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Savage Three, 1975 – ★★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

DIE GRAUSAMEN DREI
(FANGO BOLLENTE, Italien, 1975, Regie: Vittorio Salerno)

Ovidio und seine beiden Arbeitskollegen sind gestresst und gelangweilt von ihrem Job in einer Computerfirma. Um etwas Abwechslung in ihr leben zu bringen, zetteln sie eine Schlägerei in einem Fußballstation an, klauen ein Auto und ein Motorrad. Als sie merken, dass sie damit ständig durchkommen, steigern sie ihr mieses Verhalten und schrecken nicht mal mehr vor Vergewaltigung und Mord zurück. 

Im Jahr 1975 durfte sich Joe Dallesandro gleich dreimal für die Italiener in ähnlichen Rollen präsentieren. Als Aldo in HARLEY RIDERS, als Piero in DIE WILDE MEUTE und hier als Ovidio in DIE GRAUSAMEN DREI. In allen drei Filmen ist er ein gemeines und brutales Arschloch, was mit seinen Kumpels Menschen überfällt, ausraubt, vergewaltigt und tötet. Auch wenn Dallesandro kein guter Schauspieler ist, bringt er immer genügend Ausstrahlung mit, was er hier unter der Regie von Vittorio Salerno erneut unter Beweis stellt. 

Vittorio Salerno hat hier ein sehr garstiges Gesellschafts-Drama abgeliefert, in dem er die Probleme durch Gewalt, insbesondere unter der jüngeren Bevölkerung, der 70er-Jahre in Italien aufgreift. Diesmal steht Turin im Zentrum des Verbrechens, und der wunderbare Enrico Maria Salerno darf erneut als Kommissar mit all seinem Charme auf Verbrecherjagd gehen, um auch noch einen Poliziottesco-Anteil in die Inszenierung zu bringen. Und Kommissar Santagà steht besonders unter Druck, denn DIE GRAUSAMEN DREI werden ihrem Namen gerecht. Salerno geht bei der Gewalt sehr roh und explizit vor; z.B. wird ein Mann mit einem Schraubenzieher abgestochen, ein anderer wird überfahren, während eine Frau von einem Gabelstapler aufgespießt wird. Die brutale Vorgehensweise lässt keine Sekunde eine Sympathie gegenüber den Figuren zu, die aus Langeweile und Freude töten, ausgenommen Beppe, der im Grunde nur zuguckt und schnell kalte Füße bekommt.    

Die Inszenierung ist hochwertig fotografiert, rasant Inszeniert, und Salerno baut immer wieder gesellschaftskritische Töne mit ein, die Erklärungsansätze für die Desillusionierung der Jugend bieten.
Etwas eintönig ist ein immer wiederkehrender Rock-Song, der den Film musikalisch antreibt. Der restliche Score stammt von Franco Campanino und ist weniger prägnant.  

FANGO BOLLENTE – DIE GRAUSAMEN DREI ist ein bitterböses Gesellschafts-Drama, was sehr realistisch daherkommt. 

(Bjoern Candidus)

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