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Requiem for a Vampire, 1972 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

DIE FOLTERKAMMER DES VAMPIRS
(REQUIEM POUR UN VAMPIRE, Frankreich, 1971, Regie: Jean Rollin)

Nach einem Banküberfall flüchten Marie und Michelle aufs Land, um sich zu verstecken. Sie stoßen auf ein altes Kastell, was sie betreten. Doch das alte Gemäuer ist nicht unbewohnt. Ein Vampir lebt dort mit seiner Sippschaft, den der Besuch der beiden Damen gelegen kommt. 

Mystisch, surreal, geisterhaft, erotisch aufgeladen und voller visueller Kraft zeigt sich DIE FOLTERKAMMER DES VAMPIRS. Jean Rollin legt hier einen Film vor, der eher einem Traum gleicht. Hier geht er sogar soweit, dass er fast völlig auf Dialoge verzichtet. Die Ohren werden fast ausschließlich von dem Soundtrack verwöhnt, was grundsätzlich nichts macht, da Rollin in erster Linie ein Meister der Bilder ist. Dennoch haben mich manche Stücke etwas genervt. Aber es kommt auch zu stillen Momenten ohne Musik, dafür mit spärlicheren Dialogen, die aus wenigen Sätzen bestehen, die sich über den Film verteilen. 

Rollin versteht Künstlichkeit ebenso wie Natürlichkeit. Geisterhafte Sets in teils monochromen Farben, Landschaftsausnahmen von Feldern, Wiesen, Bäumen, einem Friedhof und einer Burgruine reihen sich ein und verleihen dem Film etwas märchenhaftes. Angereichert wird das ganze mit Soft-Sex-Szenen bis in den SM-Bereich. 

Wie schon in einigen anderen Rollin-Filmen ist auch hier wieder die außergewöhnliche Marie-Pierre Castel am Start, die stets zauberhaft wirkt und immer auffällig gekleidet ist. An ihrer Seite ist Mireille Dargent, die im Werke Rollins ebenfalls keine Unbekannte ist. Insgesamt passen die Darsteller mal wieder ausgezeichnet, vor allem sind auch die Vampire glänzend gecastet. 

DIE FOLTERKAMMER DES VAMPIRS mag durch seine Stille, dem fast permanenten Schweigen etwas langatmig erscheinen, und ein paar Szenen hätte sich Rollin wirklich schenken können, aber wenn man sich auf einen fantastischen Bildertrip einlassen möchte, wird man hier belohnt. Hier ist nichts von der Stange. 

(Bjoern Candidus)

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