OMEN 4 – DAS ERWACHEN
(OMEN 4: THE AWAKENING, USA, 1991, Regie: Jorge Montesi, Dominique Othenin-Girard)
Gene York, ein Kongressabgeordneter und seine Frau, die Anwältin Karen York wollen ein Kind adoptieren, da es auf natürlichem Weg nicht funktioniert. Sie beschließen ein Kind zu adoptieren. Die Wahl fällt auf ein Mädchen, was sie Delia nennen. Die ersten Jahre verlaufen glücklich, doch mit ihrem achten Geburtstag macht Delia langsam eine unschöne Entwicklung durch. Sie legt Gemeinheiten an den Tag, die ihrer Adoptivmutter gar nicht gefallen. Doch das ist nur der Anfang, denn plötzlich kommt es zu einem tödlichen Unfall, und Delias Kindermädchen Josephine und ihr Freund Noah glauben, dass in ihr böse Energien schlummern. Andere glauben gar, dass sie die Tochter des Antichristen sei.
Gut 10 Jahre war es still um Damien Thorn und der OMEN-Filmreihe. Plötzlich war die Zeit bei FOX gekommen, um große Klassiker neu aufleben zu lassen, und zwar für das US-Fernsehen. Interessant ist dabei, dass das OMEN 4 – DAS ERWACHEN im Gegensatz zu den USA in vielen Teilen der Erde im Kino ausgewertet wurde, so auch in Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Ein Umstand, der ziemlich verwundert, wenn man sich das Ergebnis anschaut.
Regie führte hier anfänglich Dominique Othenin-Girard, der aber während der Dreharbeiten die Koffer packte und das Feld Jorge Montesi überließ. Vermutlich wurde Othenin-Girard irgendwann der Irrsinn bewusst, den er hier verzapfen musste, und Montesi musste dann den Karren aus dem Dreck ziehen. Wie auch immer, das Ergebnis ist mehr schlecht als recht.
Schon von Beginn an lädt die langweilige und ausdruckslose TV-Film-Ästhetik aus. Hier ist nichts schön, nichts atmosphärisch oder irgendwie anziehend. Über die haarsträubende Story über Delias Existenz +++ Spoiler! Damien hat sie mit Kate gezeugt, bevor er vernichtet wurde +++ kann man sich auslassen, muss man aber nicht, da man als Horror-Fan schon größere Brocken geschluckt hat. Aber man hat den ganz Irrsinn einfach nur unterirdisch inszeniert. Delia, die im Gegensatz zu dem sechsjährigen Damien, ihre Bösartigkeit bewußt auslebt, wenn sie zum Beispiel einem Jungen in der Schule die Brotdose ins Gesicht schlägt oder ihn dazu bringt, in die Hose zu machen, hat die Wirkung einer ätzenden Göre, aber keine Spur einer teuflischen Macht. Asia Vieira mag der Schrecken eines Zehnjährigen sein, aber nicht der eines Erwachsenen, der sich diesen Film anschaut. Völlig unsympathisch ist Faye Grant als Adoptivmutter Karen York, die ich schon in V-DIE AUSSERIRDISCHEN BESUCHER KOMMEN (1983) nicht ertragen habe. Michael Woods als Gene York ist komplett austauschbar wie eigentlich alles und jeder hier. Der einzige Lichtblick ist Michael Lerner als Privatdetektiv Earl, den es aber relativ schnell erwischt.
Ganz ansehnlich sind die Tötungen ausgefallen, das Einzige, was hier relativ vernünftig inszeniert wurde. Es gibt z.B. eine Enthauptung, die ganz klar an die Glasscheiben-Szene des ersten Teils angelehnt ist, es kommt zu einem Angriff von Klapperschlangen und eine Abrissbirne wird eingesetzt, um jemanden ins Jenseits zu befördern. In diesen Punkten funktioniert der Film noch relativ gut. Schön sind auch das Aufgreifen des Esoterik-Booms, der in den 90er-Jahren um sich schlug. Es gibt einen spiritistischen Jahrmarkt mit Einhörnern, Kristallen, Wahrsagerei und Aurafotografie. Aber auch in diesen Momenten vermag es keiner der Macher Stil oder Geschick zu beweisen. Neben der Wiederverwertung des bekannten „Ave Satani“ von Jerry Goldsmith, zeichnete sich Jonathan Sheffer für den Score verantwortlich. Dass dieser Goldsmith nicht im Ansatz ersetzten kann, dürfte klar sein.
OMEN 4 – DAS ERWACHEN ist eine spannungsarme, teils lächerliche und charakterlose Angelegenheit, die sich auf ein paar nette Momente reduziert.
(Bjoern Candidus)
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