Autor: marco-fritz

  • Devils of Darkness, 1965 – ★★

    Devils of Darkness, 1965 – ★★

    DIE GRUFT DER TOTEN FRAUEN
    (DEVILS OF DARKNESS, GB, 1965, Regie: Lance Comford)

    Um sich vom Leben in der Stadt zu erholen, macht der Schriftsteller Paul Baxter mit seinen Geschwistern Keith und Anne Urlaub in einem kleinen Dorf in der Bretagne. Der hübsche Fleck Erde scheint von einem Vampir, Graf Sinistre, bewohnt zu werden, der mit seinem Clan die Lebenden tyrannisiert. Doch sie ignorieren die Warnungen, was Keith und wenig später Anne das Leben kostet. Die Polizei geht in beiden Fällen von einem Unfall aus, doch Paul will das nicht glauben. Gemeinsam mit einem Doktor versucht er das Geheimnis um Graf Sinistre zu lüften.

    Während sich 1965 die Hammer-Studios mit ihren Dracula, bzw. Vampirfilmen vor allem im viktorianischen England aufhielten, wagte Produzent Tom Blakeley mit Planet Films den Spring in die Moderne, wie es 1958 Paul Landres mit DRACULAS BLUTNACHT tat, wenn auch in einem völlig anderen Setting. 

    In DIE GRUFT DER TOTEN FRAUEN geht es in ein kleines Dorf in der Bretagne, was auch nicht gerade für die Moderne steht. Auch die Eröffnungsszene, in der man bereits den Vampir, Graf Sinistre, zu Gesicht bekommt, nachdem er sich aus der Gestalt einer einer Fledermaus zurückverwandelt hat, spricht eher für klassischen Grusel. Doch allzu viel klassischen Grusel tischt einem Regisseur Lance Comford hier nicht auf, ganz im Gegenteil. Wenn es nicht gerade in ein Höhlenversteck geht, wo man Zeuge okkulter Rituale wird und der Vampir-Horror geschickt mit dem Okkult-Kutten-Horror kombiniert wird, ist die Inszenierung ziemlich trocken und langweilig geraten. Alles ist viel zu hell und die Figuren (einschließlich Graf Sinistre) wirken fad und ausdruckslos. Sinistre wird von Hubert Noël dargestellt, der ein Hauch von Udo Kier hat, nur in völlig langweilig. Mehr Stimmung kommt auch nicht mit William Sylvester als Paul Baxter in die Inszenierung. Nicht, dass die Darsteller, von denen es hier reichlich gibt, schlecht wären, aber ihre Figuren konnten mich genauso wenig mitreißen wie die Story selbst. Der Versuch, die Horrorfilm-Handlung mit Krimi-Elementen zu kombinieren, ein bisschen Swinging Sixties-Atmosphäre mit vielen schönen Damen einzustreuen und eine Sekte um den Vampir herum aufzubauen, ist zwar löblich, hat aber für mich in der Umsetzung nicht funktioniert. Der fortschreitende Mangel an Spannung und Atmosphäre kann durch nichts aufgefangen werden. All das hatte man 1965 bereits in besser gesehen oder folgte noch in besser. 

    DIE GRUFT DER TOTEN FRAUEN eignet sich lediglich für Freunde britischer Horrorfilme, wenn sie ihre Erwartungshaltung im Vornherein herunterschrauben. 

    (Bjoern Candidus)

  • Babylon, 1991 – ★★★★

    Babylon, 1991 – ★★★★

    BABYLON – IM BETT MIT DEM TEUFEL
    (Deutschland, 1991, Regie: Ralf Huettner)

    Als die Krankenschwester Maria die Eltern über den Tod ihrer Tochter informieren will, trifft sie den Vertreter Lothar, der der Familie etwas an der Haustüre verkaufen will. Dabei eskaliert die Situation und der Vater, der Verstorbenen droht, die Krankenschwester und den Vertreter zu erschießen. Lothar überwältig den Mann, nimmt ihm die Pistole ab und flüchtet mit Maria. Lothar ist ein Macho, wie er im Buche steht und schafft es, Maria in ins Bett zu kriegen. Doch schnell wird Maria klar, dass Lothar ein Betrüger ist, der die Not von Menschen ausnutzt, um sich an ihnen zu bereichern. Sie setzt ihn vor die Tür. Doch Lothar hat etwas hinterlassen: seinen Samen in Maria, der sie schwanger macht. 

    Nach seinem durchaus gelungenen Horrorfilm DER FLUCH (1988), der leider kein Erfolg wurde, bekam Ralf Huettner dennoch eine weitere Gelegenheit, sich kreativ auszutoben und zu drehen, was er wollte. Er blieb dem Horror (im weitläufigen Sinne) treu, löste sich aber von gängigen Konventionen und schuf mit BABYLON – IM BETT MIT DEM TEUFEL einen äußerst bizarren Film. 

    Huettner konnte Dominic Raacke nach DER FLUCH erneut gewinnen, was ein richtiger Trumpf war. Raacke spielt das chauvinistischen Macho-Arschloch Lothar mit Brillanz. Er schießt einen miesen Spruch nach dem anderen ab und vögelt sich quer durch die Stadt. Dumm ist nur, dass ständig die Kondome reißen und Lothar etwas hinterlässt, was man anfänglich für ein normales Baby hält. Und hier nimmt Huettners Story dann sonderbare Züge an, die einen an David Cronenberg denken lassen, dessen rote Op-Kleidung aus DIE UNZERTRENNLICHEN (1988) hier wieder auftaucht. Die Kleidung der Krankenschwestern ist im übrigen rosa, was mir auch noch nicht begegnet ist. Was in den Frauen heranwächst, bleibt im Verborgenen, aber wie es herauskommt, lässt einen unweigerlich an ALIEN (1979) denken. Aber auch Filme wie POSSESSION (1981) und BABY BLOOD (1990) schimmern irgendwie durch. 

    Huettner versteht es blendend, dem Zuschauer immer wieder zu überraschen, ihm Blut und Gore, Erotik, bösen Humor oder dramatische Lebenssituationen im Wechsel zu präsentieren. Als Gegenpool zum dominanten Lothar gibt es ein Wiedersehen mit Nadja Brunkhorst (CHRISTIANE F, 1981) als Maria. Diese neigt hier zwar hin und wieder etwas zum Overacting, macht aber insgesamt eine gute Figur. Ziemlich schräg ist auch der kurze Auftritt von Vernonica Ferres als Apothekerin, die ebenfalls auf Lothars Masche hereinfällt. Die Besetzung macht bis hin zu den Nebenrollen großen Spaß. 

    Auch visuell kann sich BABYLON – IM BETT MIT DEM TEUFEL sehen lassen. Besonders das Krankenhaus, erweckt immer wieder Erinnerungen an die Farb- und Lichtgestaltung von Mario Bava und Dario Argento. Es lässt sich nur mutmaßen, ob die hier bewusst oder unbewusst zitiert werden. Egal, denn es sieht schön aus und verdichtet die Atmosphäre. Zudem wurde der Film ordentlich von Diethard Prengel fotografiert. Was mir sofort positiv aufgefallen ist, ist der Score von Joe Mubare und Uli Kümpfel. Blues und Jazz wird hier geboten, der die Inszenierung noch mysteriöser macht. 

    BABYLON – IM BETT MIT DEM TEUFEL ist ein surrealer Horror-Trip, der von Anfang bis Ende konsequent unberechenbar bleibt. Ein deutscher Ausnahmefilm. 

    (Bjoern Candidus)

  • Uncle Was a Vampire, 1959 – ★★

    Uncle Was a Vampire, 1959 – ★★

    SCHLECHTE ZEITEN FÜR VAMPIRE
    (TEMPI DURI PER I VAMPIRI, Frankreich, Italien, 1959, Regie: Stefano Vanzina)

    Baron Osvaldo Lambertenghi hat Schulden angehäuft und sieht sich gezwungen, sein Schloss zu verkaufen. Der Verkauf ist erfolgreich und aus dem Schloss wird ein Hotel, in dem Osvaldo einen Job als Kofferträger bekommt. Dann erhält er einen Brief von seinem Onkel, der ihn auf dem Schloss besuchen möchte. Gesagt, getan. Baron Roderigo da Frankurten reist an und mit ihm sein vampirisches Geheimnis, was sein Neffe lüftet. 

    Regisseur Stefano Vanzina, der besser bekannt ist als Steno, hat hier eine verschrobene Vampir-Komödie gezimmert, die mich an Serien wie EIN SCHLOSS AM WÖRTHERSEE oder deutsche Heimatfilme (hier in dem Fall ein italienischer Heimatfilm) erinnerte. Der Humor zündet nicht wirklich. Ich würde von charmanten Albernheiten sprechen und dabei nicht vergessen, dass man sich im Jahre 1959 befinden.  

    Renato Rascel, der hier Baron Osvaldo Lambertenghi spielt, ist eine krude Erscheinung, die gut zum Geschehen passt. Christopher Lee als Baron Roderigo da Frankurten gibt wie immer in der Rolle des Vampirs eine gute Figur ab. Es ist schon erstaunlich, dass man Lee bereits ein Jahr nach seinem großen Erfolg als Graf Dracula in DRACULA (1958) für eine italienische Vampir-Komödie gewinnen konnte, bevor er für die Hammer-Studios mit seiner Blutsauger-Rolle in Serie ging. Insgesamt geht die Mischung aus Komödie und softem Horrorfilm nicht auf, da kein Bereich wirklich ausgespielt wird. Der Film lebt eher von seinem tollen Setting. Das Schloss in Portofino an der Riviera versprüht eine schöne Sommerurlaub-Atmosphäre, die allerdings sehr weit von einem Vampirfilm entfernt ist. 

    SCHLECHTE ZEITEN FÜR VAMPIRE kann ich eigentlich nur Vampirfilm- und Lee-Allessehern empfehlen. Dass Regisseur Steno aber grundsätzlich kein schlechter Regisseur ist, zeigt er dann ja später mit seinen Bud Spencer-Plattfußfilmen. 

    (Bjoern Candidus)

  • The House of Lost Souls, 1989 – ★★★

    The House of Lost Souls, 1989 – ★★★

    GHOSTHOUSE 3*
    (LA CASA DELLE ANIME ERRANTI, Italien, 1989, Regie:,Umberto Lenzi) 

    Vogelspinnen, Skelette, Buhmänner und Buhfrauen, ein böser Wäschetrockner… wenn die Italo-Geisterbahn losfährt, ist Spaß gewiss, vorausgesetzt man mag diese Gruselkitsch-Ästhetik. Dass sich Umberto Lenzi in diesem Metier bestens auskennt, hat er ja schon mit GHOSTHOUSE (1988) bewiesen, zu dem es hier kaum nennenswerte Unterschiede gibt, vor allem nicht inhaltlich. 

    Lenzi tischt hier eine Handvoll naiver Tölpel (u.a. Joseph Allan Johnson, Stefania Orsola Garello, Laurentina Guidotti) auf, denen das Leben in einem alten Hotel von garstigen Geistern schwergemacht wird. Die kragen, staubigen Sets erzeugen eine gruselige Atmosphäre. In dem Punkt gelingt Lenzi hier sogar mehr Spannung zu erzeugen als bei seinem GHOSTHOUSE. Auch hier wird wieder die ein oder andere Gore-Szene serviert, die eine vertraute Handschrift offenbart. Obendrein gibt es noch einen guten Score von Claudio Simonetti.

    GHOSTHOUSE 3 hat seine Schwächen, er ist stellenweise etwas holprig inszeniert, glänzt nicht gerade mit guten Darstellern, aber bietet genug End-80er-Italo-Horror-Charme.

    (Bjoern Candidus)

    *Besprechung bei „Antenne Traumstadt“

  • Dracula and Son, 1976 – ★★★★

    Dracula and Son, 1976 – ★★★★

    DIE HERREN DRACULA
    (DRACULA PÈRE ET FILS, Frankreich, 1976, Regie: Édouard Molinaro)

    In Transsilvanien im Jahre 1784 kommt es zu der Entführung von Hermine Poitevin durch Vampire. Hermine wird dem vampirischen Baron vorgestellt, der ganz angetan von der Schönen ist. Er will ihr ein Kind machen und nach der Entbindung beißen, um sie in einen Vampir zu verwandeln. Soweit geht der Plan auf, doch ihr Sohn Ferdinand ist kein einfaches Kind. In den 200 Jahre, die vergehen, in denen auch Hermine Opfer des Sonnenlichts wird und zu Asche zerfällt, gelingt es dem Baron nicht, Ferdinand auf den rechten Weg des Vampirs zu bringen. Ferdinand ist gutmütig und alles andere als ein gieriger Vampir. Als die Kommunisten der sozialistischen Republik Rumänien dazu aufrufen, das Schloss des Barons zu erobern und ihn und seine Vampirsippe zu vernichten, kann der Schlossherr mit seinem Sohn gerade noch entkommen. Bei einer Schifffahrt werden sie schließlich entzweit, und so landet der Baron in London, während sein Sohn vor Paris strandet. Beide gehen sie erst mal völlig unterschiedliche Wege, bis sie sich schließlich wiedersehen und der Vater-Sohn-Konflikt auf ein Neues entfacht wird.

    Drei Jahre nachdem Christopher Lee in DRACULA BRAUCHT FRISCHES BLUT (1973) das letzte Mal für die Hammer-Studios in die Rolle von Graf Dracula schlüpfte, entstand diese französische Produktion, die auf dem Roman „Der Vampir von Paris“ von Patrick Cauvin (als Claude Klotz) basiert. Regie führte bei der Vampir-Komödie Édouard Molinaro (EIN KÄFIG VOLLER NARREN, 1978). Auch wenn es der Filmtitel suggeriert, ist im Film von Dracula nicht die Rede. Lee spielt hier zwar einen aristokratischen Vampiren aus Transsilvanien, doch nennt man ihn schlicht „Le Baron“. Den Namen Dracula lediglich im Filmtitel auftauchen zu lassen, war in Deutschland nicht unüblich, doch hier wurde der zugkräftige Name bereits im Originaltitel vom Studio selbst eingesetzt, um die Kinokassen klingeln zu lassen.

    Roman Polanski hat mit TANZ DER VAMPIRE (1967) für mich die bis heute beste Vampir-Komödie überhaupt gedreht, wovon ich mich letztes Jahr erneut überzeugen konnte. Aber auch DIE HERREN DRACULA funktioniert ganz hervorragend und setzt im Grunde da an, wo TANZ DER VAMPIRE aufhört. Natürlich nicht wirklich, aber Molinaro gelingt der Sprung in die Moderne, um das Vampir-Thema auf parodistische Art weiter auszubauen. Dabei greift er sogar schon Dinge auf, die erst viele Jahre später perfektioniert wurden. Zum Beispiel wird der Baron in London zu einem Horrorfilm-Star, natürlich durch die Rolle eines Vampirs. Dies könnte man als Vorahnung auf SHADOW OF THE VAMPIRE (2000) lesen. Der Humor, der hier aufgefahren wird, ist wirklich sehr angenehm und sympathisch. Nichts wirkt lächerlich, nichts wird zu Tode geritten. Momente, in denen der Vater dem Sohn einen Luxussarg bei einem Bestatter aussucht, sind einfach köstlich. Auch der Konflikt zwischen Vater und Sohn macht Spaß und bringt ungeahnte Ideen zum Vorschein. 

    Aber DIE HERREN DRACULA ist nicht nur ein humorvoller Film mit einem wunderbar aufgelegten Christopher Lee als Vampir-Baron und einem sonderbaren Bernhard Menez als Ferdinand, der einfach keine Lust auf das Leben als Vampir hat, sondern auch ein optisch sehr schöner Film. In den ersten 10 Minuten gelingt es Molinaro klassische Horror-Motive, wie eine Kutsche, die durch einen nebeldurchzogenen Wald fährt, aufzubauen und orientiert sich sichtlich an den Hammer-Produktionen. Aber auch wenn es in die Gegenwart geht, schmückt sich die Inszenierung eher mit erdigen Farben, statt einem die bunten Siebziger ins Gesicht zu schmettern. Zudem bekommt man viele unterschiedliche Schauplätze präsentiert, die den Film nie trist erscheinen lassen. Nicht ganz so überzeugend ist der Score von Vladimir Cosma, der oft unpassend wirkt und zu wenig Abwechslung bietet. 

    DIE HERREN DRACULA ist eine feine Vampirfilm-Parodie, die mit Witz, Charme und guten Schauspielern ganz weit oben in der Liste der Vampir-Komödien steht. 

    (Bjoern Candidus)

  • The Blood Spattered Bride, 1972 – ★★★★

    The Blood Spattered Bride, 1972 – ★★★★

    THE BLOOD SPATTERED BRIDE
    (LA NOVIA ENSANGRENTADA, Spanien, 1972, Regie: Vincente Aranda)

    Susana ist frisch verheiratet. Mit ihrem Ehemann geht es in die Flitterwochen auf den pompösen Sitz seiner Familie, auf dem nur noch die junge Carol mit ihren Eltern lebt. Schnell lernt Susana allerdings andere Seiten von ihrem Ehemann kennen, der einen sadistischen Hang an den Tag legt, wenn es um seine sexuellen Triebe geht. Aber das ist nicht das Einzige, was sie belastet, denn unheimliche Träume suchen sie heim, in der sie eine mysteriöse Frau aufsucht. Ihr Ehemann macht hingegen eine sonderbare Entdeckung am Strand. Dort stößt er auf eine Frau, die im Sand vergraben ist und durch einen Schnorchel Luft bekommt. Er nimmt die Frau mit nach Hause, die sich nur an ihren Vornamen erinnert: Carmilla. 

    Wie schon Roger Vadim mit UND VOR LUST ZU STERBEN (1960) und die Hammer-Studios mit ihrer Karstein-Trilogie, wandelt auch der Spanier Vincente Aranda auf den Spuren von Sheridan Le Fanus Vampire-Novelle „Carmilla“ (1872). Auch wenn Aranda einem eigenen Handlungsweg folgt und die Story, wie Vadim 1960, ins 20. Jahrhundert verlagert, greift er wichtige Elemente von Le Fanu auf oder variiert sie. Andere Dinge fallen hingegen komplett unter den Teppich, wie zum Beispiel die Verwandlung des Vampirs in ein katzenartiges Tier. 

    Schon zu Beginn wird klar, dass Aranda das Thema Sex und Erotik nicht scheut. Neben einer etwas verwirrenden Vergewaltigung am Anfang, die sich wenig später auflöst, werden auch die lesbischen Aspekte der Story aufgegriffen, die vor allem gegen Ende wunderbar zum Vorschein kommen. 

    Auf der einen Seite steht das sadistische Verhalten des Ehemannes, der keinen Namen bekommen hat, auf der anderen Carmilla (oder in ihrem Anagramm: Mircalla) mit ihrer unheimlichen Anziehungskraft, die sie auf ihn und Susana hat. Hier entsteht eine durchaus starke Dreiecksbeziehung, die es in der Vorlage nicht gibt. Aber Arandas Inszenierung ist nicht nur freizügig in Sachen nacktem Fleisch, sondern auch in Sachen Blut und Gewalt. THE BLOOD SPATTERED BRIDE bietet zwar insgesamt nicht viel grafische Gewalt, aber es gibt einen Mord mittels Dolch in eine Brust, der äußerst hart und vor allem blutig ist für 1972. Und im Finale, das sei verraten, läuft der Saft des Lebens gewaltig. Wenn Aranda hier zuschlägt, dann richtig. Sein Ideenreichtum (Wunderbar: die im Sand vergrabe Carmilla) zieht sich durch die gesamte Inszenierung, die immer hochwertig aussieht. Kameramann Fernando Arribas hat das weitläufige Familienanwesen innen wie außen zauberhaft eingefangen, aber auch die herbstliche Waldkulisse von Galicien (Spanien) drumherum. 

    Aber nicht nur die visuelle Kraft der Bilder und die packende Story machen THE BLOOD SPATTERED BRIDE zu einem starken Horrorfilm, sondern auch die Besetzung. Der Ehemann wird hervorragend von Simón Andreu verkörpert, dem immer etwas Negatives anhaftet. Susana wird von Maribel Martín dargestellt, Camilla von Alexandra Bastedo, die wirklich eine tolle Ausstrahlung besitzt. 

    THE BLOOD SPATTERED BRIDE ist eine kraftvolle Carmilla-Adaption, die einige Themen eröffnet, die für eine spanische Produktion Anfang der 1970er-Jahre unter einer Franco-Diktatur, wahrlich nicht selbstverständlich war.  

    (Bjoern Candidus)

  • Ghoulies III: Ghoulies Go to College, 1990 – ★½

    Ghoulies III: Ghoulies Go to College, 1990 – ★½

    GHOULIES III 
    (GHOULIES III: GHOULIES GO TO COLLEGE, USA, 1990, Regie: John Carl Buechler)

    Die Woche der Scherze ist in einem College angebrochen, und die Studenten nutzen diese Gelegenheit, um ihre Professoren zu ärgern. Besonders Professor Ragnar (Kevin McCarthy) steht im Mittelpunkt der scherzhaften Attacken. Als der einem Studenten ein Comicheft abnimmt, dreht Ragnar den Spieß um, denn das Heft birgt eine Formel, die die Ghoulies erneut aus ihrer Toilette in unsere Welt kriechen lässt. Redner beauftragt die Ghoulies, die Studenten fertig zu machen. 

    Nachdem Charles Bands Filmschmiede Empire genug vom den Ghoulies hatte, wurde das Franchise an Vestron, bzw. Lightning Pictures verkauft. John Carl Buechler blieb seinen Monstern allerdings treu und fungierte hier sogar als Regisseur. 

    Wer schon nicht viel mit den Vorgängern anzufangen wusste, der wird hier vermutlich nach wenigen Minuten abschalten. Zum ersten Mal sprechen die Ghoulies, von denen es diesmal drei gibt, die teilweise leicht verändert wurden. Hatten diese in den Vorgängerfilmen schon nur Unsinn im Kopf, drehen sie hier komplett frei, allerdings ohne jemanden zu töten. Auch wenn es einige schräge SFX gibt, bleibt der Film blutleer. Doch es sind nicht nur die Ghoulies, die mir den letzten Nerv geraubt haben, sondern in erster Linie die üblichen Dummkopf-Figuren, die das College-Thema natürlich mit sich bringen. Slapstick-Humor und saudumme Sprüche werden von öden Figuren stakkatoartig abgefeuert. 

    Immerhin ist der Film solide fotografiert und sieht ein ganzes Stück besser aus als sein Vorgänger, doch das rettet GHOULIES 3 auch nicht vor dem Ertrinken. 

    (Bjoern Candidus)

  • Ghoulies IV, 1994 – ★

    Ghoulies IV, 1994 – ★

    GHOULIES IV
    (GHOULIES IV, USA, 1994, Regie: Jim Wynorski)

    Und wieder kehren die Ghoulies zurück in unsere Welt. Diesmal gelang sie durch ein Zeittor nach Los Angeles, wo ihnen auch Alexandra folgt. Sie ist die Handlangerin von Faust, dem Fürsten der Finsternis. Dieser will an einen mächtigen Edelstein kommen, der Detektive Graves um den Hals hängen hat. Alexandra setzt alles dran, Faust seinen Wunsch zu erfüllen. Doch sie hat die Rechnung ohne die beiden Ghoulies gemacht, die Detektive Graves helfen. 

    Was Jim Wynorski hier sehr eindrücklich beweist: er kann noch tiefer fallen als John Carl Buechler mit GHOULIES III (1990). Buechler hatte hier erstmalig im Franchise nicht mehr die Hände im Spiel, und aus den zuletzt drei Ghoulies wurden zwei, die keine Ähnlichkeit mehr mit ihren Kollegen aus den Vorgängern haben. Die trollartigen Nervköpfe, die einem hier begegnen, könnten viel mehr der Welt von TROLL (1986) entsprungen sein, bei dem auch Buechler Regie führte. Wie dem auch sei, alles, was bei den Vorgängern nur mäßig bis schlecht funktioniert hat, wird hier direkt gegen die Wand gefahren. Kurz habe ich sogar den nervigen Blödelhumor aus GHOULIES III vermisst, der zumindest auf lebendigere Art die Spielzeit ausgefüllt hat. Bei GHOULIES IV macht nichts Spaß, es sieht nichts gut aus oder versprüht Charme. Die FX sind billig und sparsam eingesetzt, und Blut und Gewalt sollte man hier ohnehin nicht suchen. Interessant ist zumindest die Idee, die Story an den ersten Teil zubinden, um so den Kreis zu schließen. Das „gelingt“ durch ein paar Rückblick-Sequenzen aus GHOULIES (1984) und durch ein Wiedersehen mit Peter Liapis als Jonathan Grave, ändert aber an der Qualität des Films rein gar nichts. Weder er, noch irgendwer anderes im Cast konnte mich hier erreichen. 

    GHOULIES IV ist glücklicherweise der letzte Eintrag eines Franchise, mit dem ich nie warm werden konnte, obwohl ich ein Herz für kleine Monster habe. 

    (Bjoern Candidus)

  • Ghoulies, 1984 – ★★½

    Ghoulies, 1984 – ★★½

    GHOULIES
    (GHOULIES, USA, 1984, Regie: Luca Bercovici)

    Pünktlich zum 17. Geburtstag erbt Jonathan Grave den Landsitz seiner Familie. Dort stößt Grave auf die Spuren der Vergangenheit seines Vaters, der sich mit teuflischen Mächten eingelassen hat, die nun seinen Sohn in ihren Bann ziehen. Bei einem Beschwörungsritual gelangen die Ghoulies, kleine Monster, in unsere Welt, um Jonathan und seinen Freunden das Leben schwer zu machen.

    Der Erfolg von GREMLINS (1984) zog zahlreiche weitere Horrorfilme mit kleinen Monstern hinter sich her, wie auch GHOULIES aus Charles Bands damaliger Filmschmiede Empire. 

    Während die Herkunft der Gremlins im Verborgenen geblieben ist, entstammen die Monster, die hier auftauchen aus dem Dunstkreis der Hölle und haben bereits in der Pre-Titel-Sequenz während einer Schwarzen Messe einen Auftritt. Bei den Ghoulies, die von John Carl Buechler designt wurden, handelt es sich um unterschiedliche Wesen. Manche sehen wie dümmliche Kobolde aus, andere sind grün und haben grimmige Erbsenköpfe.
    Und dann gibt es natürlich noch den bösen Urheber der ganzen Angelegenheit: Michael Des Barres als Malcome Grave. In seine Fußstapfen tritt dann sein Film-Sohn Jonathan Grave, dargestellt von Peter Liapis. Besonders gefreut habe ich mich über Jack Nance (ERASERHEAD, 1977), der sich zwar mit Bart tarnt, aber an seinen Augen gut zu erkennen ist. Zumindest gleichen die drei Herren den nervigen Rest der Besetzung etwas aus. Das Hauptproblem von Luca Bercovicis Regiearbeit sind nämlich die Nebenfiguren, die mit ihrem dummen Verhalten die Inszenierung stören. Nicht, dass GHOULIES einen ernsten Ton beabsichtigen würde, aber manches ist zu viel. Zum Ausgleich gibt es ja die Monster, die wenigstens ein bisschen Charme mitbringen.

    Das Setting, eine heruntergekommene Villa und die Studiokulissen samt Ausstattung sorgen für eine schöne Gruselatmosphäre, die leider immer wieder vom nächsten Trottel gestört wird. Spannung sollte hier nicht erwartet werden, dafür gibt es ein paar krude Effekte. 

    Unter den vielen ähnlich gelagerten Filmen, die von den 80er- bis in die 90er-Jahre produziert wurden, erreicht GHOULIES gerade so das Mittelfeld. 

    (Bjoern Candidus)

  • Ghoulies II, 1987 – ★★

    Ghoulies II, 1987 – ★★

    GHOULIES II
    (GHOULIES II, USA, 1987, Regie: Albert Band)

    Die Ghoulies sind zurück und gelangen mittels Mitfahrgelegenheit in einem LKW auf einen Rummelplatz, wo sie sich in einem Geisterhaus einquartieren, um die 
    Betreiber und die Besucher zu terrorisieren. 

    Nach dem eher mittelprächtigen Auftakt mit GHOULIES (1984) geht es mit GHOULIES 2, der unter der Regie von Albert Band entstand, leider nicht aufwärts. Der Schauplatzwechsel ist zumindest löblich. Auch wenn ich privat Rummelplätze meide, sehe ich sie gerne in Filmen. Geisterbahnen sind natürlich sowieso super, wobei es hier ein Geisterhaus ist, durch das man laufen muss. Die vier GHOULIES sind zurück, um die sich erneut John Carl Buechler gekümmert hat. Leider sorgen die, wie bereits im Vorgänger, auch nicht für viel Unterhaltung. Sie treiben Schabernack, kotzen Menschen an oder töten sie. Auch dieser Teil bietet nicht viel in Sachen Blut und Gewalt. Die Besetzung ist hier leider noch schlimmer ausgefallen. Mit Phil Fondacaro (TROLL, 1986) und Royal Dano (HOUSE 2, 1987) sind zumindest zwei Bekannter an Bord, die hier aber auch nichts reißen und den tristen Rest der Besetzung nicht ausgleichen. Weder die Figuren noch die Story reißt mit, und von Spannung soll erst gar nicht die Rede sein. 

    GHOULIES 2 versucht sich als Horror-Komödie, die leider einfach nicht zünden will. Ein bisschen Atmosphäre und die Ghoulies selbst konnten mich ein Stück weit erreichen. 
     

    (Bjoern Candidus)