THE FOREST
(USA, 1982, Regie: Don Jones)
Irgendwo in den Wäldern Kaliforniens wollen sich zwei Frauen mit zwei Männern treffen, um gemeinsam ein Wochenende in der Natur zu verbringen. Genau in dieser Gegend kam es einst zu einer Familientragödie, in der ein Familienvater seine Frau getötet hat, weil er sie beim fremdgehen erwischt hat. Gemeinsam mit seinen beiden Kindern ist er in den Wald geflüchtet, in dem er seit dieser Zeit sein Unwesen treibt und Touristen überfällt und umbringt.
Das Beste zuerst: die Natur von Kalifornien ist ein weiteres Mal ein Argument, sich einen Film anzugucken. Bei THE FOREST bleibt es auch das einzige Argument. Mein Herz für Quatsch ist groß, aber die Story und die Umsetzung, die Regisseur Don Jones hier abgeliefert hat, ist schon ziemlich unterirdisch.
Viele Horrorfilme können sich immer wieder durch den Antagonisten retten, durch eine Killermaschine, die wahllos Menschen umbringt, die in irgendwelchen Gegenden ihren Spaß haben wollen. Die Besetzung der Damen und Herren, die hier in die Wälder aufbrechen, sind wahrlich kein Gold, aber dennoch besser als die Familie, der man in THE FOREST begegnet. Der bekloppte Familienvater John, der mittlerweile zum Kannibalen geworden ist, wird unfassbar schlecht von Gary Kent gespielt, der mit seiner fürchterlichen Perücke an einen schlecht gelaunten Bruder von Helge Schneider erinnert.
Sein Können reicht natürlich nicht im Ansatz an das von Helge Schneider, und er beweist es zu jeder Filmsekunde. Und wem er nicht ausreicht, um hier die Lust zu verlieren, wartet einfach ab, bis er die Kinder von John kennenlernt. Kinderdarsteller sind immer wieder ein Problem, weil sie oft sehr hölzern spielen, was man ihnen nicht verdenken kann. Aber die beiden Gören, ein Junge und ein Mädchen, die hier auftauchen, trotzen jeder Beschreibung. Dass die beiden Kinder Geister sind, was sofort verraten wird, wenn sie mit einer sonderbaren Hall-Stimme sprechen, macht es auch nicht mehr schlimmer. Und wer glaubt, die Mutter reißt es raus, muss leider auch enttäuscht werden. Hier ist wirklich Katastrophenalarm angesagt, und die wenigen blutigen Momente können leider auch nichts herausreißen. Auch ein Backwood-Horrorfilm wie AUSFLUG IN DAS GRAUEN (1981) schmückt sich nicht mit Hirn, ist aber um Welten unterhaltsamer, als dieser langweilige, spannungslose Schund (Ich benutze das Wort so ungern.), den Jones hier abgeliefert hat. Und wem das immer noch nicht reicht, um hier Abstand zu nehmen, dem sei auch noch verraten, dass der Score von Richard Hieronymus und Alan Oldfield ganz fürchterlich unpassend ist.
Bitte statt THE FOREST zu gucken lieber einen 90-minütigen Spaziergang im Wald unternehmen.
(Bjoern Candidus)
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