MADAME CLAUDE UND IHRE GAZELLEN
(MADAME CLAUDE, Frankreich, 1977, Regie: Just Jaeckin)
Mit ihrer Callgirl-Agentur vermittelt Madame Claude Schönheiten aus aller Welt mit hochangesehen Leuten aus der internationalen Politik, der High Society und der Unterwelt. Auch der Fotograf David Evans gehört zu ihrem Kreis, und der hat ganz eigene Pläne. Er fotografiert Politiker und Prominente, die er beim Sex mit Madame Claudes Mädchen erwischt. Auch internationale Politiker sind Claudes Kunden, die zusätzlich in Schmiergeldaffären verstrickt sind. David wird nun selbst beschattet, und zwar vom CIA.
Just Jaeckin schöpft wieder aus dem Vollen und liefert erneut schöne Frauen, prickelnde Erotik, wunderschöne Bilder und steigt parallel in einen Sumpf aus Korruption, Erpressung und Machtmissbrauch. Dabei greift Jaeckin auf den Roman „Allo oui, les mémoires de Madame Claude“ von Jacques Quoirez zurück, der wiederum von der echten Fernande Grudet alias Madame Claude inspiriert wurde.
Jaeckin hat es erneut geschafft, mich in seine Welt der Farben, Formen und sexuell aufgeladenen Figuren zu saugen, allerdings mit Einschränkungen. Robert Fraisse hat, wie bereits vorher bei DIE GESCHICHTE DER O (1975), eine tolle Kameraarbeit abgeliefert. Die vielen unterschiedlichen Settings sind sehr schön ausgeleuchtet und unterstreichen die aufgeheizte Atmosphäre. Veredelt werden die Bilder von Serge Gainsbourg Score. Die High Society trifft sich in Clubs, pompösen Hotels und Schlössern, um ihrer Dekadenz zu frönen. Jeackin liefert Sex im Wasser, Sex im Zug, Gruppensex, natürlich alles nur im soften Bereich. Doch die Erotik dient hier mehr der Dekoration, denn es geht ja schließlich um Erpressung, Korruption bis hin zu Mord. In seiner Thriller-Handlung zündet MADAME CLAUDE UND IHRE GAZELLEN nicht ganz so gut. Die Themen sind nichts Neues und besonders spannend werden sie auch nicht präsentiert. Aber das kann Jaeckin durch die gute Besetzung etwas kaschieren. Glänzend besetzt ist dabei Françoise Fabian als geheimnisvolle Madame Claude. In weiteren Rollen: Dayle Haddon, Murray Head, Robert Webber und Klaus Kinski.
MADAME CLAUDE UND IHRE GAZELLEN sieht zu jeder Sekunde toll aus, klingt schön, aber hat mich weder überrascht noch spannend unterhalten. Ein Erotik-Thriller, der vor allem durch Erotik und seine Darsteller glänzt. Immerhin.
(Bjoern Candidus)
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