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The Final Conflict, 1981 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

BARBARAS BABY – OMEN 3
(THE FINAL CONFLICT, GB, USA, 1981, Regie: Graham Baker)

Damien Thorn ist mittlerweile erwachsen und Präsident des Konzerns „Thorn Industries“. Nebenbei wird er noch zum US-Botschafter in England und zum Präsident der UNO  
Jugendorganisation ernannt. Seinen Plan, die Menschheit zu unterjochen hält derweil weiter an. Doch auch seine Feinde sind höchst aktiv. Ein Mönchsorden kann die sieben Dolche von Megiddo zurückerobern, die sie dazu einsetzen wollen, Damien Thorn endlich zu vernichten. Aber auch jemand anderes wartet auf seine Chance. In England soll nämlich Jesus Christus höchstpersönlich wieder geboren werden, was Damien dazu veranlasst, alle männlichen Babys töten zu lassen, die am 24. März in England geboren wurden, und das mit Hilfe seiner zahlreichen Jünger, die er mittlerweile um sich gescharrt hat. 

Da auch DAMIEN – OMEN 2 (1978) fleißig Geld in die Kasse gespült hat, war es nur eine Frage der Zeit, bis eine weitere Fortsetzung entstehen sollte. Diese entstand unter der Regie von Graham Baker nach einem Drehbuch von Andrew Birkin (Drehbuch-Autor von DER NAME DER ROSE, 1986). 

Die Story ist einige Jahre in der Zukunft angesiedelt, was ein großes Logikproblem mit sich bringt. Damien ist hier, im Jahre 1982, 32 Jahre alt. Wenn er 1971 geboren ist, müsste man das Jahr 2003 schreiben. Hat man diesen Umstand geschluckt, darf man sich als nächstes fragen, warum plötzlich einer der sieben Dolche von Megiddo ausreichen soll, um Damien zur Strecke zu bringen, denn schließlich werden die Attentäter-Mönche separat losgeschickt mit jeweils einem Dolch. Eigentlich müsste man sich das überhaupt nicht fragen, schon gar nicht in einem Film, in dem nicht nur der Antichrist agiert, sondern auch Jesus Christus neugeboren werden soll. Es fällt halt schnell auf, und sein Vorgänger war dahingehen logischer erzählt. Aber Schwamm drüber. BARBARAS BABY – OMEN 3 macht nämlich unter dem Strich mehr richtig als falsch. Graham Baker bringt die düstere und mystische Aura des Original etwas mehr zurück, baut die politischen Strukturen rund um „Thorn Industries“ weiter aus (nur am Rande) und fokussiert sich nicht nur auf die Morde, wobei die zahlreich vertreten sind. Den Schockeffekten fehlt es an der Wucht ihrer Vorgänger, trotzdem ist der Film recht garstig. Die Tötung von Säuglingen ist selten etwas, wofür man Beifall erhält. Ziemlich grandios ist die Szene mit dem vorherigen US-Botschafter, der zum Selbstmord manipuliert wird. Die minutenlange Sequenz gehört zu einer der besten der ganzen Reihe, wie ich finde. 

Was erneut geglückt ist, ist die Fotografie. Der Film hat wirklich tolle Landschaftsaufnahmen von England zu bieten, wie man sie nur selten im Horrorkino findet. Und was diese Bilder noch mehr veredelt, ist der Score von Jerry Goldsmith. Goldsmith hat die aus den Vorgängern bekannten Stücke komplett abgelegt und einen neuen, unglaublich epochalen Score komponiert, der so klingt, als gäbe es kein Morgen mehr. Der Mann war einfach ein Genie. 

Waren die Vorgängerfilme gespickt mit mittelalten bis alten Recken des Hollywood-Kinos, geht man hier reduzierter ans Werk und schickt einen noch recht jungen Sam Neill als Damien Thorn ins Rennen. Neill, der im gleichen Jahr in POSSESSION auftauchen sollte, geht ziemlich in der Rolle des Antichristen auf. Wenn er in seinem Dachbodenzimmer um eine gekreuzigte Jesus Christus – Figur herum monologisiert, sieht man ihm sichtlich die Freude am Spiel an. Auch optisch passt er sehr gut zu seinem Vorgänger-Damien Jonathan Scott-Taylor. Heute kennt man Sam Neills Werdegang. Der Mann war nie oben und nie unten, scheint mir. Und die anderen Darsteller, wie Lisa Harrow als Kate Reynolds, die sich dummerweise in Damien verguckt, Don Gordon als Handlager Damiens und Rossano Brazzi als Ober-Mönch De Carlo, sind eben keine großen Kino-Stars wie ein Gregory Peck es war. Aber das macht überhaupt nichts, denn darstellerisch bewegt sich der Film insgesamt auf einem guten Niveau. 

Die sehr hochgezogene Story um die Wiedergeburt Christi ist natürlich komplett verrückt, aber schließlich wurde auch in dieser Reihe der Antichrist geboren. Mich hat das nie gestört. Interessant ist die Parallele zu Alberto De Martinos DAS OMEN-Antwort INFERNO 2000 (1977), denn der benutzt gewisse Themen und Elemente, die dieser Film hier auch aufgreift. 

BARBARAS BABY – OMEN 3 sieht phantastisch aus, klingt göttlich und schließt die (jetzt nicht mehr) Trilogie sehr gut ab. 

(Bjoern Candidus)

←Damien – Omen II, 1978 – ★★★
Omen IV: The Awakening, 1991 – ★½→

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