ATOMIC REPORTER
(REVENGE OF THE RADIOACTIVE REPORTER, Kanada, 1990, Regie: Craig Pryce)
Zeitungsreporter Mike findet heraus, dass verseuchtes Abwasser eines Kernkraftwerks in den umliegenden Boden versickert. Das hat zur Folge, dass Krebserkrankungen in der Umgebung signifikant ansteigen. Als Mike den Boss des Kernkraftwerks mit seinem Wissen konfrontiert, wird er von ihm in einen Tank mit einer Giftmüllplörre gestoßen. Der Unfall wird vertuscht, und Mike wird für tot erklärt. Die Überreste seiner Leiche werden nicht in dem Tank gefunden, denn Mike ist mitnichten tot. Als Atomic Reporter plant er seinen Rachefeldzug.
Für gewöhnlich halten sich kanadische Horrorfilme eher in ernsthaften Bereichen auf. Bei ATOMIC REPORTER geht man leider den Komödien-Weg, was sich zwar bei der kruden Story anbietet, aber leider nicht so zündet, wie bei vielen Troma-Produktionen, die hier eindeutig zum Vorbild standen. Obwohl es durchaus ansehnliche Horror- und Gore-Effekte gibt, die auf knapp 85 Minuten gut verteilt wurden, wird der toxische Wahnsinn von Troma nicht erreicht. Die Figuren sind langweilig überzeichnet und haben nur wenig Charisma. Die ganze Inszenierung wirkt wie ein Comic, der in den besten Momenten zumindest ganz gut aussieht. Die Fotografie ist ordentlich, die Ausleuchtung ist toll und sorgt für Atmosphäre. Stylisch ist der Film auf jeden Fall, doch er wird immer wieder durch dumme Sprüche und Slapstick verätzt, die erst gar keine Spannung zulassen. Verätzungen passen natürlich sehr gut zum Thema. Atomic Reporter Mike ätzt seine Gegner regelrecht weg, wenn er sie nur berührt. Das Design ist billig, geht aber in Ordnung. Er trägt einen Hut, einen Trenchcoat und verdeckt sein entstelltes Gesicht mit einem Staubtuch. Die Kombination erinnerte durchaus etwas an DARKMAN, der im gleichen Jahr herauskam und auch inhaltlich etwas Ähnliches erzählt.
Visuell kann sich ATOMIC REPORTER sehen lassen, aber die Figuren und der platte Humor bringen ihn immer wieder zum Fall.
(Bjoern Candidus)
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