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Caboblanco, 1980 – ★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

CABO BLANCO
(CABOBLANCO, Mexiko, USA, 1980, Regie: J. Lee Thompson)

Im Jahre 1948 suchen unterschiedliche Leute nach einem Schiffswrack, auf dem von Nazis geraubtes Gold versteckt sein soll. Als sich jemand dem Schatz nähert, wird der Glückliche zum Unglücklichen, da er bei einer Detonation getötet wird. Aber Barbesitzer Giff Hoyt glaubt nicht an einen Unfall… 

Regisseur J. Lee Thompson (DIE KANONEN VON NAVARONE, 1961 / EROBERUNG VOM PLANET DER AFFEN, 1972) schickt hier Charles Bronson in ein Abenteuer-Drama, was rein visuell wirklich Zucker ist. Von Beginn an herrscht eine paradiesische Stimmung, wenn es in das Fischerdorf an der Küste von Caboblanco geht. Das Meer, die Felsen, die Palmen und die schöne Architektur erwecken Urlaubsstimmung und Abenteuerlust. Da ist Charles Bronson doch der perfekte Begleiter, könnte man meinen. Doch Bronson bleibt etwas blaß und zurückhaltend. Die Spuren der Selbstjustiz-Ein-Mann-Armee sind noch sichtbar, aber verlieren sich langsam. Statt Leuten einen Kopf kürzer zu machen, schenkt er nun in seiner einladenden Bar Getränke aus. CABO BLANCO ist ein Film mit alten Männern wie Jason Robards (SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD, 1968) und Fernando Rey (FRENCH CONNECTION, 1971), dazu im Kontrast: Dominique Sanda (STRASSE DER VERDAMMNIS, 1977) und Simon MacCorkindale (DER WEISSE HAI 3, 1983). Die Auswahl der Darsteller ist jedenfalls gelungen. Doch Spannung will bei diesem Abenteuer-Drama mit Krimi-Elementen nicht so recht aufkommen. Man verliert sich in viel zu vielen Gesprächen und wenn es dann mal etwas bewegter zugeht, friert man alsbald wieder fest und redet weiter. Die Rettung des Films kommt mit der Form und dem stimmigen Score von Jerry Goldsmith und diversen Stücken von Glenn Miller oder Nat ‚King‘ Cole. Das Küstenstädchen in Peru, Caboblanco, ist wirklich paradiesisch und löst schnell Fernweh aus. In Wirklichkeit ist man allerdings in Mexiko.

Die anfängliche James Bond-artige Unterwasser-Szene und das abenteuerliche Setting versprechen leider mehr, als man letztlich halten kann. CABO BLANCO ist wie ein schöner Mensch, der einfach nichts spannendes zu erzählen hat, aber den man gerne anschaut. 

(Bjoern Candidus)

←The Man Who Knew Too Much, 1934 – ★★★½
Love Letters of a Portuguese Nun, 1977 – ★★★½→

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