FASCINATION
(FASCINATION, Frankreich, 1979, Regie: Jean Rollin)
Der attraktive Ganove Marc sucht Zuflucht auf einem Wasserschloss. Die beiden reizenden Damen Eva und Elisabeth heißen ihn willkommen und verbringen einen prickelnden Tag miteinander. Für abends kündigt sich eine Gesellschaft von Damen an, die es kaum erwarten kann, Marcs Blut zu kosten.
Wieder einmal steht das Thema Elisabeth Báthory und Blut, was ewige Jugend bringt, im Raum. Der Film startet mit einer bizarren Szene in einem Schlachthaus, in dem ein Arzt zwei feinen Damen empfiehlt, Ochsenblut zu trinken, um ihre Blutarmut zu lindern. Doch irgendwann kommen die beiden Damen auf die Idee, menschliches Blut auszuprobieren, woraufhin sich eine Gesellschaft von Damen zusammenfindet, die gemeinsam ihren Blutritualen frönen.
Erneut hat es Jean Rollin verstanden, mich von der ersten Minuten an, in seine surreale, geisterhafte Welt zu saugen, die wie eine Parallelwelt neben unserer existiert. FASCINATION ist allerdings, im Gegensatz zu seinen Vorgängerfilmen, geradliniger und weniger verspielt. Hier verschwindet niemand in Standuhren, und es kommt auch niemand heraus, ebenso bleibt das Meer fern. Stattdessen bekommt man das schmucke Wasserschloss Château de la Motte, was schön fotografiert wurde. Die tolle Ausstattung im Inneren und die Kostüme der Darsteller sind weitere Hingucker. Hier sieht einfach alles schön aus, und der homoerotische Sex zwischen Franca Maï und Brigitte Lahaie ist sehr ästhetisch. Rollin liebte Frauen und wusste, sie zu inszenieren. Aber auch der Hahn im Korb macht seine Sache gut. Jean-Marie Lemaire als Marc, der ein bisschen wie Christian Borromeo (DER SCHLITZER, 1980) aussieht, ist eine attraktive Ergänzung zu den schönen Damen. Die Besetzung ist durchweg gelungen, wie fast immer im Kino von Rollin.
Rollin serviert hier erneut das, was er am besten kann: Bilder voller Gothicromantik, Mystik, ein paar Gewaltspitzen und Erotik mit schönen Menschen auf die Leinwand zu zaubern. Auch wenn das eigentliche Thema nicht neu und schon gar nicht originell ist, gleicht Rollin alles mit seiner Handschrift aus. Veredelt wird FASCINATION von einem geisterhaften bis melancholischen Score von Philippe D’Aram.
(Bjoern Candidus)
Schreibe einen Kommentar