RACHE UM JEDEN PREIS
(DEMENTED, USA, 1980, Regie: Arthur Jeffreys)
Nach einer Gruppenvergewaltigung leidet Linda unter Angstzuständen, Panikattacken und Halluzinationen. Ihr Mann Matt , ein Arzt, betrügt sie zusätzlich. Als dieser mal wieder fremdgeht, wird Linda von ein paar Jugendlichen aus ihrer Nachbarschaft tyrannisiert, aber diesmal kann sie zurückschlagen.
Arthur Jeffreys und Alex „The Incredible Melting Man“ Rebar haben hier einen sehr langatmigen, wenn auch nicht grundsätzlich uninteressanten Beitrag zum Rape-and-Revenge-Kino abgeliefert. Da man sich nicht groß außerhalb eines Hauses wegbewegt, ist der Spielraum zwar begrenzt, aber das Innere des Haus ist gut eingefangen, was eigentlich auf alles zutrifft. Zumindest kann sich der Film visuell zeigen. Nach der Vergewaltigung in der Pretitel-Sequenz dauert es allerdings sehr lange, bis die Inszenierung in Fahrt kommt. Sehr viel Gerede beherrscht das Geschehen, in dem man Linda, ihren Ehemann Matt und ihre Probleme kennenlernt.
Neben Harry Reems (DEEP THROAT, 1972) als fremdgehender Ehemann Matt ist Sallee Young (BLOODPARTY, 1981) als Linda dabei, die im letzten Drittel versucht hochzufahren. Sie schaltet in den Rape-and-Revenge-Modus, was ihr nicht richtig gelingt, denn ab dem Punkt wirkt der Film fast wie eine Parodie.
Dann gönnt Jeffreys dem Zuschauer aber immerhin ein paar harte Momente, in denen auch der Lebenssaft fließt und man sich an Filme wie THE LAST HOUSE ON THE LEFT (1972) erinnert fühlt.
RACHE UM JEDEN PREIS versucht sich lange Zeit als Drama um eine Frau mit einem Vergewaltigungstrauma und einem Ehemann, der sie betrügt. Hier scheitert Jeffreys Inszenierung vollends. Das letzte Drittel steht dann im völligen Kontrast zu dem Rest, kann aber letztlich auch nicht wirklich überzeugen.
(Bjoern Candidus)
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