Zum Inhalt springen
  • Episoden
  • Rezensionen
  • Über uns
  • Wo Ihr uns findet
  • Kontakt

Only God Forgives, 2013 – ★★★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

ONLY GOD FORGIVES
(Frankreich, Dänemark, 2013, Regie: Nicolas Winding Refn)

Der Amerikaner Julian besitzt in Bangkok einen Muay Thai – Boxclub, der auch als Ort für Drogenschmuggel dient. Als sein Bruder Billy eine minderjährige Prostituierte tötet, wird auch er getötet. Das ruft Crystal, die Mutter der beiden Brüder, auf den Plan, die von Julian erwartet, den Mörder von Billy zu töten. Doch bevor Julian den Befehl ausführen kann, tritt die Polizei unter der Leitung von Lt. Chang auf den Plan.

War DRIVE noch durchzogen vom Sonnenlicht Kaliforniens und den Lichtern von L.A., stößt einen Nicolas Winding Refn mit ONLY GOD FORGIVES in die Finsternis von Bangkok, die lediglich von spärlichem Licht in meist gelblichen oder rötlichen Tönen durchzogen wird. Von der ersten Sekunde an setzt eine Sogwirkung ein, der ich mich (auch bei der Zweitsichtung) nicht entziehen konnte. Erneut konnte Refn auf den schönen, aber stets wortkargen Ryan Gosling zurückgreifen, der hier als Julian unter der Herrschaft seiner enorm widerwärtigen Mutter lebt, die gerade ihren Lieblingssohn Billy verloren hat. Dass Gosling nicht viel tun muss, vor allem nicht sprechen, um den Raum mit Präsenz zu füllen, funktioniert auch hier wieder ausgezeichnet. Seine Blicke und sein Handeln reichen aus. 

Insgesamt ist ONLY GOD FORGIVES ein Film ohne große Worte, und wenn hier einer viel redet, dann ist es Julians Mutter Crystal, und man möchte ihr permanent das Maul stopfen. Crystal wird von Kristin Scott Thomas verkörpert, die als manipulative Mutter mit inzestuösen Tendenzen eine äußerst verstörende Performance abliefert. Unaufhaltsam und mit kompromissloser Brutalität ausgestattet ist Vithaya Pansringarm als Lt. Chang. Der spricht am wenigsten, aber dafür tötet er Menschen oder schlägt ihnen ihre Gliedmaßen ab. Wenn Chang auftaucht, darf man sich sicher sein, dass man gleich als Zuschauer mit leiden wird. In Sachen Gewalt wird hier einiges aufgefahren, aber das kennt man von NWR auch nicht anders.  

Die Figuren von ONLY GOD FORGIVES bewegen sich wie in einem düsteren Labyrinth, in dem sie sich immer wieder begegnen, bis sie ihren Konflikt austragen. Niemand in dem Rachekonstrukt schneidet gut ab, und ein alles beherrschender Hass füllt die Räume, die für sich genommen schon kleine Kunstwerke darstellen. Es ist fast egal, wo man sich hier aufhält, die Sets sind durchgestylt und lassen jeder Zeit die thailändische Kultur erkennen. Der bildgewaltige Trip wurde erneut von Cliff Martinez untermalt, der hervorragend in die Wunderwelt des Nicolas Winding Refn passt. 

ONLY GOD FORGIVES ist ein düsteres Rache-Drama, was sich in einer alptraumartigen Welt aus Hass, Gewalt und Hoffnungslosigkeit bewegt. 

(Bjoern Candidus)

←Reflection in a Dead Diamond, 2025 – ★★½
The Neon Demon, 2016 – ★★★★→

Kommentare

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Beiträge

  • River’s Edge, 1986 – ★★★★

    7. September 2026
  • White Star, 1983 – ★★★★½

    5. September 2026
  • Fortsetzungen

    3. September 2026
  • The Angry Red Planet, 1959 – ★★★

    3. September 2026

Impressum · Datenschutzerklärung · © 2026 Antenne Traumstadt