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Cry of the Banshee, 1970 – ★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

DER TODESSCHREI DER HEXEN
(CRY OF THE BENSHEE, GB, 1970, Regie: Gordon Hessler)

Lord Edward Whitman will seine Gemeinde frei von Hexen und Heiden haben und lässt sie dementsprechend verfolgen, foltern oder töten. Als er ein junges Pärchen auf seinem Schloss umbringt, rächt sich die heidnische Hexe Oona und spricht einen Fluch aus, der Lord Edward Whitman und seine Sippschaft heimsuchen soll. Das Heulen eines Hundes vor dem Schloss des Lords ist die Ankündigung für den drohenden Tod, den sein Sohn Sean als erstes heimsucht. 

Als Antwort auf den Erfolg von DER HEXENJÄGER (1968) von Michael Reeves folgten einige ähnliche Kandidaten der kurzzeitigen Hexploitationfilme. DER TODESSCHREI DER HEXEN von Gordon Hessler ist einer dieser. Das Hauptmerkmal, was beide Filme gemein haben, ist ihr Hauptdarsteller: Vincent Price, und in beiden Filmen steht die Verfolgung von Hexen und Heiden auf seinem Plan. Die äußerst kalte und grausame Präsenz, die Price als Matthew Hopkins in DER HEXENJÄGER an den Tag legt, wird hier etwas überzeichnet. Als Lord Edward Whitman erinnert Price mehr an seine Rolle als Prinz Prospero in SATANAS – SCHLOSS DER BLUTIGEN BESTIE (1964). Gemein, sadistisch und voller Hass geprägt ist er in allen Fällen, und Price ist ein perfekter Darsteller für diese Rollen. Insgesamt hat man es mit soliden Darstellern zu tun, die fast alle dazu verdammt sind, negative Figuren zu verkörpern. Aber das bringt die Zeit mit, in der der Film spielt, in der man Gefahr lief, wegen dem pflücken gewisser Pflanzen auf dem Scheiterhaufen zu landen. 

Die eigentlichen Aspekte der Hexenverfolgung kommen hier kaum zur Geltung. Vielmehr ist DER TODESSCHREI DER HEXEN ein Hexenfluch-Film, was der Originaltitel, CRY OF THE BENSHEE, direkt zum Ausdruck bringt und eine Art keltische Todesfee ankündigt. Wer Schlechtes tut, muss sich nicht wundern, wenn er verflucht wird, wie hier Lord Edward Whitman und seine gesamte Sippschaft, die sich plötzlich von einem Höllenhund verfolgt fühlt, dessen Heulen den Tod ankündigt. Sehr schön ist die Titel-Sequenz, die einem gezeichnete Dämonenwesen präsentiert von denen man im Film freilich nichts zu sehen bekommt. Aber der Werwolf im letzten Drittel ist ja auch etwas.

Leider gelingt es Hessler insgesamt zu wenig Spannung aufzubauen und hält sich mit Schauwerten zurück, die mich hätten fesseln können. Stattdessen tritt die Inszenierung auf der Stelle und vertraut in erster Linie auf Vincent Price. Immerhin gelingt es Hessler und seinem Kameramann John Coquillon atmosphärische Bilder in schönen Farben festzuhalten, durch die DER TODESSCHREI DER HEXEN zumindest äußerlich attraktiv wird und gut zu Filmen wie IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS“ (1971) von Piers Haggard passt, der auch mehr im Folk-Horrorfilm angesiedelt ist.

Zu wenig Spannung, zu wenig Hexenverfolgung und zu wenig Horror bringen TODESSCHREI DER HEXEN trotz eines stets verlässlichen Vincent Price und einer ansehnlichen Bildgestaltung nicht aus dem Mittelfeld heraus.

(Bjoern Candidus)

←House on Haunted Hill, 1959 – ★★★½
Scream Bloody Murder, 1973 – ★★★½→

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