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Grandmother’s House, 1988 – ★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

GRANDMOTHER‘S HOUSE
(USA, 1988, Regie: Peter Rader)

Ihre Mutter starb, als Lynn und David noch sehr jung waren, und jetzt ist auch noch ihr Vater gestorben. Die beiden Waisen sollen ein neues Leben bei ihren Großeltern auf dem Land starten, was soweit vielversprechend klingt. Doch als David mit seinem Fernrohr eine grausame Entdeckung macht, verändert sich das Bild von seinen Großeltern. 

Peter Raders (HIRED TO KILL, 1990) Debütfilm, der von Nico Mastorakis produziert wurde, ist ein ordentlicher Horror-Thriller mit einer guten Besetzung und einer durchaus überraschenden Story. 

Die beiden Hauptfiguren von GRANDMOTHER‘S HOUSE sind Lynn, die von Kim Valentine verkörpert wird und David, den Eric Foster spielt. Während Valentine manchmal etwas unterfordert und steif wirkt, scheint Eric Foster als jüngerer Bruder David förmlich in seiner Rolle aufzugehen. Der Jungdarsteller gibt hier alles, um die Story voranzutreiben. Wenn er nach und nach herausfindet, dass irgendwas nicht mit seinen Großeltern stimmt, kommt Spannung auf, die sich bis zum Schluss halten kann. Die Großeltern werden von Len Lesser und Ida Lee dargestellt, die beide widerlich herüberkommen. Ida Lee ist als Großmutter falsch freundlich, während Lesser als Großvater seine Widerlichkeit kaum verbergen kann. Auch die anderen Figuren, die hier auftauchen, sind sonderbar überzogen oder einfach nur eklig. Das schadet GRANDMOTHER‘S HOUSE aber nicht, denn die Inszenierung hält ihren etwas schrägen Ton kontinuierlich bei. 

Auch handwerklich darf man sich auf einen ansehnlichen Horror-Thriller freuen. GRANDMOTHER‘S HOUSE wurde ansprechend fotografiert und atmosphärisch ausgeleuchtet, hat ein gutes Tempo und kaum Hänger. Gedreht wurde in Kalifornien, und das sommerliche Wetter und die Orangenplantage vor dem Haus der Großeltern macht was her. Optisch, aber auch inhaltlich sind mir Filme wie THE CURSE (1987) und PFUI TEUFEL! – DADDY IST EIN KANNIBALE (1989) in den Sinn gekommen, zwischen die sich GRANDMOTHER‘S HOUSE gut einreihen kann. Leider konnte mich die Auflösung im letzten Drittel nur wenig überzeugen, wurde aber dennoch gut inszeniert und macht die Geschichte rund. 

Peter Rader hat mit GRANDMOTHER‘S HOUSE ein dichtes, gut besetztes Horror-Thriller-Debüt abgeliefert, was lediglich kleine Schwächen aufweist.

(Bjoern Candidus)

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