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Angel of Death, 1985 – ★★½

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

COMMANDO MENGELE – GESUCHT: TOT ODER LEBENDIG
(COMMANDO MENGELE, Frankreich, 1987, Regie: Jess Franco, Andrea Bianchi)

Ein Trupp Nazi-Jäger glaubt den gesuchten KZ-Arzt Josef Mengele in Südamerika aufgespürt zu haben. Doch noch fehlt ihnen der Beweis, dass Karl Herrmann wirklich Josef Mengele ist. Eine Spezialeinheit soll die Beweise einholen. Währenddessen arbeitet Mengele an neuen Menschenexperimenten und plant nebenbei das Vierte Reich zu errichten. 

Was passiert, wenn Jess Franco einen Film über den KZ-Arzt Josef Mengele dreht, ihm das Geld ausgeht, bereits gedrehtes Material von der französischen Filmproduktionsklitsche Eurociné gekauft wird und man Andrea Bianchi beauftragt neues Material zu drehen? Es kommt etwas dabei herum, was auf den Titel COMMANDO MENGELE hört. 

Hatte Franco noch eine Art ernsthaftes Drama über den „Todesengel von Auschwitz“ im Sinne, wurde durch das neue Material von Regisseur Andrea Bianchi ein Actionfilm dümmlichster Art gebastelt. Der Drehort Spanien wird einem als Südamerika verkauft, was unschwer zu erkennen ist, aber auch nichts mehr schlimmer machen kann. Sieht man von Howard Vernon als Dr. Josef Mengele und Fernando Ray als Nazi-Jäger ab, wird es hier wirklich schwer, nicht in Gelächter auszubrechen, denn der Großteil der Darsteller ist befreit von jeglicher Kompetenz. Jack Taylor und Antonio Mayans ziehen hier mit einer Handvoll Trotteln in den Kampf gegen Mengeles Handlanger, was zu keiner Sekunde überzeugend inszeniert wurde. Besonders lustig wird es, wenn es so aussieht, als würde man Zeitlupe spielen. An anderen Stellen gibt es dann wirklich Zeitlupen, der besonders schlechten Art. Unter Mengeles Schergen ist auch Robert Mitchums Sohn Christopher Mitchum, der jede Szene erfolgreich vergeigt. 

Die hölzerne Action, die billigen Effekte, die dümmlichen Figuren und die haarsträubende Story machen COMMANDO MENGELE andererseits auch zu einem großen Spaß, was bei der unangenehmen Thematik um Mengeles Menschenexperimente schon fast eine Kunst für sich ist. Mengeles Verbrechen werden zwischendurch kurz als Dokumentation in Form von Fotos gezeigt, damit einem wenigstens kurz das Lachen vergehen kann. Das Lachen darf dann wieder einsetzen, wenn Mengele ein neues Menschenexperiment präsentiert: einen Schimpansenmenschen, dessen Mutter mit Schimpansensperma befruchtet wurde. Danke, Andrea, jetzt wissen wir, dass das doch funktioniert. Neben Hakenkreuzen, die in Mengeles Schloss auf Fahnen wehen, gibt es auch ein neues Symbol, was die Armbinde der Bediensteten ziert: eine 4 und ein R, was für das Vierte Reich steht, was Mengele zusammen mit allen südamerikanischen Staaten errichten will. Alles sieht nicht nur billig aus, sondern wird zusätzlich von einem unpassenden Synthesizer-Score von Norbert Verrone ummantelt, der in einem Porno besser aufgehoben wäre. 

Dumm, dümmer, COMMANDO MENGELE. Ich hatte meinen Spaß, wie immer bei Bianchi. 

(Bjoern Candidus)

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