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Gwendoline, 1984 – ★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

GWENDOLINE
(Frankreich, 1984, Regie: Just Jaeckin) 

Gwendoline ist in China auf der Suche nach ihrem verschollenen Vater, der wiederum auf der Suche nach einem seltenen Schmetterling ist. Unterstützt wird sie dabei von ihrer Zofe Beth. Schnell geraten sie in Probleme, bei denen ihnen Willard hilft. Doch dann geraten sie in die Fänge einer garstigen Königin. 

Just Jaeckin (DIE GESCHICHTE DER O, 1975) hat hier tief in den grenzenlosen Pool kreativer Möglichkeiten gegriffen, um die Sinne anzuregen, wenn auch nicht gerade inhaltlich. Da ich die Comic-Vorlage von John Willie nicht kenne, kann ich auf diese auch nicht eingehen. Style over Substance ist mir willkommen. Die vielen Details und die leuchtenden Farben der abwechslungsreichen Sets und die Naturlandschaften von Marokko und den Philippinen sind ein Genuss für die Augen. Die Ausstattung und die SM-Fetisch-Rüstungen der Damen sind beeindruckend und lassen den Zeitgeist der 80er-Jahre heraushängen, als wäre man in einem wild gemischten Universum aus MAD MAX 2 (1981), CONAN (1982), MTV-Musikvideos und allen italienischen Endzeitfilmen, die in einem Steinbruch gedreht wurden. Und als Sahnehäubchen obendrauf: eine Portion erotisches Getue. Jeackin eben. Visuell ist GWENDOLINE sehr beeindruckend. Zudem kommt der Film selten zum Halt und wenn, dann bekommt man trotzdem viel zu sehen. Doch irgendwann machte sich auch ein leichter Anflug von Eintönigkeit breit. Zu viel von allem und eine zu lange Laufzeit sorgt manchmal für Ermüdungen. Die Darsteller sind gut gewählt. Tawny Kitaen als Gwendoline, Brent Huff als Willard und Zabou Breitman als Beth sind ein witziges Gespann, mehr aber auch nicht. Der Score stammt von Pierre Bachelet, der mich hin und wieder an Klaus Nomi erinnerte, der hier natürlich auch bestens reingepasst hätte. 

Unter dem Strich ist GWENDOLINE ist ein irrer, komischer Abenteuer-Comic-Trip in zauberhaften Bildern, der großen Spaß macht, wenn man nicht nach einer packenden Story sucht. 

(Bjoern Candidus)

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