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Kiss of the Damned, 2012 – ★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

KISS OF THE DAMNED
(USA, 2012, Regie: Xan Cassavetes)

Die geheimnisvolle Schönheit Djuna und Paolo, ein Drehbuchautor, lernen sich in einer Bar kennen. Als sich die beiden näher kommen, lüftet Djuna ihr Geheimnis. Sie ist eine Vampirin, die sich in erster Linie von tierischem oder synthetischem Blut ernährt. Anfänglich schenkt Paolo ihr keinen Glauben, doch er wird schnell eines Besseren belehrt. Doch statt das Weite zu Suchen, bittet er sie, ihn ebenfalls in einen Vampir zu verwandeln. 

Regisseurin Xan Cassavetes greift mit KISS OF THE DAMNED auf eins der beliebtesten Subgenre des Horrorfilms zurück: auf den Vampirfilm. Seit über 100 Jahren beflügelt dieses Thema nun schon das Kino, und es passt sich stets an. Der Vampir als Figur ist unglaublich universell einsetzbar, und das hat er in der Filmgeschichte immer wieder bewiesen. Cassavetes hat dem Thema nicht viel Neues hinzugefügt. Die üblichen Probleme wie Tageslicht, unerträgliche Schmerzen, wenn der Blutdurst nicht gestillt wird und die Enthauptung als wirkungsvolles Mittel für die Vernichtung des Vampirs, werden auch hier thematisiert. Auch der Wille auf Verzicht von Menschenblut wird angeschnitten. Die Vampirgesellschaft, die porträtiert wird, versucht sich von tierischem oder synthetischem Blut zu ernähren. Ein Thema, was auch in SALEM 2 – DIE RÜCKKEHR (1987) aufgegriffen wird, wo sich die Vampire von Rinderblut ernähren. Die vampirische Gesellschaft mit ihrer hochgestochenen Kultur und ihren Strukturen zum Schutz und der Organisation von Blut erinnert an BLUTDURST (1979). Der Liebesbeziehungs-Part erinnert etwas an Filme wie BEGIERDE (1983) oder BLUT AN DEN LIPPEN (1971), auch wenn das Niveau dieser Filme hier nicht erreicht wird. Visuell braucht sich KISS OF THE DAMNED aber nicht verstecken. Der Film ist ordentlich fotografiert, gut ausgeleuchtet, zeigt sich in schönem Cinemascope und liefert, vor allem am Anfang, atmosphärische Nachtaufnahmen am See, über dem sich der Vollmond erhebt. Leider verlaufen sich diese stimmungsvollen Bilder immer mehr im Laufe der Spielzeit. Dann hält man sich vor allem in der weitläufigen Villa auf, die abgelegen an einem See am Waldrand steht. Rein optisch kann sich hier eigentlich alles sehen lassen, und vom Gefühl erinnerte ich mich mehr an das europäische Kino. Das ein oder andere Mal kam mir sogar Jean Rollin in den Sinn, dem der Film möglicherweise gefallen hätte, zumindest teilweise. Leider gibt es auch Schwachpunkte, und die sind schwerwiegend. Dass die abgelutschte Story nicht viel hergibt, ist geschenkt, aber sie wird sehr langsam und teils nervig erzählt, was vor allem an den Figuren liegt. Joséphine de La Baume, Milo Ventimiglia, Caitlin Keats, Roxane Mesquida, Michael Rapaport und Ching Valdes-Aran bewegen sich zwar auf solidem Niveau, doch sie waren mir völlig egal. Figuren, frei von jeglicher Anziehungskraft präsentieren sich hier, die sich in langweiligem Gequatsche verlaufen, wenn sie nicht gerade Sex haben oder ihren Blutdurst stillen. Natürlich hält sich hier auch nicht jeder an die Regeln bezüglich des Tier- und synthetischem Blut, und so kommt es auch zu Menschenopfern. In Sachen Gore sollte man nicht viel erwarten, mehr als Blut und ein paar Brandwunden sind nicht zu erwarten, genauso wenig Spannung. 

Gelungen ist hingegen die musikalische Seite. Der Score stammt von Steven Hufsteter und wird mit diversen Songs ergänzt. Der Mix ist wild: Von Klassischer Musik eines Chopin bis zur Deutschpunk-Band Der Fluch aus Leverkusen (wie ich) ist hier einiges los. 

KISS OF THE DAMNED sieht schön aus, klingt gut und erinnert etwas an das europäische 70er – 80er-Jahre-Vampirkino, doch die langweilige Liebes-Geschichte und die noch langweiligeren Figuren in dieser schmälern den Genuss deutlich. 

(Bjoern Candidus)

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The Godsend, 1980 – ★½→

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