Autor: marco-fritz

  • American Ninja, 1985 – ★★★

    American Ninja, 1985 – ★★★

    AMERICAN FIGHTER
    (AMERICAN NINJA, USA, 1985, Regie: Sam Firstenberg)

    Der US-Soldat Joe Armstrong ist auf den Philippinen stationiert. Dort kommt es zu einem Angriff von einheimischen Rebellen, die einem geheimnisvollen Ninja folgen. Entgegen dem Befehl seines Vorgesetzten schreitet Joe in den Kampf ein und kann den Ninja mit seinen Männern in die Flucht schlagen, doch nicht ohne Verluste auf Seiten der Soldaten. Joes Ruf ist erst mal dahin, bis er eine Entdeckung macht, die ihn in einen gefährlichen Auftrag verstrickt. Die Zeit für den „American Ninja“ ist gekommen! 

    Obwohl ich in meiner Kindheit und Jugend kein großer Freund vom Actionkino war, gab es dennoch ein paar Ausnahmefilme, die ich immer wieder gerne gesehen habe. Dazu zählten auch die American-Ninja-Filme aus dem Hause Cannon Films. 
    AMERICAN FIGHTER und AMERICAN FIGHTER 2 – DER AUFTRAG (1987) landeten immer wieder im Videorekorder, und ich habe sogar Ninjas gemalt, so angetan war ich. Die Phase hielt allerdings nicht lange an, und schnell hab ich die Filme zu den Akten gelegt, was gar nicht so verwunderlich ist, denn AMERICAN FIGHTER ist wahrlich kein guter Film, aber ein ganz unterhaltsamer. 

    Regie führte hier Sam Firstenberg, der mit DIE RÜCKKEHR DER NINJA (1983) dem in den 80er-Jahren so beliebten Thema einen ordentlichen Beitrag spendiert hat. Da man einen Arnold Schwarzenegger oder Sylvester Stallone kaum in die Rolle eines Ninjas packen konnte und Chuck Norris abgelehnt hat, war es eine kluge Idee, den im Actionkino noch völlig unverbrauchten Michael Dudikoff zu casten, der darauf zu einem Star im B-Actionfilm wurde. Vom Typ her ist Dudikoff soweit in Ordnung. Er hat ein gewisses Charisma, was über das übliche tumbe hinausgeht, was einem bei vielen anderen Darstellern in diesem Kino begegnet. Zu einem guten Schauspieler macht ihn das nicht, aber er macht sich gut in der Rolle als Joe, der „American Ninja“. 

    Weniger gut ist die Story von AMERICAN FIGHTER, die ein Abziehbild nach dem anderen auffährt. Aber im Actionkino der 80er-Jahre braucht es schließlich keine guten Storys, um gut unterhalten zu werden. Es reichen zahlreiche Kampf-Szenen in Form von Martial Arts-Kämpfen, in denen Dudikoff zeigt, dass er sich bewegen kann, wenn eine Horde Ninjas auf ihn zuläuft. Eastern-Qualitäten werden hier jedoch nur selten geboten. Gestorben wird dann in erster Linie durch Klingen oder Schusswaffen. Wirklich explizit ist das Ganze jedoch nicht, dennoch ist der Body Count recht hoch, ebenso das Tempo, und das sorgt dafür, dass in AMERICAN FIGHTER keine Langeweile aufkommt. Begleitet wird das Geschehen von Michael Linn, der die passenden heroischen Klänge dazu steuert, die herrlich das Jahrzehnt verraten, wie eigentlich alles hier. 

    Gelungen ist auch das Setting. Gedreht wurde auf den Philippinen, die einem eine schöne Dschungelkulisse bieten, wo sich irgendwo die Villa samt Stützpunkt von Ortega befindet. Dort wird man Zeuge, wie zahlreichen, in unterschiedlichen Farben gekleidete Ninjas ihr Kampftraining absolvieren, bis sie von Ortega in den Kampf geschickt werden. 

    Neben Steve James als Joes Partner Jackson ist auch eine Frau am Start: Judie Aronson. Sie spielt das typische „Weibchen“, was meistens immer irgendwo im Testosteronkino der 80er-Jahre zu finden ist. Joes Lehrmeister Shinyuki wird von John Fujioka verkörpert, während die böse Seite von Don Stewart als Ortega und Tadashi Yamashita als Black-Star-Ninja vertreten wird. 

    AMERICAN FIGHTER ist ein dumpfer, dennoch unterhaltsamer Action-Spaß, nicht mehr, nicht weniger. 

    (Bjoern Candidus)

  • Cabin Fever: Patient Zero, 2014 – ★★

    Cabin Fever: Patient Zero, 2014 – ★★

    CABIN FEVER: PATIENT ZERO
    (USA, 2014, Regie: Kaare Andrews)

    Während ein Mann namens Porter, der gegen das fleischfressende Virus immun ist und in einer abgelegenen Forschungsstation auf einer Insel untersucht wird, machen ein paar junge Leute Halt auf jener, um einen Junggesellenabschied zu feiern. Doch was als unbeschwerter Trip beginnt, endet in einem Desaster. 

    Fünf Jahre nach CABIN FEVER 2: SPRING FEVER sollte man mit dem Prequel CABIN FEVER: PATIENT ZERO die Vorgeschichte über den fleischfressenden Virus erfahren. Diesmal hat Regisseur Kaare Andrews die Sache in die Hand genommen, durch die leider kein guter Film entstanden ist.

    Schnell fallen einem die sehr unsympathischen Figuren auf, die noch mal ätzender sind als im Originalfilm von 2002, und nichtmal Sean Astin bildet da eine Ausnahme. Anfänglich kann Andrews diesen Misstand noch durch das Insel-Setting ausgleichen, doch dann wurde ich zunehmend von der Wackelkamera genervt, die zusammen mit dem digitalen Look ein Bild des Grauens ergibt. Auch der Versuch, Spannung durch die Vorgeschichte zu erzeugen, nach der ich ohnehin nicht gefragt habe, misslingt vollends. Selbst die Gore-Effekte, die in beiden Vorgängerfilmen hervorragend funktioniert haben, gehen in CABIN FEVER: PATIENT ZERO weitesgehend unter. Alles wirkt öde und abgedroschen oder wird durch die nervenden und schlecht geschriebenen Figuren zum Fall gebracht. Das einzige Highlight ist ein Meeresgrund voller halbverwester Fischkadaver. 

    CABIN FEVER: PATIENT ZERO wirkt billig und völlig losgelöst von den beiden Vorgängern. Wer einen 08/15-Virus-Horrorfilm mit nettem Inselambiente sucht, kann hier gerade noch unterhalten werden.

    (Bjoern Candidus)

  • 117. Das Ding aus dem Sumpf (1982)

    117. Das Ding aus dem Sumpf (1982)

    DAS DING AUS DEM SUMPF (1982)

    OT: SWAMP THING

    USA, 1982

    Regie: Wes Craven

    Bjoern Candidus und Marco Fritz sprechen über Wes Cravens Comic-Adaption DAS DING AUS DEM SUMPF, in dem der Wissenschaftler Alec Holland (Ray Wise) zum Swamp Thing wird.

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    Musik: Carlos Ebelhaeuser (Musiker, Komponist / BLACKMAIL, THE DAMNED DON´T CRY)

    Link zum neuen Album von THE DAMNED DON´T CRY: https://open.spotify.com/album/3cAHZfiunmXQzsIUWuQ3cS?si=RWp72NHJRNuBtJYIIORfjQ&fbclid=IwAR1UbQ9FeQ1d9hIp-xF7zZhzafzng8lAhpeRyCADLQRXS0UPbYbxd32K7xk&nd=1

  • Cabin Fever 2: Spring Fever, 2009 – ★★★

    Cabin Fever 2: Spring Fever, 2009 – ★★★

    CABIN FEVER 2: SPRING FEVER 
    (USA, 2009, Regie: Ti West)

    Der fleischfressende Virus breitet sich weiter aus und erreicht eine High School, in der gerade die Vorbereitungen für den Abschlussball auf Hochtouren laufen. Auch hier findet der Virus seinen Weg über das Trinkwasser und sucht sich zahlreiche Opfer.

    CABIN FEVER 2: SPRING FEVER, der diesmal unter der Regie von Ti West (THE HOUSE OF THE DEVIL, 2009) entstanden ist, schließt praktisch nahtlos an seinen Vorgänger an, und auch Deputy Winston (Giuseppe Andrews) ist direkt zu Beginn wieder mit dabei, was der erste Pluspunkt ist. Nachdem der letzte Überlebende des ersten Films von einem Schulbus überfahren wird, verlagert sich die Handlung schließlich an eine Highschool.

    Die Figuren sind diesmal etwas sympathischer als noch im ersten Teil, gleichzeitig aber auch wesentlich stärker überzeichnet. Das gilt eigentlich für den gesamten Film. CABIN FEVER 2: SPRING FEVER versteht sich deutlich mehr als Horror-Komödie und ist teilweise ziemlich geschmacklos und ausgesprochen infantil. Auch wenn das Ergebnis nicht den ursprünglichen Vorstellungen von Ti West entsprach und einiges verändert wurde, bzw. Nachdrehs stattgefunden haben, zieht der fertige Film seine Richtung zumindest konsequent durch. CABIN FEVER 2: SPRING FEVER setzt auf derben Humor, Gewalt und vor allem Ekel. Sperma wird ausgespuckt, aus einem Penis wird Eiter gedrückt, es gibt eine Fehlgeburt in einem Pool, ein Kopf wird mit einem Feuerlöscher zermatscht und auch eine Kreissäge darf zum Einsatz kommen. CABIN FEVER 2: SPRING FEVER fährt in dieser Hinsicht wirklich einiges auf und scheint ständig nach einer neuen Möglichkeit zu suchen, dem Zuschauer den Magen umzudrehen. Bei mir hat es fast funktioniert, aber ich war auch gerade am essen.

    Allerdings ist das Ganze dermaßen übertrieben, dass man den Film ohnehin kaum ernst nehmen kann. Gerade dadurch funktioniert sein infantiler Humor aber erstaunlich gut. Langweilig wird es jedenfalls selten, denn der Film startet immer wieder durch und serviert die nächste Geschmacklosigkeit. Unangenehm ist das Ergebnis damit durchaus, allerdings auf eine völlig andere Art als bei CABIN FEVER (2002).

    Auch die Verweise auf andere Horrorfilme liegen wieder auf der Hand. Mit dem Highschool- und Abschlussball-Setting werden Erinnerungen an Filme wie CARRIE (1976) oder PROM NIGHT (1980) geweckt. Überhaupt erinnert das Szenario an Highschool-Horrorfilme, die gerade in den 1970- und 1980er-Jahren besonders beliebt waren und wohin Regisseur Ti West offensichtlich gerne hin zurückkehrt, schaut man auf seine Filmographie.

    Handwerklich kann sich CABIN FEVER 2: SPRING FEVER ebenfalls sehen lassen. Er ist gut fotografiert und teilweise sehr atmosphärisch ausgeleuchtet, erreicht allerdings nicht die intensive Wirkung des ersten Teils. Während CABIN FEVER trotz einiger skurriler Momente noch wesentlich stärker als ernsthafter Virus-Horrorfilm funktioniert, verhält sich die Fortsetzung von Anfang an wie eine überdrehte Splatter-Komödie.

    Sehr schön ist auch die Comicsequenz zu Beginn. Sie schlägt eine direkte Brücke zwischen beiden Filmen und zeigt auf humorvolle Weise, welchen Weg der Virus, beziehungsweise das verseuchte Wasser seit dem Ende des ersten Teils genommen hat. Stilistisch erinnert die Sequenz ein wenig an Serien wie DIE SIMPSONS oder SOUTH PARK und ist eine nette Idee, die beiden Filme miteinander zu verbinden.

    In CABIN FEVER 2: SPRING FEVER ist alles lauter, überzeichneter und vor allem ekelhafter. Wer mit derben Splatter-Komödien etwas anfangen kann, ist hier genau richtig.

    (Bjoern Candidus)

  • Cabin Fever, 2002 – ★★★★

    Cabin Fever, 2002 – ★★★★

    CABIN FEVER
    (USA, 2002, Regie: Eli Roth) 

    Eine Gruppe junger Leute will ihren Studienabschluss feiern und hat sich dafür über das Wochenende in einer abgelegenen Waldhütte einquartiert. Zunächst scheint alles nach Plan zu verlaufen, doch plötzlich taucht ein Mann auf, der offensichtlich von einer schweren Krankheit gezeichnet ist. Der Verdacht bestätigt sich schnell: Die Freunde bekommen es mit einem fleischfressenden Virus zu tun, das die Gruppe nach und nach dezimiert.

    Eli Roths Regiedebüt CABIN FEVER mag nicht die größte Innovation sein, und viele Versatzstücke dürften die meisten Horrorfans schnell zuordnen können, doch Anfang des 21. Jahrhunderts erschien das Horror-Genre etwas ausgelaugt und da kam dieser garstige Virus-Schocker gerade gelegen. 

    Eine Handvoll junger Leute, die das Wochenende in einer Waldhütte verbringen, Lagerfeuer, Herbststimmung und die Isolation des Waldes ist nichts, was wir nicht schon häufig im Genre gesehen hätten. Hinzu kommen ein kleiner Shop mit den obligatorischen Hinterwäldler-Redneck-Typen und deren sonderbarem Sohn, der gerne mal andere Leute anfällt und sie beißt. Anfangs wird das Ganze noch von einem ätzenden Humor begleitet, der im weiteren Verlauf glücklicherweise abgestellt wird.

    Auch die Jugendlichen selbst sind nicht unbedingt Sympathieträger. Das liegt allerdings weniger an den Darstellern, die ihre Sache soweit gut machen, sondern vielmehr an den Figuren selbst. Mehr Spaß bringt Deputy Winston (Giuseppe Andrews), der einiges an Charisma mitbringt. Er sieht zwar aus wie ein Deputy, verhält sich aber nicht unbedingt so, wie man es von einem Gesetzeshüter erwarten würde und gehört damit zu den skurrileren Figuren des Films.

    Schnell schlägt die Partystimmung um. Die Jugendlichen treffen auf einen offensichtlich schwer erkrankten Mann und müssen schließlich feststellen, dass nicht ein Mörder oder irgendein anderes Monster die eigentliche Bedrohung darstellt, sondern ein fleischfressender Virus. Und genau das macht CABIN FEVER interessant, denn der Virus verwandelt seine Opfer nicht in Zombies, rasende Bestien oder andere Kreaturen. Der Infizierte bleibt das Opfer und wird nicht plötzlich zum Täter. Eine Gefahr für die anderen stellt er lediglich durch die mögliche Ansteckung dar. Das ist gerade im Horrorkino eher ungewöhnlich. Wenn dort ein Virus oder eine Infektion auftaucht, wird der Erkrankte häufig selbst zur unmittelbaren Bedrohung. In CABIN FEVER ist dagegen tatsächlich die Krankheit das Monster, und das frisst seinen Wirt.

    Besonders gut funktioniert dabei das Setting. Der herbstliche Wald und die abgelegene Hütte sorgen für eine sehr stimmige Atmosphäre und verstärken das Gefühl der Isolation. Das Ganze ist zudem wirklich schön fotografiert. Gerade das Licht und die herbstlichen Bilder verleihen dem Film eine dichte Atmosphäre, die einen schönen Kontrast zu den zunehmend unangenehmen Ereignissen bildet.

    In Sachen Gore zeigt Eli Roth bereits in seinem Regiedebüt, in welche Richtung er tendiert. Die Auswirkungen des Virus werden teilweise ausgesprochen unangenehm präsentiert. Menschen werden vom Virus regelrecht aufgefressen, eine Frau wird von einem Hund zerfleischt, hinzu kommen eine verfaulte Wasserleiche und eine äußerst blutige Beinrasur. Damit war CABIN FEVER Anfang der 2000er-Jahre auch auf der Höhe seiner Zeit, bzw. nahm bereits einiges von dem vorweg, was das Horrorkino in den folgenden Jahren noch beschäftigen sollte. Mit Filmen wie SAW (2004) und Roths eigenem HOSTEL (2005) wurde es wenig später noch einmal deutlich härter.

    Eli Roth macht keinen Hehl daraus, welche Filme ihn geprägt haben. Die Einflüsse und Verweise liegen teilweise regelrecht auf der Hand. NIGHT OF THE LIVING DEAD (1968), CRAZIES (1973), TEXAS CHAINSAW MASSACRE (197), TANZ DER TEUFEL (1981) und VOR MORGENGRAUEN (1981) lassen sich wiedererkennen. 

    Auch musikalisch kann CABIN FEVER einiges bieten. Der eigentliche Score stammt von Nathan Barr und trägt viel zur spannenden und bedrohlichen Atmosphäre bei. Ergänzt wird die Musik durch Stücke von Angelo Badalamenti, die deutlich skurriler daherkommen und stellenweise sogar TWIN PEAKS-Vibes aufkommen lassen.

    CABIN FEVER ist ein ordentliches Horrorfilm-Debüt, was trotz zahlreicher Verweise und bekannter Zutaten noch immer angenehm frisch wirkt. 

    (Bjoern Candidus)

  • Dark Places, 1973 – ★★★★

    Dark Places, 1973 – ★★★★

    DAS GRAB DER LEBENDEN PUPPEN
    (DARK PLACES, GB, 1973, Regie: Don Sharp)

    Edward Foster erbt das Landhaus von Andrew Marr, den er in einer Anstalt als Patient kennengelernt hat. Als Foster das Haus aufsucht, wird er schnell mit dem Aberglauben der Nachbarschaft konfrontiert. Auf dem Anwesen sollen die spurlos verschwundenen Kinder von Andrew Marr ihr Unwesen treiben. Doch das Gerede hält ihn nicht davon ab, das Haus zu beziehen, schließlich sollen sich dort auch 210.00 Pfund hinter einer Wand befinden. Als Foster ein Gemälde entdeckt, was Andrew Marr zeigt, ist er erschreckt, weil er ihm verblüffend ähnlich sieht. Seine psychische Verfassung verschlechtert sich zusehends und das Haus nimmt immer mehr Einfluss auf Edward Foster. 

    Mit DAS GRAB DER LEBENDEN PUPPEN hat Regisseur Don Sharp den Psycho- mit dem Erbschafts-Thriller kombiniert und mit Horror-Elementen gewürzt, die die britische Herkunft jederzeit verraten. Aber auch die finsteren Fantasien eines Edgar Allan Poe sind hier durchaus zu entdecken. 

    Die Atmosphäre steht von Beginn an auf Grusel und wird von der Psychiatrie direkt auf das Anwesen von Andrew Marr übertragen, was Edward Foster geerbt hat und hinter dessen Wänden irgendwo 210.000 Pfund lagern sollen. Der Herbst liegt über den Bildern, und das alte, mittlerweile in Mitleidenschaft gezogene Landhaus der Marrs entfaltet, innen wie außen, eine unheimliche Atmosphäre. Hier spielt auch der Geisterfilm mit rein, wenn Foster vom Taxifahrer aufgeklärt wird, dass die Menschen in der Umgebung Angst vor dem Haus haben, da es in ihm angeblich spuken würde. Im Inneren hat man sich richtig Mühe gegeben, um das Haus zu verwahrlosen. Verwüstung, Staub und Spinnweben bestimmen das Bild. Dass es hier mitnichten übersinnlich zugeht, wird schnell klar, denn die Charaktere entblößen dem Zuschauer rasch ihre Abgründe. Edward bereut seine Faszination für das Haus relativ schnell, denn der dreht nach Einzug in das finstere Gemäuer alsbald durch, während die hinterhältigen Machenschaften von Dr. Ian Mandeville und seiner Frau Sarah schnell klar werden, als sie von dem versteckten Geld erfahren. Auch Marrs Anwalt Prescott weiß davon und möchte es in seinem Besitz wissen. 

    Die Stärke von DAS GRAB DER LEBENDEN PUPPEN liegt vor allem in der Erzählstruktur. Sharp springt immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her und lässt Robert Hardy in einer Doppelrolle auftauchen, in der er einmal den jüngeren Andrew Marr und einmal Edward Foster verkörpert. Auf diesem Weg erfährt Foster, was wirklich mit Andrew Marr, seiner Frau, seinen beiden Kindern und seiner Geliebten passiert ist. Hardy verkörpert beide Rollen sehr gut und seinen psychischen Verfall als Foster sieht man ihm glaubhaft an. Neben ihm ist Herbert Lom in der Rolle als Anwalt Prescott zu sehen, während Christopher Lee als Dr. Ian Mandeville ins Bild rückt. Und Jean Collins darf als Sarah Mandeville mal wieder ein Miststück spielen. 

    DAS GRAB DER LEBENDEN PUPPEN ist ein spannend inszenierter Psycho-Thriller, der sich bis zum gelungenen Finale auf den Beinen halten kann. Freunde des britischen Horrorkinos der 70er-Jahre dürften hier auf jeden Fall ihre Freude finden.  

    (Bjoern Candidus)

  • The Stendhal Syndrome, 1996 – ★★★★

    The Stendhal Syndrome, 1996 – ★★★★

    THE STENDHAL SYNDROME
    (LA SINDROME DI STENDHAL, Italien, 1996, Regie: Dario Argento)

    In Florenz treibt sich ein Serienmörder herum, der es auf Frauen abgesehen hat. Die Polizistin Anna Manni, die auf Sexualdelikte spezialisiert ist, kümmert sich um den Fall, obwohl sie psychisch angeschlagen ist. Dies nutzt der Killer aus, überfällt Anna in ihrer Wohnung und misshandelt sie. Bevor er flüchtet, macht er Anna klar, dass er wiederkommen wird. Während die Ermittlungen weiter auf Hochtouren laufen und Anna unter Polizeischutz steht, plant der Killer ihre Entführung.

    THE STENDHAL SYNDROME war damals mein dritter Film von Dario Argento, den ich in meiner Jugend zu Gesicht bekam. Das ist jetzt 30 Jahre her, und genauso alt ist dieser Film jetzt. Nachdem ich den Film einige Jahre nicht mehr gesehen habe, konnte ich mir dieser Tage ein neues Bild machen, was ich absolut nicht bereut habe. 

    Dass Argento ein großer Kunstfreund ist, sollte bekannt sein, und so liefert er bereits in der Titel-Sequenz eine ganze Wagenladung von berühmten Gemälden der Kunstgeschichte, die kurze Zeit später eine enorme Wirkung auf Asia Argento als Anna Manni haben werden. Die ist nämlich am Anfang in einem Museum unterwegs, in dem sie einen Anfall bekommt, da sie unter dem Stendhal-Syndrom leidet, wie ihr später ein Psychiater erklärt. 
    Hier zeichnet sich bereits die tolle Kameraarbeit von Giuseppe Rotunno ab, die THE STENDHAL SYNDROME auch im weiteren Verkauf veredelt. Anfänglich erinnert die Szene etwas an DRESSED TO KILL (1980), in der Angie Dickinson durch ein Kunstmuseum läuft, doch wenn Asia in Ohnmacht fällt und in einer Vision einen Fisch küsst, weiß man wieder, wo man ist: im Kino von Dario Argento.  

    Wo man hinguckt, ist Argento zu erkennen, aber es ist vor allem OPERA (1987), der immer wieder durchblickt. Klassische Giallo-Elemente sind ebenso zu auszumachen wie die in den 90er-Jahren sehr beliebte Serienmörder-Thematik. Wer hier der Frauenmörder ist, bleibt dem Zuschauer nicht lange im Verborgenen, und auch Anna Manni lernt ihn schnell kennen. Thomas Kretschmann verkörpert Alfredo Grossi, der Anna Manni vergewaltigt und verstümmelt. Hier liefert Argento die mitunter heftigsten Szenen seiner Karriere ab, die für einige Zuschauer durchaus schwer zu ertragen sein dürften. Ich hatte allerdings mehr ein Problem mit dem Overacting von Kretschmann, doch dem wird Einhalt geboten, da man ihn nicht besonders lange im Film sieht. Besser schneidet da Asia Argento ab, die fast die gesamte Spielzeit zu sehen ist. Ihr Schauspiel ist sicherlich nicht perfekt, aber es macht Spaß, ihr auf dieser finsteren Reise in ihre Psyche zu folgen. Papa Argento hat hier seiner Tochter aber nicht nur schreckliche, sondern auch surreale Szenen geschrieben, die THE STENDHAL SYNDROME sehr spannend machen. 

    Auch die Rückkehr von Ennio Morricone als Komponist ist wie Balsam für die Ohren. Der Maestro hat hier einen sehr hypnotischen Score geschaffen, der für mich zu seinen besten Arbeiten in den 90er-Jahren gehört. Wie eh und je bei Argento folgt die Musik den Bildern, um einen noch fester zu packen und mitzureißen. Leider wurde ich an ein paar Stellen regelrecht herausgerissen, da es sich Argento nicht nehmen lassen hat, CGI-Effekte einzubauen, die vor allem komplett unnötiger Natur sind absolut nicht zu dem Rest des Films passen. Die Wiedergutmachung kommt dann mit den überschaubaren Gore-Effekten. Viel unangenehmer sind aber die Selbstverletzungen von Anna Manni, unter denen vor allem ihre Finger leiden. THE STENDHAL SYNDROME konzentriert sich aber vielmehr auf mysteriöse Momente, die an vielen unterschiedlichen Schauplätzen stattfinden, die nicht selten wie ein Labyrinth anmuten. Die schmalen Gassen und verwinkelten Hinterhöfe von Rom und ein alter Bunker voller Graffitis unterstreichen die dichte Atmosphäre, in der sich der Film permanent bewegt. 

    THE STENDHAL SYNDROME ist ein spannender, visuell betörender Psycho-Giallo, in dem Argento ein letztes Mal all seine Stärken seines 70er- und 80er-Jahre-Œuvre heraufbeschwört und neu arrangiert. 

    (Bjoern Candidus)

  • Masters of the Universe, 2026 – ★★★★

    Masters of the Universe, 2026 – ★★★★

    MASTERS OF THE UNIVERSE
    (USA, Australien, Kanada, Island, 2026, Regie: Travis Knight)

    Fast vier Jahrzehnte hat es gedauert, bis die Masters of the Universe – Fans (ein paar wenige) ihre Helden erneut auf der großen Kinoleinwand sehen durften. Über die Jahrzehnte haben sich immer wieder Gerüchte über einen neuen Film aufgetan, aus denen am Ende nur verworfene Pläne wurden. Dabei war das MotU-Fandom nie am schlafen und hat sich stets über neue Figuren, Comics und Zeichentrickserien gefreut. Zwischen den dominanten Franchise-Giganten wie STAR WARS, HERR DER RINGE oder den zahlreichen Superhelden aus dem Hause Marvel und DC, schien kein Platz für die Abenteuer aus Eternia, die sich ab 1982 mit den ersten Actionfiguren in Millionen von Kinderzimmern zugetragen haben. Und während die Kinder der 80er-Jahre ihre Helden hochgehalten haben, schienen sie für ein neues Publikum nicht mehr zugänglich, was wohl mitunter am Fehlen einer Präsenz im Kino lag. 

    Dann ging es plötzlich ganz schnell, und 2025 wurde endlich ein neuer MotU-Kinofilm angekündigt. Das Fandom war im Aufwind. Eine der Hauptfragen über die Jahrzehnte war wohl die Frage, wer der neue He-Man, bzw. Prinz Adam werden würde. Einen besseren Darsteller als Dolph Lundgren (hier in einem Kurzauftritt zu sehen) zu finden, sollte doch kein Problem sein, doch mir persönlich ist nie einer eingefallen. Gosling hätte es mal machen können, wie ich finde. Am Ende wurde es Nicholas Galitzine, ein noch recht unbekanntes Gesicht. Nach den ersten Filmminuten hat sich meine Skepsis gegenüber Galitzine schlagartig gelegt, denn sein Schauspiel ist auf seine naive, tölpelhafte Art ganz zauberhaft. Auch Adams Verwandlung in He-Man ist sehr gelungen. Wer einen schwerbepackten Muskelklotz erwartet, muss seine Erwartungen etwas zurückschrauben, denn Galitzine ist auch nach der Verwandlung einfach nur sehr muskulös, aber eben kein undefinierter Berg. Doch He-Man ist natürlich nicht alles, und im MotU-Universum ist er wahrlich nicht meine Lieblingsfigur. Bei einem MotU-Film müssen ganz andere Dinge stimmen, was man mit MASTERS OF THE UNIVERSE 1987 offensichtlich nicht begriffen hat. Doch im 21. Jahrhundert steht es um die technischen Möglichkeiten in Sachen filmischer Darstellung besser, um ein Eternia zu zeichnen, was 1987 unserer Erde weichen musste. Jetzt, beinahe 40 Jahre später, bekommt man ein kunterbuntes Eternia geliefert, was komplett am Rechner entstanden ist. Sehr viel ist hier am Rechner entstanden, was bereits der Trailer verraten hat. Er hat auch verraten, dass das CGI nicht besonders gut aussieht. Und der größte Minuspunkt ist genau in diesen Bereichen zu finden. Besonders Cringer ist ganz übel animiert und hat mich an 2000er-Digital-Tier-Verbrechen erinnert, die ständig über die Leinwand flirrten. Auch der an sich schön designte Beastman ist von den Bewegungen eher rückständiger Natur. Wenig beeindrucken konnte mich auch Castle Grayskull, was immer im Hintergrund untergeht. Doch trotz dieser Schönheitsfehler hat mich das digitale Kostüm schnell nicht mehr gestört, denn in seiner Gesamtheit wirkt der Film wie aus einem Guss. Und ja, es gibt sogar richtige Studiobauten, was immer zu loben ist.

    MASTERS OF THE UNIVERSE liefert eine einfache Story, damit auch MotU-Unerfahrene einen schnellen und unkomplizierten Einstieg in das Universum erfahren können. Zwischen den Comics, den Serien und den Filmen hat es nie eine kohärente Ursprungsgeschichte gegeben, an die man sich hier hätte halten müssen. Innerhalb des Universums gibt es immer wieder Abweichungen und Alternativen über die Figuren und der Schauplätze. Für MASTERS OF THE UNIVERSE muss man nichts wissen, um sich hier zurechtzufinden. Für mich ist dieses Konzept vollends aufgegangen, auch wenn ich glaube, dass der Film kaum neue Fans finden wird und lediglich von den alten so verstanden wird, wie er zu verstehen sein sollte: als großer Fan-Service mit ganz viel Spaß. Natürlich kommt es auch hier zu Abweichungen, und vor allem die ewig Gestrigen, die sich über die Hautfarbe– oder Geschlechtsveränderungen der Figuren aufregen, bekommen Futter. Doch wer sich über einen dunkelhäutigen Man-At-Arms oder einen weiblichen Roboto aufregt, darf gerne im stillen Kämmerlein weinen und mit seinen Actionfiguren spielen. 

    Von den Guten geht es jetzt zu den Bösen, die mich aufgrund ihrer Designs natürlich immer mehr begeistern konnten, egal, aus welcher MotU-Toy-Line sie stammten. Ganz vorn stand für mich Skeletor, der vielleicht erste Totenschädel, der mich in meiner Kindheit fasziniert hat. Da ich kein großer Freund von Jared Leto bin, waren da kurz Befürchtungen, bis mir schnell klar wurde, dass man ihn im Grunde gar nicht sehen würde, denn sein Kopf ist ja ein Totenschädel. Andererseits hat man 1987 mit Frank Langellas Skeletor-Make-up auch bewiesen, dass es einen Mittelweg geben kann. Doch 2026 ist man konsequenter und liefert einen blanken Totenschädel, in dessen Augenhöhlen ein dämonisch rotes Funkeln zu finden ist, was durchaus für Mimik sorgt. Doch trotzdem ist es Leto, und der macht als Herrscher des Bösen, der natürlich völlig überzeichnet ist, großen Spaß. Und was 1987 Meg Foster fabelhaft konnte, kann Alison Brie auf ganz andere Art 2026: eine reizende Evil-Lyn verkörpern. Leider gehen Skeletors Handlanger etwas unter, obwohl sich die Auswahl mit Tri-Klops (kommt leider zu kurz), Spikor (sieht mega aus), Karg (was für eine Überraschung), Goat Man (grenzwertig), Pig Boy (irgendwie niedlich) und Trap-Jaw sehen lassen kann. Einzig Trap-Jaw bekommt zwei große Kämpfe spendiert, aber der sieht auch einfach super aus und entspricht der zu Fleisch gewordenen Version der Zeichentrickfigur. Neben den bereits erwähnten Helden, die auf der Seite von He-Man stehen, tauchen auch Ram Man, Moss Man, Mekaneck und Fisto auf, die sich optisch alle sehr dicht an ihren Actionfigur-Vorlagen halten. Besonders Fisto fand ich sehr gelungen, und noch mehr die beiden Fist-Witze, die für einen FSK ab 12-Film schon ungewöhnlich sind. Etwas fremd erscheint Teela. Sie sieht mehr nach einer Figur aus dem STAR WARS – Universum aus. Nichtsdestotrotz macht Camila Mendes in ihrer Rolle soweit alles richtig. Insgesamt passen die Darsteller hervorragend in ihre Rollen, in denen sie durchaus gute Dialoge zugeschrieben bekommen haben. Heroische und pathetische Sprüche sind durchaus zu finden, doch die werden meistens im Keim erstickt oder durch den nächsten Witz abgelöst, was das Geschehen immer locker hält und nie in eine unangenehme Richtung drängt. Hier ist nichts allzu ernst zu nehmen, ohne dass irgendwas lächerlich wirkt. Aber man ist ja auch in einer Fantasiewelt unterwegs, in der alles möglich ist. Und wenn man das nicht vergisst, dann wird man mit MASTERS OF THE UNIVERSE vielleicht warm und kann über zwei Stunden mächtig Spaß haben, und den hatte ich schon bei der musikalischen Eröffnung, die einen direkt in die 80er-Jahre reißt. Der Score von Daniel Pemberton und Brian May ist wirklich schön und wird immer wieder fein variiert, dazu gibt es den ein oder anderen Song, z.B. von Queen und The Cure.

    MASTERS OF THE UNIVERSE ist ein unerwartet schöner Film mit kleinen Mängeln, aber viel größeren Freuden. Ein richtiger Film für Fans. 

    (Bjoern Candidus)

  • Traumstadt Gazette Ausgabe 101

    Traumstadt Gazette Ausgabe 101

    Abenteuer auf Eternia, untote Aussichten aus naher Zukunft, Schattenseiten einer Erbschaft…

    Bjoern Candidus und Marco Fritz haben diesmal folgende Film im Gepäck:

    -LOVE INFERNO (1971)

    -DAS GRAB DER LEBENDEN PUPPEN (1973)

    -THE STENDHAL SYNDROME (1996)

    -PÁRVULOS – KINDER DER APOKALYPSE (2024)

    -THE SHROUDS (2024)

    -MASTERS OF THE UNIVERSE (2026)

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    Musik: Carlos Ebelhaeuser (Musiker, Komponist / BLACKMAIL, THE DAMNED DON´T CRY)

    Link zum neuen Album von THE DAMNED DON´T CRY: https://open.spotify.com/album/3cAHZfiunmXQzsIUWuQ3cS?si=RWp72NHJRNuBtJYIIORfjQ&fbclid=IwAR1UbQ9FeQ1d9hIp-xF7zZhzafzng8lAhpeRyCADLQRXS0UPbYbxd32K7xk&nd=1

  • Servants of Twilight, 1991 – ★★★

    Servants of Twilight, 1991 – ★★★

    TWILIGHT
    (THE SERVANTS OF TWILIGHT, USA, 1991, Regie: Jeffrey Obrow)

    Eine Sekte erkennt in dem kleinen Joey die Wiedergeburt des Bösen auf Erden. Joeys Mutter Christine bricht mit ihrem Sohn zur Flucht an. Hilfe bekommen sie dabei von dem Privatdetektive Charlie Harrison, der die Gefahr unterschätzt, denn die Sekte geht mit allen Mitteln vor, um das Kind zu töten.  

    Jeffrey Obrow, der mit ANTHONY (1987) einen netten Monster-Horrorfilm kredenzt hat, hat sich hier an der Verfilmung von Dean R. Koontz Roman „The Servants of Twilight“ (dt. Titel: „Todesdämmerung“) versucht. Wie adäquat die Verfilmung in Bezug auf die Vorlage ist, kann ich leider nicht sagen.

    Bei TWILIGHT handelt es sich um einen Sekten-Horror-Thriller, der ein wenig auf den Pfaden von DAS OMEN (1976) wandelt und auch ein bisschen an WARLOCK – SATANS SOHN (1989) erinnert. Auffällig ist die düstere Atmosphäre, die vor allem die erste Hälfte dominiert. Leider mangelt es hier an Schauwerten. Die die Inszenierung konzentriert sich stark auf die Story und die Figuren, woraus viele Gespräche hervorgehen, die mich irgendwann etwas gelangweilt haben. Wenn nicht geredet wird, sind Christine mit ihren Sohn Joey und ihrem Helfershelfer Charlie auf der Flucht vor der Sekte. Neben der Okkult-Thematik bekommt die Inszenierung so noch ein bisschen Roadmovie-Charakter, mit dem Regisseur Jeffrey Obrow allerdings nicht viel macht. Trotzdem ist Obrows Versuch, einen dichten Horror-Thriller zu inszenieren, stellenweise gelungen. Die zweite Hälfte ist dann auch etwas actionbetonter, wobei darunter auch etwas die Atmosphäre leidet. Auch die Besetzung ist durchaus solide. Belinda Bauer, Jerrett Lennon, Bruce Greenwood, Grace Zabriskie (darf mal wieder richtig fies sein) und Carel Struycken machen soweit einen guten Job.

    Auch wenn TWILIGHT keine Highlights bietet und mit Längen zu kämpfen hat, wirkt sich die düstere Atmosphäre und die durchaus ansprechende Story positiv auf den Gesamteindruck aus. 

    (Bjoern Candidus)