SURF NAZIS MUST DIE
(USA, 1987, Regie: Peter George)
Nachdem ein starkes Erdbeben im Großraum von Los Angeles gewütet hat, brechen dort neue Zeiten an. Die Ordnung gerät außer Kontrolle und gerät immer mehr in die Hände von Gangs, die das heruntergekommene L.A. beherrschen. Eine dieser Gangs sind die Surf Nazis, die sich als die neue Ordnung aufspielen. Aber da sind auch die Pipeliners, die Samurai Surfers, die Designer Waves oder die Skate Rats, die die Strände unsicher machen und immer mehr in einen Ort der Gewalt verwandeln. Als die Surf Nazis einen Schwarzen töten, schwört die Mutter des Jungen Rache.
Manche Filme brauchen nichts weiter als eine coole Ausstattung, räudige Figuren mit abgefahrenen Klamotten, die wie eine Reise durch die Subkultur der 80er-Jahre aussehen, blutige Gewalt und einen perfekt passenden Score. All das bekommt man mit SURF NAZIS MUST DIE.
Regie hat hier Peter George geführt, der auch als ausführender Produzent fungierte. Vertrieben wurde der Film schließlich von Troma, was ziemlich passend ist. SURF NAZIS MUST DIE ist unglaublich inhaltsleer und doch konnte ich mich zu jeder Zeit an den Bildern laben, die einem so hart die 80er-Jahre ins Gesicht pfeffern, dass es mir eine wahre Freude war. Die Ausstattung und Garderobe der jeweiligen Gangs ist vorzüglich. Alles ist bunt gemixt, vom Punk zum Nazi bis hin zum Skater. Das Make-up ist schick, die Frisuren sind durchgestylt. Besonders viel Aufmerksamkeit bekommen natürlich die Surf Nazis. Mit Skinheads hat man es nicht zu tun, dafür haben sie Namen wie Adolf, Eva, Goering und Mengele. Auch hier wird der Klamotten-Kodex wild gemischt, und Adolf sieht aus wie ein Deluxe-Hipster heutiger Tage. Als Erkennungszeichen gibt es ganz einfach das Hakenkreuz (in leicht abgeänderter Form). Stumpfsinniges Gelaber wechselt sich ab mit garstigen Verhalten, was ab der Mitte immer brutaler bis tödlich wird. Und so ist SURF NAZIS MUST DIE auch immer in Bewegung, manchmal allerdings auch in Zeitlupe, wenn zum x-ten Mal jemand mit dem Surfbrett über die Wellen reitet. Hin und wieder schleicht sich schon ein bisschen Langeweile ein, aber auch in diesem Momenten ist man immer gut bedient mit dem Synthesizer-Score von Jon McCallum. Viel überflüssiger ist die Eine-Mutter-rächt-sich-für-den-Mord-an-ihrem-Sohn-Angelegenheit, die in einer albernen Rache-Nummer endet. Aber da hier alles albern ist, fällt auch das nicht weiter ins Gewicht.
Auch das Strand-Setting macht was her, erweckt Erinnerungen an den Sommer und passt perfekt zum 80er-Jahre-Feeling, was jeder Zeit aufkommt. Ansonsten bewegt man sich in heruntergekommenen Fabrikgeländen oder Lagerhallen, ist aber weit entfernt von irgendeinem Katastrophengebiet, was das Erdbeben hinterlassen hat. Aber das dürfte natürlich dem schmalen Budget geschuldet sein. Die Action-Szenen sind billiger Machart, aber auf ihre simple Art dennoch effektiv, und manchmal gibt es sogar ein bisschen Gore.
SURF NAZIS MUST DIE ist völlig sinnbefreites Exploitation-Kino mit comicartigen Figuren in coolen Klamotten und einem richtig guten Score. Hirn aus, Film ab!
(Bjoern Candidus)
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