HEXENJAGD IN L.A.
(CAST A DEADLY SPELL, USA, 1991, Regie: Martin Campbell)
Der Privatdetektiv Harry Philip Lovecraft soll für den gutbetuchten Amos Hackshaw das Necronomicon finden. Doch auch der Gangsterboss Harry Bordon ist hinter dem Buch her. Lovecraft muss sich aber nicht nur gegen ihn und seine Männer zu Wehr setzen, sondern auch gegen einen dämonischen Wasserspeier.
Lovecraft mit Humor. Kann das funktionieren? Schwer vorzustellen, aber dennoch möglich, wie Regisseur Martin Campbell (FLUCHT AUS ABSALOM, 1994) in diesem bunten Fantasy-Horror-Noir-Krimi-Komödien-Mix beweist. Auch wenn man den Film durchaus als Parodie verstehen kann, trifft es liebevolle Hommage mit humoresker Ummantelung wohl besser. Man macht sich nicht über das HPL-Universum lustig, sondern präsentiert es auf skurrile und humorvolle Art, auch wenn man sich in der Darstellung der Monster eher freie Hand lässt. Es gibt tolle Monster-Animatronics, ein paar schöne Gore-Effekte (z.B. wenn jemand von Geldscheinen zu Tode geschnitten wird), comicartige Farben (auch an Bava musste ich denken), die sich mit dem 40er-Setting erstaunlich gut vertragen. Die Atmosphäre ist insgesamt sehr dicht, die auch der Jazz-Score zusätzlich befeuert. Es mangelt etwas an Spannung, aber das gleicht der Film mit Action und Ideenreichtum aus. Besonders gut hat mir die Idee mit der alternativen Realität der 1940er-Jahre gefallen, in der es völlig selbstverständlich ist, Zauber und Magie zu nutzen. Zu diesem Universum gehören natürlich auch gute Darsteller, und die bekommt man gleich dazu geliefert. Mit Fred Ward (als HPL), David Warner, Julianne Moore und Clancy Brown hat man alles richtig gemacht. Auch wenn Ward keine Ähnlichkeit mit Lovecraft aufweist, liefert er dennoch eine schöne Performance eines Privatdetektiven ab.
Neben den vielen kleinen HPL-Verweisen denkt man sogar an Ray Bradbury und serviert hier einen Detektiv Bradbury. Regisseur Martin Campbell und Drehbuchautor Joseph Dougherty hatten offensichtlich viel Liebe für das Genre übrig. Es wundert mich etwas, dass der Film so unbekannt ist, was aber möglicherweise auch daran liegt, dass es sich um eine TV-Produktion handelt. Immerhin legte Paul Schrader mit MAGIC MURDER (1994) sogar eine Fortsetzung nach, in der diesmal Dennis Hopper in die Rolle von HPL schlüpfen durfte.
HEXENJAGD IN L.A. ist ein sehr unterhaltsamer, charmanter und qualitativer Film, in dem es viel zu entdecken gibt.
(Bjoern Candidus)
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