UNFALL IM WELTRAUM
(DOPPELGÄNGER, GB, 1969, Regie: Robert Parrish)
Im Jahre 2069 wird dem Rat der europäischen Raumforschung eine sensationelle Entdeckung präsentiert. Hinter der Sonne hält sich ein weiterer erdähnlicher Planet verborgen. Man beschließt eine Erkundung des Planeten durch ein Team bestehend aus Colonel Glenn Ross und John Kane. Nach einer dreiwöchigen Reise werden sie aus ihrem Raumschlaf geholt, um mit ihrem Shuttle auf dem fremden Planeten landen zu können. Doch es kommt zu Komplikationen, die das Shuttle abstürzen lässt. Ein Rettungsteam ist schnell zur Stelle, doch während Ross den Absturz fast unbeschadet übersteht, wird Kane schwer verletzt und stirbt schließlich an den Folgen seiner Verletzungen. Ross und die Weltraumbehörde sind verwirrt. Was ist passiert, warum sind die Astronauten wieder zurückgekommen?
Gerry und Sylvia Anderson, die mit TV-Serien wie THUNDERBIRDS (1965-1966), UFO (1970-1971) oder MONDBASIS ALPHA 1 (1975-1977) zu Legenden wurden, haben mit UNFALL IM WELTRAUM einen visuell beeindruckenden Science-Fiction-Film für das Kino produziert. Regie führte bei dieser britischen Produktion der Amerikaner Robert Parrish.
Der Film startet mit einer visuell beindruckenden Szene, in der sich Herbert Lom als Dr. Hassler in die Hochsicherheitsräume der Weltraumbehörde EUROSEC begibt und sein Spionage-Auge auswertet. Die Effekte, die Kostüme und die futuristischen Modell von Automobilen, Raketen und Häusern sehen absolut hochwertig aus. Dazu schmückt sich die Inszenierung immer wieder mit knalligen Farben, die den Geist der 60er-Jahre in schönster Form präsentieren. Wo das Auge hinguckt, wird es verwöhnt, vorausgesetzt, man steht auf derartiges Kino.
Doch nicht nur das Visuelle konnte mich hier abholen, sondern auch die Story um eine zweite Erde. Leider nimmt sich Parrish zu viel Zeit, um die beiden Astronauten auf die Reise zu schicken. Diskussionen werden geführt, Finanzierungen und Gefahren werden überlegt und Tauglichkeitstests vollzogen, was an sich nicht uninteressant ist, aber doch zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Dafür geht man dann recht zügig vor, wenn man die zweite Erde ins Visier nimmt.
Mit Roy Thinnes als Colonel Glenn Ross und Ian Hardy als John Kane sind zwei solide Darsteller an Bord, die zwar nur wenig sympathisch wirken, aber gut in ihre Rollen passen. Ein bisschen mehr Charisma bringt da Patrick Wymark als Wissenschaftler Jason Webb mit. Herbert Loms Auftritt ist stark, aber leider sehr kurz.
UNFALL IM WELTRAUM hat mit Längen zu kämpfen und arbeitet das eigentliche Thema zu schnell ab, doch optisch wird hier zu jeder Zeit feinster 60er-Jahre-Science-Fiction-Zauber in Form und Farbe versprüht.
(Bjoern Candidus)
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