Zum Inhalt springen
  • Startseite
  • Episoden
  • Rezensionen
  • Über uns
  • Wo Ihr uns findet
  • Kontakt

Brick, 2005 – ★★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

BRICK
(USA, 2005, Regie: Rian Johnson)

Brendan, ein überzeugter Außenseiter an einer Highschool, wird von seiner Ex-Freundin Emily um Hilfe gebeten. Wenig später findet er ihre Leiche in einem Abwasserkanal. Statt zur Polizei zu gehen, versteckt er die Leiche und versucht der Sache selbst auf die Spur zu gehen. Ansätze gibt es genug, denn an seiner Highschool werden ordentlich Drogen konsumiert, die Pin, der Anführer einer Bande, unters Volks bringt. Brendan gerät zwischen die Fronten, um die Wahrheit über die ermordete Emily ans Licht zu bringen.

Rian Johnson (KNIVES OUT, 2019) hat mit BRICK einen packendes Spielfilmdebüt abgeliefert, das trotz seines Highschool-Umfelds nicht zu einem spätpubertären Zirkus verkommt. Dabei sind die typischen Zutaten wie Liebe, Eifersucht, Hass, Kraftmessungen und Drogenkonsum gegeben, um zu nerven. Aber das Gegenteil ist der Fall. Johnson stößt einen von Anbeginn in eine finstere Welt und konfrontiert den Zuschauer mit Brendan, der neben der toten Emily im Abwasserkanal kniet. Die eigentliche Story beginnt dann zwei Tage vorher, wenn Brendan einen mysteriösen Anruf von Emily erhält.

Brendan wird von dem damals 23-jährigen Joseph Gordon-Levitt (MYSTERIOUS SKIN, 2004) dargestellt, der schon mit sieben Jahren ins Filmgeschäft eingestiegen ist. Eine hervorragende Wahl, auch wenn er eigentlich ein paar Jahre zu alt für die Rolle gewesen ist, das gilt hier im Übrigen für die meisten Darsteller. Man kann sie aber gerade eben noch als Schüler verkaufen. Aber Schwamm drüber, denn die Besetzung ist insgesamt sehr gelungen. Levitt hat natürlich die Nase vorn. Er spielt den wortkargen, monoton dreinblickenden, aber cleveren Brendan sehr überzeugend. Eine fast verstörende Aura bringt Pin, der Anführer der Drogenbande, mit. Dieser wird von Lukas Haas (DIE PHANTASTISCHE REISE INS JENSEITS, 1988) dargestellt, der hier eine ordentliche Beinlängendifferenz aufweist, einen Stock benutzt und stets ein schwarzes Cape trägt. Sein Helferlein, Tug, wird von Noah Fleiss verkörpert, der immer auf Krawall gebürstet ist. Alles und jeder ist negativ, aggressiv, und die Atmosphäre ist immerwährend bedrückend. Obwohl das kalifornische, an der Küste gelegene Santa Clemente schöne Schauplätze mitbringt, wirken die Bilder kalt. Alles wirkt kalt und hoffnungslos, und genau daraus zieht BRICK seine Kraft. Die Mischung aus Film Noir Krimi, Teenager-Drama mit leichten David Lynch – Vibes ist sehr ruhig inszeniert, löst sich aber immer wieder aus dieser Ruhe und zeigt plötzlich ihre Zähne. Wenn Gewalt im Spiel ist, dann wirkt sie, auch im Off. Was hier auch wirkt ist der jazzige Score von Rians Cousin Nathan Johnson, der einen noch mehr ins Geschehen reinzieht.

BRICK ist ein spannend inszeniertes, gut erzähltes Teenager-Krimi-Thriller-Drama, das bekannte Zutaten geschickt einsetzt und frisch serviert. Rian Johnsons Dashiell Hammett – Hommage hat auch nach fast 20 Jahren nichts von seiner Kraft verloren.

(Bjoern Candidus)

←Aswang, 1994 – ★★★
The Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde, 1968 – ★★→

Kommentare

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Beiträge

  • Darkroom, 1989 – ★★

    10. September 2026
  • The Time Travelers, 1964 – ★★★

    8. September 2026
  • River’s Edge, 1986 – ★★★★

    7. September 2026
  • White Star, 1983 – ★★★★½

    5. September 2026

Impressum · Datenschutzerklärung · © 2026 Antenne Traumstadt