DER WERWOLF
(EL RETORNO DEL HOMBRE LOBO, Spanien, 1981, Regie: Paul Naschy)
Im Mittelalter wird die Hexe Elisabeth Báthory zusammen mit dem adeligen Waldemar Daninsky, der unter ihrem Bann steht, zum Tode verurteilt. Jahrhunderte vergehen nach ihrer Hinrichtung, und im 20. Jahrhundert öffnen Grabräuber das Grab von Waldemar und entfernen den Dolch aus seiner Brust, der ihn auf Ewigkeiten bannen sollte. Wenig später macht sich eine Gruppe von jungen Frauen auf die Suche nach dem Grab von Elisabeth Báthory, um sie wieder zu erwecken, da sie sich von ihr ewige Jugend erhoffen. Schließlich kommt es zum Konflikt zwischen den Sterblichen, Waldemar Daninsky, auf dem der Fluch des Werwolfs lastet und der Hexe Elisabeth Báthory.
Paul Naschy konnte sich nie von seiner Werwolf-Figur trennen und so blieb er dem Thema selbst über die 70er-Jahre hinweg treu. Obwohl in den 80er-Jahren produziert, atmet DER WERWOLF den Geist des spanischen Gothic-Horrorkinos der 70er-Jahre und passt sich damit nahtlos an die vorherigen Filme um den Werwolf Waldemar Daninsky an.
Naschy hat hier Drehbuch, Regie und Hauptrolle übernommen und vermischt den Mythos um Waldemar Daninsky mit der Legende um die „Blutgräfin“ Elisabeth Báthory. Das Ergebnis ist eine Mischung aus Werwolf- und Vampirfilm, der mit den üblichen Zutaten garniert wurde.
Besonders in den düsteren Ruinen und Grabkammern entfaltet der Film eine dichte Atmosphäre, die ihn von Anfang bis Ende trägt. Auch die Fotografie und die Ausleuchtung der Sets ist sehr gelungen. uWie im spanischen Horrorkino nicht unüblich ist die schauspielerische Leistung der Darsteller eher holprig. Naschy bildet da die Ausnahme, denn ihm nimmt man seine große Freude für das Schauspiel stets ab. Ebenso sollte man bei den Effekten keine Wunder erwarten. Die Masken und Effekte sind simpel gehalten.
Über allem thront der Charme eines
70er-Jahre-Horrorcomic, der von Paul Naschy liebevoll in bewegte Bilder gebracht wurde. Weniger passend ist die (vermutlich inoffizielle) Nutzung von Stelvio Ciprianis Score zu DER POLYP (1977), der den Film eröffnet und abschließt.
DER WERWOLF ist kein Meilenstein, aber ein atmosphärischer, altmodischer Euro-Gothic-Horrorfilm, in dem Paul Naschy seiner Welt konsequent treu bleibt.
(Bjoern Candidus)









