Autor: marco-fritz

  • Black Dragons, 1942 – ★★½

    Black Dragons, 1942 – ★★½

    BLACK DRAGONS
    (USA, 1942, Regie: William Nigh)

    William Nigh (THE APE, 1940) hat hier einen kruden Kriegs-Spionagekrimi mit Horror-Elementen gezimmert, der leider etwas sperrig daherkommt. Dabei ist die Story um Japaner und einen Nazi-Wissenschaftler, der Japaner chirurgisch so verändert, dass man sie als Doppelgänger von sechs US-Politikern einsetzt, gar nicht so schlecht, sogar irrwitzig gut. Nur ist die Umsetzung leider nicht immer gelungen. Bela Lugosi ist solide, während der Rest der Besetzung etwas blass bleibt. Spannung und unheimliche Atmosphäre taucht nur rudimentär auf, dafür wird man mit vielen Dialogen konfrontiert. 

    Nette Idee, langweilig umgesetzt. BLACK DRAGONS kann sich vor allem durch seinen Schwarzweiß-Charme und Bela Lugosi über Wasser halten. 

    (Bjoern Candidus)

  • The Boneyard, 1991 – ★★★½

    The Boneyard, 1991 – ★★★½

    THE BONEYARD
    (USA, 1991, Regie: James Cummins)

    Ein Detective geht einen unkonventionellen Weg, um einen Fall über drei Kinderleichen aufzuklären. Er bittet ein Medium um Hilfe, mit dem er bereits einen anderen Fall gelöst hat. Auch wenn die übersinnlich begabte Alley erst skeptisch ist, sagt sie zu und bekommt schon bald eine erste Vision. Gemeinsam begeben sie sich in das Leichenschauhaus, um die toten Kinder zu untersuchen, doch plötzlich bekommen sie die Auswirkungen eines Fluches zu spüren, der ihr Leben in Gefahr bringt. 

    Auch wenn James Cummins als Regisseur keine großen Spuren hinterlassen hat, hat er bei einigen bekannten Filmen, wie z.B. THE THING (1982), HOUSE (1985) oder ENEMY MINE (1985) im Bereich SFX und Make-up mitgewirkt. Dass der Mann sowohl Liebe als auch Können für das Horror-Genre auf Lager hat, beweist er mit seiner DTV-Produktion THE BONEYARD. Mit einem Budget von 950.000$ bekommt man einiges geboten, was vor allem das Monsterherz erfreuen dürfte. Zudem ist die Story, die Krimi und Dämonenfluch-Horrorfilm zusammenfügt erfrischend. Ziemlich ungewöhnlich ist die Besetzung mit der wenig bekannten Deborah Rose als depressive, nikotinsüchtige Hellseherin Alley Oates. Sie wirkt etwas wie Bibo, wenn sie durchs Bild stampft oder versucht zu spielen, als gäbe es kein Morgen mehr. Ich mag die Figur. Aber auch die anderen skurrilen Charaktere, die hier auftauchen, machen Spaß. Mit Phyllis Diller ist sogar ein bekannter Star an Bord. Den Part des Detectives übernimmt Ed Nelson, den man vor allem aus US-TV-Serien kennt. Dass es sich um eine kleine Produktion handelt, ist natürlich nicht zu übersehen, aber man erkennt klar, die geschickte Budget-Verteilung auf die Dinge, die Cummins wichtig waren zu, also nicht nur Horror- und Monster-Effekte, sondern auch Charaktere und eine Story. 

    Manches wirkt ein bisschen wie eine B-Version eines John Carpenter Films, dann ist NIGHTMARE ON ELM STREET (1984) zu erkennen, aber über allem thront der End-80er-Videotheken-Charme, der solchen Produktionen meistens anhaftet, auch wenn man hier schon in den 90er-Jahren ist. Doch egal, wie bekannt die Zutaten sind, hier werden sie besonders gut aufeinander abgestimmt. Auch das Tempo ist gelungen. Hält sich der Film schon in der ersten Hälfte kaum auf, tritt man in der zweiten fast permanent aufs Gaspedal. Aus einem Krimi wird schnell ein irrer Horrortrip mit angeranzten Dämonengestalten, die eine bizarre Performance abliefern, einigen blut-, und schleimgetränkten Momenten und einem riesigen Monsterpudel, der ein eigenes Franchise verdient hätte.  

    THE BONEYARD ist ein sehenswerter B-Horrorfilm aus seligen Videotheken-Zeiten. Nicht mehr, nicht weniger. 

    (Bjoern Candidus)

  • Masterblaster, 1987 – ★★

    Masterblaster, 1987 – ★★

    MASTER BLASTER
    (USA, 1987, Regie: Glenn R. Wilder)

    Ein Paintball-Wettbewerb wird für ein paar Kriegsspielbegeisterte zu einem tödlichen Trip, als ein Unbekannter mit echten Waffen eingreift. 

    Glenn R. Wilder, den man aus zahlreichen US-Serien kennt, kredenzt hier seine einzige Regie-Arbeit. Die Mischung aus Actionfilm, Backwood-/ Camp-Slasher ist alles andere als qualitativ umgesetzt und wartet auch nicht mit goldigen Darstellern auf. Jeff Moldovan, der Hauptdarsteller, ist wirklich niemand, den ich mir wünschen würde, und das trifft auch auf die anderen zu. Aber gerade hier liegt auch die Faszination von dem Film. Die Ansammlung von Idioten bringt viel Unterhaltung mit, und wenn man schon nicht mit Spannung aufwarten kann, legt man den Fokus halt auf andere Dinge. Immerhin versucht sich Wilder an Action und serviert auch die ein oder andere Gore-Szene. Alles nicht der Rede wert, denn den größten Spaß bringen die Frisuren, die Sprüche und der Soundtrack. 

    MASTER BLASTER repräsentiert die 80er-Jahre auf törichte, aber unterhaltsame und kurzweilige Art. Videothekengold aus der vorletzten Schublade.

    (Bjoern Candidus)

  • The Devil’s Possessed, 1974 – ★★★

    The Devil’s Possessed, 1974 – ★★★

    DER MARSHALL DES TEUFELS
    (EL MARISCAL DEL INFERNO, Argentinien, Spanien, 1974, Regie: León Klimovsky)

    Das spanische Traumduo León Klimovsky und Paul Naschy schicken den Zuschauer auf eine düstere Reise ins Mittelalter. Paul Naschy, der auch das Drehbuch schrieb, verkörpert hier den wahnsinnigen Baron Gilles de Lancre, den Naschy bewusst an Gilles de Rais angelehnt hat. 

    Baron Gilles de Lancre lässt fröhlich Menschen unterdrücken, foltern und töten. Er ist besessen von der Suche nach dem „Stein der Weisen“, der ihn unsterblich machen soll. Der Einfluss des Teufels hält ihn stets gefangen. Naschy macht dabei eine gute Figur und zeigt, dass er nicht nur Werwölfe verkörpern kann. Ein Jahr zuvor hatte er in BLUTMESSER FÜR DEN TEUFEL bereits eine ähnliche Figur verkörpert. Ansonsten haben wir hier noch Mariano Vidal Molina (DIE TODESKRALLE DES GRAUSAMEN WOLFES, 1973), Eduardo Calvo (TODESKREIS LIBELLE, 1975), Javier de Rivera (DER PHANTOM-KILLER SCHLÄGT ZU, 1969), Simón Arriaga (DIE NACHT DER REITENDEN LEICHEN, 1972) und Luis Induni, der in unzähligen Italowestern dabei war. 

    Insgesamt ist der Film recht ordentlich inszeniert. Die Kostüme sind schön, das mittelalterliche Burgen-Setting mit Thronsaal, Geheimgängen und Folterkeller weiß zu gefallen und wurde solide fotografiert. Es mangelt nicht an Atmosphäre. Etwas holprig wird es bei den Action-Szenen; hier zeigt sich leider kein großes Können. 

    Ritter, Folter, Wahnsinnige, Robin-Hood-artige, ein wenig Blut und ein passend besetzter Paul Naschy machen DER MARSHALL DES TEUFELS zu einem unterhaltsamen Mittelalter-Abenteuer mit Horroreinschlag. Ein schöner Film für Fans von Paul Naschy und dem spanische Genre-Kino der 70er-Jahre. 

    (Bjoern Candidus)

  • Future Force, 1989 – ★★

    Future Force, 1989 – ★★

    FUTURE FORCE
    (USA, 1989, Regie: David A. Prior)

    Im Jahre 1991 ist die Verbrechensbekämpfung außer Kontrolle geraten. Die Gewalt auf den Straßen nimmt immer mehr zu, die Gefängnisse sind überfüllt. Die Großstädte verwandeln sich in Schlachtfelder. Die Polizei wird der Sache nicht mehr Herr. Der Druck durch die terrorisierte Bevölkerung wächst, und so kommen sie zum Einsatz – die Herren vom Civilian Operated Police Systems, kurz: C.O.P.S., private Kopfgeldjäger.

    Regisseur David A. Prior (LOST PLATOON, 1991) hat hier einen Action-Scifi-Film geschaffen, der zumindest in einem Bereich Punkte sammeln kann: bei der Komik, bei der unfreiwilligen Komik. 

    David Carradine (hat hier auch mit produziert) spielt Tucker, den super Kopfgeldjäger mit dem Roboteransteckpowerarm. Carradine wirkt irgendwie weggetreten, bewegte sich schwerfällig und kann eigentlich durch nichts überzeugen. In KILL BILL VOL. 2, gut 15 Jahre später, machte er wieder eine deutlich bessere Figur. 

    Die Action-Szenen sind noch am überzeugendsten, aber selbst die sind größtenteils nur lauwarm. Dennoch versucht man zumindest in dem Bereich alles, um dem Zuschauer was zu bieten. Von den chaotischen Zuständen, von denen im Intro die Rede ist, bekommt man allerdings nicht viel mit, was wohl dem Budget geschuldet war.  

    Nett ist die Atmosphäre, da der Film fast nur bei Nacht spielt und zumindest mit ein paar ansehnlichen Fabrik- und Hinterhof-Sets aufwarten kann. 
    Ziemlich nervig sind hingegen die dämlichen Sprüche. Aber die Sprüche passen sich auch den hingerotzten Figuren wie Billy (D. C. Douglas), der Hacker-Buddy-Nerd von Tucker und das typischen Weibchen, Roxanne (Dawn Wildsmith) an. 

    FUTURE FORCE ist billiger Videothekenmief, der durch seine unfreiwillige Komik durchaus Spaß machen kann. 

    (Bjoern Candidus)

  • Future Zone, 1990 – ★★

    Future Zone, 1990 – ★★

    FUTURE FORCE 2
    (FUTURE ZONE, USA, 1990, Regie: David A. Prior)

    Regisseur David A. Prior ist zurück, und auch David Carradine bekleidet erneut den Part von Tucker, dem Kopfgeldjäger des C.O.P.S. Die Story ist im Grunde die gleiche wie im Vorgänger, wird aber durch das Auftreten von Ted Prior, dem Bruder vom Regisseur, ergänzt. Ted spielt Billy, den Sohn von Tucker. Der hält seinen Sohn aber für einen Fremden. Hier hatte ich erst gehofft, Billy wollte um seine Hand anhalten, aber eigentlich kommt er aus der Zukunft, um seinen Vater zu unterstützen. TERMINATOR (1984) lässt grüßen. 

    Der Film ist insgesamt sehr viel heller als sein Vorgänger, wirkt sogar teurer, im Gegensatz zu Carradines unvorteilhafter Frisur. Die Action-Szenen sind kein Deut besser oder schlechter, was auch für die Darsteller gilt. 

    FUTURE FORCE 2 sieht wertiger als sein Vorgänger aus, bleibt aber inhaltlich und inszenatorisch auf dem gleichen niedrigen Niveau. Nur als Partyfilm tauglich. 

    (Bjoern Candidus)

  • Killer Caliber .32, 1967 – ★★★

    Killer Caliber .32, 1967 – ★★★

    STIRB ODER TÖTE
    (KILLER CALIBRO 32, Italien, 1967, Regie: Alfonso Brescia)

    Eine Bande überfällt immer wieder Geldtransport-Kutschen, die zur Carson City Bank wollen. Beim letzten Transport wurden die Sicherheitsleute getötet, da einer der Bandenmitglieder erkannt wurde. Zeit, den Auftragskiller Silver auf den Plan zu rufen, der prompt um sein Leben fürchten muss. Erschwerend kommt hinzu, dass der Sheriff der Orts ebenfalls nicht viel für Silver übrig hat. 

    Einen Krimi im Gewand eines Italowesterns hat hier Regisseur
    Alfonso Brescia (DIE BESTIE AUS DEM WELTRAUM, 1980) gezimmert und hebt sich damit etwas von den typischen Themen des Genres ab. Brescia konnte also nicht nur Riesenpenisse inszenieren, sondern auch Cowboys. 

    In der Hauptrolle ist der ziemlich smarte Peter Lee Lawrence als Auftragskiller, den man aus dem wunderbaren LIEBE UND TOD IM GARTEN DER GÖTTER (1972) kennt. Dazu gesellen sich u.a. Nello Pazzafini und John Bartha. Nach einer schön gezeichneten Titelsequenz startet der Film recht schleppend, nimmt aber nach gut 30 Minuten an Fahrt auf. An Schlägereien, Schießereien und Galgenvögeln wird zwar auch gedacht, aber Action steht hier nicht im Vordergrund. Die Fotografie ist solide, der Score von Robby Poitevin passend, aber nicht markant genug, um hängen zu bleiben. 

    STIRB ODER TÖTE hat ein paar Schwachstellen, kann aber durch gute Darsteller und die Krimi-Handlung punkten. 

    (Bjoern Candidus)

  • Killer Adios, 1968 – ★★★★

    Killer Adios, 1968 – ★★★★

    KILLER, ADIOS
    (WINCHESTER, UNO ENTRE MIL, Italien, Spanien, 1968, Regie: Primo Zeglio)

    Nachdem Jess Bryan den Berüchtigten Banditen Gaspar erschossen hat, legt ihm Sheriff Simpson nahe, für eine Weile die Stadt zu verlassen, da er in Gefahr lebt. Er folgt dem Befehl und arbeitet für ein paar Jahre als Hilfssheriff. Dann kommt Jess Bryan zurück in seine Heimatstadt, wo es Sheriff Simpson mit einer Mordserie zu tun hat, deren Tatwaffe stets eine Winchester ist. Man ernennt Bryan zum Hilfssheriff. Das schmeckt dem Killer gar nicht und verübt promt eine Attentat auf Bryan, was der gewiefte Revolverheld natürlich überlebt. Zwei Tatverdächtige stehen zur Auswahl, doch es mangelt an Beweisen. Dann geschieht ein weiterer Mord. 

    Wie schon Alfonso Brescia Peter Lee Lawrence mit TÖTE ODER STIRB (1967) in einen Italowestern-Krimi geschickt hat, so folgt auch Primo Zeglio (PERRY RHODAN SOS AUS DEM WELTALL, 1967) dieser Genre-Kombination und schickt ebenfalls Lawrence ins Rennen. Und selbst Nello Pazzafini ist in beiden Filmen dabei und hat hier sogar eine größere Rolle als Jack Bradshaw, einem der Verdächtigen. Mit dem äußerst smarten Peter Lee Lawrence liegt auch Zeglio goldrichtig. Lawrence sieht gut aus (abgesehen vom Make-up), kleidet sich stilvoll und fungiert nicht nur als schneller Schütze, sondern auch als Profiler, wenn er den Tatvorgang und die Tatwaffe analysiert. Des weiteren sind noch zahlreiche gute Bekannte aus dem italienischen und spanischen Kino an Bord, wie Victor Israel, Rosalba Neri, Armando Calvo, Luis Induni, José Canalejas und Luis Barboo. 
    Die Besetzung stimmt also schon mal. Aber auch die Kulissen, die Ausstattung und Kostüme können überzeugen und ergeben einen durch und durch wertigen Film. Hinter der Kamera stand Julio Ortas, der ansprechende Bilder fotografiert hat. Besonders die Naturkulisse kann überzeugen und wechselt sich ab zwischen waldigen, staubigen und felsigen Abschnitten. Etwas unterdrückt scheint der Score von Claudio Tallino, der zwar qualitativ klingt, aber bei mir keine große Wirkung erzielen konnte. 

    Die Kombination aus Whodunit-Krimi und Western funktioniert bei KILLER, ADIOS sehr gut. Zeglio liefert fähige Darsteller in einer durchaus spannenden Geschichte, die mit einem tollen Finale gekrönt wird. 

    (Bjoern Candidus)

  • The Predator, 2018 – ★½

    The Predator, 2018 – ★½

    PREDATOR – UPGRADE
    (THE PREDATOR, Kanada, USA, 2018, Regie: Shane Black)

    In einer Militärbasis wird eine außerirdische Kreatur untersucht, die eine Gruppe von Soldaten im mexikanischen Dschungel gefangen nehmen konnte. Als man die fremdartige Technologie, die das Wesen mit sich führte, untersuchen will, kann es fliehen. 

    Shane Black (Regie, Drehbuch) und Fred Dekker (Drehbuch), die man mindestens durch MONSTER BUSTERS (1987) kennen könnte, haben hier einen sehr schlechten Teil des Franchise kredenzt. Die Produktions-Geschichte, die Nachdrehs und die Veränderungen, seien hier nicht berücksichtigt, ich bewerte das Endergebnis und das ist außerordentlich schlecht. Schon zu Beginn bekommt man hässliche CGI-Raumschiffe geboten, die mich eher an ein Computerspiel erinnerten als an einen modernen Spielfilm. Man hat es hervorragend verstanden, von Anfang an erst gar keine Spannung aufzubauen, stattdessen führt man einen Haufen dümmlicher Figuren ein (einschließlich Thomas Jane, den ich grundsätzlich nicht in Filmen leiden kann), die mich bis zum Ende genervt haben.

    Wenn es überhaupt etwas zu loben gibt, dann das Set-Design, die Predator-Kostüme (hier wurde wohl weitestgehend auf CGI verzichtet) und den Jungdarsteller Jacob Tremblay, der hier jedem Erwachsenen die Show stiehlt, was allerdings auch nicht viel heißen soll. Ansonsten schmückt sich der Film mit einer langweiligen Story, belangloser Action und dämlichen Sprüchen.  

    PREDATOR – UPGRADE hat mir so gar nicht geschmeckt. Egal. 

    (Bjoern Candidus)

  • The Mansion of Madness, 1973 – ★★★★½

    The Mansion of Madness, 1973 – ★★★★½

    DIE VILLA DES WAHNSINNS
    (LA MANSIÓN DE LA LOCURA, Mexiko, 1972, Regie: Juan López Moctezuma)

    Der Wahnsinn ist grenzenlos, und Regisseur Juan López Moctezuma
    (ALUCARDA, 1977) zeigt dies hier in unglaublich bizarren Bildern. Die Story, die frei auf Edgar Allan Poes Geschichte THE SYSTEM OF DOCTOR TARR AND PROFESSOR FETHER basiert, wurde in Bereiche getragen, die einen unweigerlich an Filme wie EL TOPO (1970), VIVA LA MUERTE (1971) oder THE HOLY MOUNTAIN (1973) erinnern. Kein Wunder, war doch Moctezuma ein Kollege von Alejandro Jodorowsky. Aber auch der italienische MONDO CANDIDO (1975) von Gualtiero Jacopetti und Franco Prosperi kam mir in den Sinn. Also alles Filme, die die Grenzen des Konventionellen einreißen. 

    Aber um was geht es eigentlich?
    Es geht um eine psychiatrische Anstalt, in dem Fall eine riesige Burg in einem Wald in Frankreich (gedreht wurde in Mexiko), in der ein gewisser Doktor Maillard (Claudio Brook) alles in der Hand zu haben scheint. Seine Methode: ermutige die Patienten, ihre Launen und Vorlieben zu erforschen. Dem Journalist Gaston LeBlanc (Arthur Hansel), der sich von Doktor Maillards Methoden überzeugen will, wird schnell klar, dass hier etwas nicht stimmt. 

    Die Details, die einem hier entgegen geschleudert werden, sind so vielseitig, dass sich einem der Film bei einer ersten Sichtung kaum ganz erschließen wird. Wo man hinguckt, darf das Herz für Absurditäten und bizarren Auswüchsen in der Brust tanzen. Das Tempo der Inszenierung ist rasant, die Fotografie großartig, die Ausstattung und Kostüme herausragend. Obwohl hier viele verstörende Momente auf das Auge warten, ist die Stimmung eher aufgelockert. Schwarzer Humor statt Schrecken, könnte man erstmal meinen, doch sicher sollte man sich hier nicht fühlen. 

    DIE VILLA DES WAHNSINNS ist kraftvoll in Inhalt, Form und Ausdruck. Ein zauberhafter, surrealer Trip. 
    Viva la Mexico!

    (Bjoern Candidus)