Tony Maylam (SPLIT SECOND, 1992) sehr viel charakterorientierter, zeigt ein Riesencamp mit einer gewaltigen Anzahl von Kindern und Jugendlichen, denen man bei ihren Neckereien, Streitigkeiten und Unternehmungen in der Natur zugucken darf. Nicht, dass die Teenies hier mehr im Hirn hätten als bei FREITAG DER 13., aber die meisten Figuren wirken viel sympathischer und sind besser geschrieben.
Bevor es lange Zeit zu einer recht harmonischen Camp-Stimmung kommt, startet BRENNENDE RACHE mit einem ziemlich fiesen Scherz, der in einem fürchterlichen Unfall endet, bei dem sich Crosby starke Verbrennungen zuzieht. Das Camp-Setting wird kurz verlassen, es geht in die Stadt und ganz kurz nimmt die Inszenierung die Atmosphäre und Drastik von MANIAC (1980) an. Dann geht es zurück in die Natur, und es dauert gut 50 Minuten, bis die Gore-Schraube richtig angezogen wird. Special-Effects-Guru Tom Savini ist das direkte Verbindungsstück von FREITAG DER 13. zu BRENNENDE RACHE, und er darf hier direkt eine Nummer härter zulangen. Besonders Freunde von Heckenscheren kommen hier absolut auf ihre Kosten. Die anfangs so idyllische Floßfahrt, die in ein blutiges Inferno endet, hat eine enorme Wirkung und wurde in dieser Form vorher wie nachher kaum ein zweites Mal geboten. Ein zweites Mal ist ein gutes Stichwort, denn Maylams Film gehört zu den starken Slashern um 1980/81, die keine Fortsetzungen erhielten, wie z.B. MONSTER IM NACHTEXPRESS (1980), BLUTIGER VALENTINSTAG (1981) oder DIE FORKE DES TODES (1981). Sehr verwunderlich, handelt es sich doch um sehr atmosphärische und teilweise sehr harte Slasher, die sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreuen.
Im Gegensatz zum Gros dieser Filmgattung, legt Maylam auch viel Wert auf die Inszenierung der Umgebung. Eine Naturkulisse kommt natürlich wie gerufen, wenn es um Schönheit geht. Kameramann Harvey Harrison hat hier wirklich tolle Bilder geliefert. Aber auch die düsteren Momente, wenn die Spannung oder der Terror einsetzt, sind sehr stimmungsvoll gestaltet. Eine zusätzlich treibende Kraft ist Rick Wakeman, der einen höchst wirkungsvollen Score abgeliefert hat.
Die Besetzung erscheint erst mal nicht auffällig, doch beim näheren Betrachten fällt z.B. Holly Hunter (CRASH, 1996) und Jason Alexander (SEINFELD, 1989) auf, die hier beide ihr Filmdebüt feiern. Insgesamt können sich die Leute sehen lassen. Die ätzende Teenie-Brut, mit der man es oft zu tun bekommt, bleibt einem größtenteils erspart.
BRENNENDE RACHE bietet das Übliche auf hohem Niveau und gehört ganz klar in die oberen Ränge des 80er-Jahre-Horror-Slasher-Kinos.
(Bjoern Candidus)
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