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So Sweet, So Dead, 1972 – ★★★

Verfasst von

marco-fritz

in

Rezensionen

SCHÖN, NACKT UND LIEBESTOLL
(RIVELAZIONI DI UN MANIACO SUSSUALE AL CAPO DELLA SQUADRA MOBILE, Italien, 1972, Regie: Roberto Bianchi Montero)

In Rom kommt es zu einer Reihe von Frauenmorden, bei denen der Täter Fotos der Frauen hinterlässt, die sie beim fremdgehen zeigen. Inspektor Capuana wird auf den Fall angesetzt, doch der tappt lange Zeit im Dunkeln. Als es zu einem weiteren Mord kommt, meldet sich ein Mann, der vorgibt, der Mörder zu sein, doch der echte Täter ist weiter unterwegs, um Capuana auf Trab zu halten.

Nach seinem öden Gangsterfilm DAS AUGE DER SPINNE (1971) folgte Roberto Bianchi Montero mit SCHÖN, NACKT UND LIEBESTOLL der Giallo-Welle. Statt mit einer Privatperson, bekommt man es hier mit Farley Granger zu tun, der als Inspektor Capuana auf Tätersuche geht. Diese wurde leider nicht sonderlich spannend gestaltet, und Granger wirkt die ganze Zeit ziemlich verloren, was er durch immer den selben Gesichtsausdruck zeigt. Immer wieder bekommt man es mit möglichen Tätern zu tun, die schließlich verhört werden, aber durch Alibis wieder freikommen. Während Capuana weiter im Dunkeln tappt, wird man Zeuge von weiteren Morden an Frauen, die es mit der Treue nicht so ernst nehmen. Der geheimnisvolle Killer, der scheinbar eine moralische Agenda verfolgt, zeigt sich wie der typische Giallo-Killer mit schwarzem Regenmantel, einem Hut und einem verhüllten Gesicht. Als Tatwaffe benutzt er stets ein Messer, was er in den Hals der Frauen rammt, bevor es in ihrer Brust landet. In diesen Bereichen kann SCHÖN, NACKT UND LIEBESTOLL zwar mit Gewalt, Blut und Nacktheit dienen, aber leider nicht mit Spannung. Der ganzen Inszenierung mangelt es lange Zeit an Spannung, da die viel geredet wird. Immerhin bekommt Montero im letzten Drittel noch die Kurve und liefert ein richtig starkes Ende. 

Die Besetzung ist soweit okay, und neben Granger darf man sich auf Nieves Navarro, Chris Avram und Luciano Rossi als Leichenpräparator freuen. Auch die Kameraarbeit von Fausto Rossi kann sich sehen lassen und verträgt sich mit dem schönen Score von Giorgio Gaslini. 

SCHÖN, NACKT UND LIEBESTOLL ist ein leidlich spannender Giallo, der lange braucht, um in Fahrt zu kommen. Der Ausgleich kommt mit der soliden Besetzung und der ein oder anderen Garstigkeit. 

(Bjoern Candidus)

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