IT FOLLOWS
(USA, 2014, Regie: David Robert Mitchell)
Jay lernt Hugh kennen, mit dem sie ein Date hat. Am nächsten Tag treffen sie sich wieder. Sie haben Sex in seinem Auto. Plötzlich überwältig Hugh Jay und betäubt sie mit Chloroform. Als sie aufwacht, befindet sie sich an einem Stuhl gefesselt und muss sich von Hugh eine haarsträubende Geschichte anhören. Ein Fluch soll auf ihm lasten, den er nun an Jay weitergegeben hat.
Ein Fluch den man angehängt bekommt und der einen töten will, wenn man ihn nicht weitergibt, ist nichts Neues im Horrorgenre und führt einen zu Filmen wie RING (1998). In IT FOLLOWS sind die Spielregeln des Grauens allerdings etwas anders. Dass Sex und Drogenkonsum meist zur Auslöschung führt, gehört zu den Spielregeln des Slasher-Kinos, wozu man IT FOLLOWS sogar grob dazuzählen könnte. Hier führt Geschlechtsverkehr geradewegs dazu, den Fluch weiterzugeben, um ihn selbst loszuwerden. Der Fluch besteht aus einer nicht näher definierten Macht, die in die Körper von fremden oder bekannten Personen schlüpfen kann, um das Opfer aufzusuchen und es zu töten. Gelingt dies, lastet der Fluch wieder auf der vorherigen Person. Eine schöne Idee, die vor allem sehr spannend umgesetzt wurde und mit wenigen Mitteln großen Schrecken erzeugt.
Was David Robert Mitchell ebenfalls gelungen ist, sind ordentliche Figuren zu kreieren, mit denen man gerne mitfiebert. Keiner ist ätzend, niemand nervt. Auffällig ist vor allem das Fehlen jeglicher Elternteile; die Jugendlichen scheinen auf sich allein gestellt. Es ist ein gewisse Isolation, in der sich IT FOLLOWS bewegt. Straßenzüge voller verlassener und verrotteter Häuser bestimmen das Bild und bauen eine unheimliche, fast apokalyptische Atmosphäre auf, die vom carpenteresken Score von Disasterpeace meisterlich untermalt wird. Gänsehaut pur!
Obwohl immer wieder Filme wie HALLOWEEN (1978) und NIGHTMARE ON ELM STREET (1984) zu erkennen sind, ist IT FOLLOWS ein eigenständiger Horrorfilm mit einer packenden Story, guten Darstellern und einigen äußerst spannenden und unangenehmen Szenen, die auch nach mehrmaligem sichten sehr gut funktionieren. David Robert Mitchell hat mit seinem Kinofilm-Debüt alles richtig gemacht.
(Bjoern Candidus)
Schreibe einen Kommentar