HORRORBABY
(THE GODSEND, GB, 1980, Regie: Gabrielle Beaumont)
Das Ehepaar Marlowe geht mit ihrer Horde Kinder spazieren. Bei dem Ausflug in den ländlichen Gefilden Englands treffen sie auf eine sonderbare Frau, die hochschwanger ist. Die Marlowes, die in der Nähe wohnen, nehmen sie zu sich mit nach Hause. Wenig später setzen bei der Frau die Wehen ein. Dr. Collins braucht nicht lange und bringt das Kind zur Welt. Plötzlich ist die Mutter spurlos verschwunden und hat ihr Baby zurückgelassen. Die Marlowesentscheiden sich dafür, dass Baby zu behalten, was ein törichter Fehler war.
Böse Kinder haben eine lange Tradition im Kino (DAS DORF DER VERDAMMTEN, 1960 / EIN KIND ZU TÖTEN…, 1976). Nach dem Erfolg von DER EXORZIST (1973) und DAS OMEN (1976) setzte eine Welle von Filmen mit garstigen Kindern ein, vor allem die, die mit dem Teufel im Kontakt standen.
Bei dieser britischen Produktion, die unter der Regie von Gabrielle Beaumont entstanden ist, hat man es mit einer kleinen, blonden, höchst ausladenden Göre namens Wilhelmina Green, zu tun, die die kleine Schwester von Eva Ionesco sein könnte. Und damit hat man eigentlich den einzigen überzeugenden Horror-Pluspunkt des Films. Dabei bin ich mir sicher, dass die Macher dachten, dem Zuschauer ein süßes, unschuldiges Mädchen zu präsentieren, was niemandem etwas Schlechtes will. Auf den ein oder anderen mag dies vielleicht so wirken, aber ich für meinen Teil war von Anfang an abgeschreckt. Und dann sind da noch die ganzen anderen Kinder, die hier gnädigerweise, von unserem blonden Teufel der Reihe nach getötet werden. In diesem Punkt ist der Film sogar ziemlich konsequent, wo das Töten von Kindern doch sonst nicht ganz so beliebt ist. Aber wenn Kinder Kinder töten, ist es wahrscheinlich etwas anderes.
Leider war es das aber schon mit dem Positiven, was mir hier begegnete, denn leider ist die Inszenieren ziemlich dröge, bietet kaum Spannung, wenig Überraschungen und ist rein visuell sehr charakterlos. Besonders die erste Hälfte ist so langweilig wie die englische Landkulisse, in der man sich aufhält. Aufgefangen wird das ganze auch nicht von den Darstellern der Erwachsenen. Malcolm Stoddard und Cyd Hayman als Ehepaar sind beide höchst unsympathisch, während Donald Pleasence Tochter Angela Pleasence zumindest gut einen Dachschaden auf zwei Beinen verkörpert, was sie schon eindrücklich in SYMPTOMS (1974) bewiesen hat.
Trotz guter Ansätze konnte mich HORRORBABY leider nicht abholen. Es fehlt einfach zu sehr an Schauwerten, Spannung und Stimmung.
Möglicherweise war Horror nicht ganz so der Bereich von Gabrielle Beaumont, die als erste Frau Regie im STAR TREK-Universum führen durfte. Sieben Folgen TNG, eine DS9 und eine Folge VOY gingen auf ihr Konto.
(Bjoern Candidus)
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