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The Deep Dark, 2023 – ★★½

Verfasst von

marco-fritz

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Rezensionen

THE DEEP DARK
(GUEULES NOIRES, Frankreich, 2023, Regie: Mathieu Turi)

Im Jahre 1956 begibt sich eine Gruppe Bergarbeiter mit Begleitung eines Professors in Nordfrankreich unter Tage, um Gesteinsproben zu sammeln. Als es zu einem Erdrutsch kommt, wird der Eingang zur Grube verschüttet. Als sie nach einem Ausweg suchen, stoßen sie auf eine geheimnisvolle Schatzkammer und zahlreiche menschliche Skelette. Doch damit nicht genug: in den finsteren Höhlengängen lauert eine schreckliche Kreatur, die es auf die Bergarbeiter abgesehen hat.

Mathieu Turi wandelt mit THE DEEP DARK auf den Spuren von Scotts ALIEN (1979), Neil Marshalls THE DECENT (2005) und liebäugelt offensichtlich mit dem Lovecraft-Universum. Kann man machen. 

Rein visuell ist der französischen Produktion überhaupt nichts vorzuwerfen. Gedreht wurde in Nordfrankreich und in Marokko. Die finsteren Höhlengänge sind also echt und konnten bei mir auch anfänglich ein Gefühl von Klaustrophobie wecken, was allerdings nicht lange anhielt. Das Gerede der Kumpels sorgt schnell und lange dafür, dass die Atmosphäre heruntergeschraubt wird und durch Ödnis ersetzt wird. Auch wenn mich die Figuren absolut kalt gelassen haben, sind die Darsteller zumindest solide, ebenso der Score von Olivier Derivière.

Filme wie beispielsweise DER WEISSE HAI (1975) leben (mitunter) davon, dass das Monster lange Zeit nicht zu sehen ist. Während Spielberg jede Minute nutzt, um eine packende Geschichte zu erzählen, muss man sich bei THE DEEP DARK gut 50 Minuten gedulden, bis das Monster zu sehen ist. Hier hätte man gut 20 Minuten herausblasen und immer noch alles unter einen Hut bringen können. Natürlich ist es dankeswert, sich auch auf die Figuren zu konzentrieren, aber diese wirken, wie in vielen anderen ähnlichen Konstellationen, wie Abziehbilder. Da gibt es den Aggressiven, den Intelligenten, den Starken und einen neunmalklugen Professor. Immerhin wurde ich dann mit der Kreatur befriedigt. Hier hat man weitesgehend auf CGI-Effekte verzichtet und präsentiert einen Darsteller im Kostüm oder ein animatronisches Modell, was ziemlich bizarr aussieht. In den wenigen Momenten, in denen diese Kreatur zum Einsatz kommt, hat mich Turi am meisten überzeugt. Das Mysterium um das Wesen, seine Herkunft usw. funktioniert ganz gut, und hier wird die Nähe zu H. P. Lovecraft natürlich überdeutlich. 

Leider sind die starken Momente des Films in der Unterzahl. Alles, was man hier sieht, hat man an anderer Stelle oft schon besser gesehen, wie zum Beispiel in dem bereits erwähnten THE DECENT. Nur ist es dort fast umgekehrt, denn wenn Marshall seine Monster aus dem Hut zaubert, verliert der Film an Kraft, die er vorher mit seinen (ausschließlich) weiblichen Figuren und ihrer brenzlichen Situation aufbaut. 

THE DEEP DARK ist ein durchschnittlicher Horrorfilm nach gängigem Muster, der ein bizarres Monster mit interessantem Hintergrund liefert, aber sonst nichts, was mich beeindrucken konnte. 

(Bjoern Candidus)

←Cast a Deadly Spell, 1991 – ★★★★
The Evil Below, 1989 – ★→

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