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Knightriders, 1981 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

KNIGHTRIDERS – RITTER AUF HEISSEN ÖFEN
(KNIGHTRIDERS, USA, 1981, Regie: George A. Romero)

Billy, der selbsternannte König einer Motorradgang, sorgt mit seinen Leuten für eine mittelalterliche Show, mit der sie durch die USA touren. Sie präsentieren Turniere, doch statt auf Pferden zu sitzen, sitzen sie auf Motorrädern, um vor Publikum in die Schlacht zu ziehen. Doch in der eingeschworenen Gemeinschaft kommt es immer wieder zu Konflikten und unterschiedlichen Ansichten über die Philosophie ihrer Show, und am Ende steht die Frage: Ruhm und Geld oder Freundschaft.

George Romero hat hier vielleicht den unkonventionellsten Film seiner Karriere abgeliefert. Hippiartige Ritter auf Motorrädern klingt erst mal etwas grotesk, aber beim näheren betrachten ist es das gar nicht. KNIGHTRIDERS ist kein Actionfilm im herkömmlichen Sinne, auch wenn es kürzere Fassungen des Films suggerieren wollten, sondern ein Drama über Außenseiter, die sich bewusst von der Gesellschaft abkapseln, um ihren eigenen Weg zu gehen. Ein Film über Identitätsfindung und ein Lebensgefühl der 70er-Jahre, was immer mehr von dem der 80er-Jahre gefressen wird. Und wie es bei Zusammenschlüssen von Menschen meistens üblich ist, kommt es auch hier plötzlich zu Spannungen und Spaltungen. Die Einen Leben einen Traum von Unabhängigkeit, die Anderen wollen plötzlich Geld mit ihrer Show machen und stehen kurz davor, ihre Seele zu verkaufen. 
Dass es sich hier um einen Romero-Film handelt, wird sehr schnell klar. Der reale Anstrich, die vielen Dialoge, die immer wieder durchschimmernde Gesellschaftskritik, unterschiedliche Auffassungen über das Leben und das ländliche Setting sind nur ein paar Indizien dafür. Es mangelt dem Film auch nicht an Humor, und nicht nur einmal musste ich an DAWN OF THE DEAD (1978) denken. Auch die Stunts bei den Motorrad-Turnieren erinnern an diverse Kaufhaus-Biker-Szenen aus seinem Zombie-Klassiker. Sehr schick sind die unterschiedlichen Ritterrüstungen und die stilistisch angepassten Motorräder. Da steckt sehr viel Liebe im Detail drin. 
Und dann ist da natürlich noch die glänzende Besetzung, und die ist wirklich umfangreich. Neben Ed Harris als König Billy tummeln sich viele gute Bekannte unter das Volk. Tom Savini, John Amplas, Ken Foree, Christine Forrest, das Ehepaar Stephen und Tabitha King und einige andere Gesichter bringen Freude in die Inszenierung. 

KNIGHTRIDERS ist sicher nichts für die breite Masse und ist damals im Schatten von DAWN OF THE DEAD verschluckt worden, und das völlig zu Unrecht. Er ist allerdings auch etwas anstrengend, denn mit fast 150 Minuten ist die Spielzeit schon sehr überzogen. Hier hätte Romero häufiger Punkte setzen können. Andererseits nutzt er auch jede Minute, um die Charaktere zu vertiefen.

(Bjoern Candidus)

←Demon Seed, 1977 – ★★★★
The Night of the Sorcerers, 1974 – ★★→

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