TRAPPED ASHES
(Japan, Kanada, USA, 2006, Regie: Sean S. Cunningham, John Gaeta, Monte Hellman, Ken Russell, Joe Dante)
Liest man Namen wie Ken Russell, Joe Dante und Sean S. Cunningham, ist die Erwartungshaltung direkt nach oben geschraubt. Besonders Ken Russell hat mich stets fasziniert, und sein Beitrag, in diesem Episodenfilm mit Rahmenhandlung, ist auch der beste. Die US-kanadisch-japanische Koproduktion wurde für das japanische Fernsehen produziert, was teilweise auch durchdringt, wenn eine der Episoden (EVIL SPIRIT) eben dort angesiedelt ist und sogar mit Anime-Sequenzen aufwartet. Es gibt eine typische Rahmenhandlung, wie man sie zum Beispiel aus Episoden-Horrorfilmen wie DIE TODESKARTEN DES DR. SCHRECK (1965) oder GESCHICHTEN AUS DER GRUFT (1972) kennt. In TRAPPED ASHES führt ein Mitarbeiter eines stillgelegten Filmstudios eine Gruppe Touristen in ein Horrorhaus, was für den (fiktiven) Film „Hysteria“ errichtet wurde. Und wie üblich, dienen die Personen auch den jeweiligen Geschichten.
Ken Russell startet temporeich mit THE GIRL WITH GOLDEN BREASTS und liefert nackte Brüste mit Mündern und spitzen Zähnen (statt Augen wie in GOTHIC, 1986), Gore, knallige Farben, bizarre Designs und eine eklige Brustimplantate-OP. Atmosphärisch, erotisch und mysteriös wird es in Sean S. Cunnighams Geister-Beitrag EVIL SPIRIT, der, wie oben bereits erwähnt, in Japan angesiedelt ist. Monte Hellman Episode STANLEY‘S GIRLFRIEND bietet zwar John Saxon (der auch in der Rahmenhandlung zugegen ist), bietet aber auch den langweiligsten Beitrag, in dem es um zwei Männer und eine vampirische Dame geht. Etwas Aufwind kommt wieder rein mit MY TWIN, THE WORM von John Gaeta, in dem eine schwangere Frau nicht nur ein Kind, sondern auch einen Wurm in sich trägt.
Insgesamt ist TRAPPED ASHES nur wenig spannend, aber immerhin recht abwechslungsreich. Russell und Gaeta überspitzen und liefern schräge Ideen und Ekel-Effekte, Cunnigham liefert Atmosphäre und experimentiert mit Stilmitteln, während Monte Hellman zum einschlafen einlädt. Zusammengehalten wird das Ganze von Joe Dante, der die Rahmenhandlung inszeniert hat, in der auch kurz Dick Miller auftaucht.
TRAPPED ASHES ist etwas unausgegoren. Insgesamt mangelt es ihm an Atmosphäre, Spannung und Highlights.
(Bjoern Candidus)
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