DIE INSEL DER UNGEHEUER
(THE FOOD OF THE GODS, USA, 1976, Regie: Bert I. Gordon)
Auf einer Insel, irgendwo im kanadischen Britisch Columbia, sprudelt plötzlich eine breiige Masse aus der Erde heraus. Nachdem Tiere den sonderbaren Brei fressen, wachsen diese um ein Vielfaches an und werden zur Gefahr für die Inselbewohner und für Morgan, der mit seinen Freunde zum jagen vor Ort ist.
Bert I. Gordon (DIE RACHE DER SCHWARZEN SPINNE, 1958) beruft sich hier lose auf H. G. Wells Roman „Die Riesen kommen!“ (1904) und hat gleichzeitig einen ordentlichen Beitrag zur damals angesagten Tierhorrorfilm-Welle geschaffen, der für AIP so erfolgreich war, dass sich Gordon bereits ein Jahr später mit IN DER GEWALT DER RIESENAMEISEN zurückgemeldet hat, der ebenfalls auf Wells basiert und zusammen mit DIE INSEL DES DOKTOR MOREAU (1977) von Don Taylor eine Art Wells-Trilogie von AIP bildet.
Neben einer düsteren Atmosphäre, die die verregnete, nebeldurchzogene Insel heraufbeschwört, überzeugen vor allem die Trickaufnahmen. Kleine Modelle von Häusern und Autos lassen die Ratten geschickt riesig wirken. Es kommt zu einem Angriff von einem Riesenhuhn, was ziemlich krude aussieht, und riesige Maden attackieren eine Frau, während ein Mann von Riesenwespen zerstochen wird. Auch die Attacken der Riesenratten sind größtenteils gut gemacht und wurden geschickt kombiniert mit echten Ratten. Manche Effekte, gerade wenn es um Bildcollagen geht, sind nicht immer gelungen, aber immer charmant genug, um sich zeigen zu können.
DIE INSEL DER UNGEHEUER nimmt sich kaum Zeit und konfrontiert den Zuschauer gleich mit der ersten Ladung Tierterror, der sich in gut dosierten Abständen wiederholt. Der Film ist größtenteils spannend inszeniert und wird umgarnt von einem passenden Score von Elliot Kaplan. Wenn die Inszenierung ein Problem hat, dann sind es die Darsteller. Vor allem Hauptdarsteller Marjoe Gortner als Morgan ist fürchterlich unpassend. Niemand lädt hier zum Mitfiebern ein.
Auch wenn DIE INSEL DER UNGEHEUER unter dem Strich nichts Neues bietet, hat Gordon einen soliden Tierhorrorfilm gezimmert, der keine Sekunde langweilig ist.
(Bjoern Candidus)
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