DIE TEUFELSWOLKE VON MONTEVILLE
(THE TROLLENBERG TERROR, GB, 1958, Regie: Quentin Lawrence)
Trollenberg, ein beschauliches Städtchen in den Schweizer Alpen, hat ein Problem: radioaktive Wolken ziehen in den Bergen auf, in denen sich einäugige Monster mit Tentakeln aufhalten, die es mindestens auf Bergsteiger abgesehen haben. Zudem beherrschen sie die Kunst der Telepathie. Ein Team aus einem UN-Beauftragten, einem Journalisten, einer Telepathin und einigen Wissenschaftlern stellt sich dem Schrecken entgegen, bevor er sich weiter ausbreiten kann.
Regie führte bei diesem Monsterfilm der Engländer Quentin Lawrence, der davor und danach vor allem TV-Serien-Folgen inszenierte. Das Drehbuch stammt hingegen von der Hammer-Studio-Schreiber-Legende Jimmy Sangster (Drehbuch für XX UNBEKANNT, 1956 / FRANKENSTEINS FLUCH, 1956 / DRACULA, 1958 / DIE RACHE DER PHARAONEN, 1959). Der Ursprung der Story liegt hingegen bei einem 6-teiligen Serial aus dem Jahre 1956.
Was bereits zu Beginn besonders frisch wirkt, sind die Schweizer Alpen als Setting (wenn auch nur als Kulisse). Solche Bergwelten, die sich hier als Modelle oder Gemälde präsentieren, kommen nicht so häufig im Monster-Kino vor. Man erkennt schnell das schmale Budget, aber genau so schnell das handwerkliche Geschick der Macher. Hinter der Kamera stand Monty Berman, der den Film auch produzierte, wie im gleichen Jahr auch DER DÄMON MIT DEN BLUTIGEN HÄNDEN. Seine dichten Schwarzweißbilder werten den Film auf. Aber auch die Darsteller geben keinen Grund zur Klage. Forrest Tucker, Laurence Payne, Warren Mitchell und die beiden Damen Jennifer Jayne und Janet Munro sind gut gecastet.
Der mysteriös Einstieg in die Handlung, die Bergwelt mit der Forschungsstation und die bizarren Monster, die der Welt Lovecrafts hätten entspringen können, bauen die nötige Atmosphäre auf. Zwar überschlägt man sich nicht mit Spannung, aber serviert dafür ein paar recht ruppige Momente.
Der Film hatte durchaus Einfluss.
Nicht nur John Carpenter wurde für seinen Film THE FOG (1980) inspiriert, sondern auch Stephen King. Seine Geschichte THE MIST (erschienen 1980 / überarbeitet 1985), die von Frank Darabont (2007) verfilmt wurde, ist ähnlich. Ebenso tauchen die Monster in seinem Roman ES (1986) auf.
DIE TEUFELSWOLKE VON MONTEVILLE ist ein stimmungsvoller Alpen-Monster-Horrorfilm, an dem ich nicht viel auszusetzen habe.
(Bjoern Candidus)
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