MIRROR MIRROR
(USA, 1990, Regie: Marina Sargenti)
Nach dem Tod des Vaters zieht Megan mit ihrer Mutter in ein altes Haus, in dem sich immer noch der Spiegel der Vorbesitzerin befindet. Doch dabei handelt es sich mitnichten um einen normalen Spiegel. Ein Dämon haust in ihm, der von Megan immer mehr Besitz ergreift und sie dazu bringt, ihre Feinde zu töten.
Mit MIRROR MIRROR entstand 1990 eine Direct-to-Video-Produktion aus dem Haus Orpahn Eyes, aus dem über die Jahre ein vierteiliges Franchise über einen bösen Spiegel wurde, was hierzulande kaum bekannt ist. Den ersten Teil inszenierte dabei die Regisseurin Marina Sargenti.
Mit Karen Black, die hier als Susan Gordon eine schrullige Mutter mit Hang zu Perücken spielt und Yvonne „Lily Munster“ De Carlo als vor dem Unheil warnende Emelin, hat man zwei charmante Ikonen an Bord, die zumindest unter den ansonsten blassen Darstellern etwas Leben in die Inszenierung bringen. Die Hauptfigur wird von Rainbow Harvest gespielt, die als Megan Gordon wie aus dem Gothic-Katalog daherkommt und steif ist wie ein Brett. Ab der Mitte kommt zwar etwas Leben in ihr Spiel, aber das macht es nicht wesentlich besser. Die gesamte Besetzung aus Megans College-Umfeld besteht aus ausdruckslosen Klischeefiguren, von denen immerhin ein paar recht blutig abgemurkst werden, wenn der unheilvolle Spiegel seine Kraft entfaltet.
Dass es sich bei MIRROR MIRROR um eine DTV-Produktion handelt, kann zu keiner Zeit verborgen werden. Es gibt ein paar nette Momente, aber insgesamt ist die Inszenierung schnöde fotografiert und baut kaum Atmosphäre auf. Besonders übel sind die Zeitlupen-Szenen, die die völlig überzogene Spielzeit von 104 Minuten erklären. Sargenti hat hier nicht viel zu erzählen, obwohl die Idee mit dem Spiegel gar nicht so schlecht ist.
Ein bisschen Gore und ein paar halbgare Effekte können ein wenig über die sonstige Ausdruckslosigkeit von MIRROR MIRROR hinwegtrösten. Es gibt ödere Horrorfilme, aber von einer Empfehlung bin ich hier weit entfernt.
(Bjoern Candidus)
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