MAMBA*
(Italien, 1988, Regie: Mario Orfini)
Ende der 80er-Jahre kamen aus Italien nur noch selten anständige Horrorfilm-Produktionen. MAMBA von Mario Orfini ist eins der seltenen Highlights, was heutzutage fast völlig in Vergessenheit geraten ist.
Wie der Titel schon verrät, geht es um eine Schlange, was einen unweigerlich zum Tier-Horrorkino führt. Damit liegt man bei MAMBA auch richtig. Aber Orfinis Film ist auch genug Thriller, und ihm gelingt eine wunderbare Melange aus beiden Genres. Bereits zu Beginn, wenn Gregg Henry als Gene auf Bill Moseley trifft, der den Schlangenzüchter Frank spielt, liefert Orfini Spannung, Atmosphäre und etabliert die Schwarze Mamba, die mit einem zusätzlichen Sexualhormon ausgestattet wurde, um noch aggressiver zu werden, denn schließlich will Gregg die Schlange als tödliche Waffe gegen seine Frau einsetzen. Die Mojave-Wüste in Kalifornien, wo diese Szene gedreht wurde, ist auch die letzte, in der man Tageslicht sieht, denn danach wandelt sich die Inszenierung in ein beklemmendes Kammerspiel. Dafür hat man dann in den Studios in Rom ein sehr cooles Haus errichtet, was mit vielen verspielten Räumen für Aufsehen sorgt. Das weitläufige Haus besteht aus nur einer Etage und hat, vermutlich um eine Flucht unmöglich zu machen, keine Fenster. Dort lernt man dann auch Eva kennen, die von Trudie Styler verkörpert wird. Mit ihr hat man ein glückliches Händchen bewiesen. Styler schlägt sich fast komplett allein durch den Film, abgesehen von der Mamba und Gene. Auch mit Gregg Henry ist man gut bedient, denn der kann einfach wunderbar ein Arschloch spielen. Während Eva im Haus um ihr Leben kämpft, sitzt er im Auto vor dem Haus und kann mittels Sender sehen, wo sich die Schlange befindet.
Orfini liefert einige spannende Momente und hat mit Dante Spinotti einen versierten Kameramann an Bord, der die Inszenierung durch viele Blickwinkel und Perspektiven abwechslungsreich gestaltet; dazu gehören auch Ego-Perspektiven der Mamba. Untermalt wird der Schlangen-Thriller von einem starken Score von Giorgio Moroder und dem schmalzigen Pop-Song „Listen To Your Heart“ von Koreana. Der Film hat viel 80er-Jahre-Zauber zu bieten, obwohl sein Handlungsort so beschränkt ist.
MAMBA ist ein spannendes Tier-Thriller-Kammerspiel mit einer guten Besetzung und schönen Bildern.
(Bjoern Candidus)
*Podcast-Besprechung bei „Antenne Traumstadt“
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