THE BONEYARD
(USA, 1991, Regie: James Cummins)
Ein Detective geht einen unkonventionellen Weg, um einen Fall über drei Kinderleichen aufzuklären. Er bittet ein Medium um Hilfe, mit dem er bereits einen anderen Fall gelöst hat. Auch wenn die übersinnlich begabte Alley erst skeptisch ist, sagt sie zu und bekommt schon bald eine erste Vision. Gemeinsam begeben sie sich in das Leichenschauhaus, um die toten Kinder zu untersuchen, doch plötzlich bekommen sie die Auswirkungen eines Fluches zu spüren, der ihr Leben in Gefahr bringt.
Auch wenn James Cummins als Regisseur keine großen Spuren hinterlassen hat, hat er bei einigen bekannten Filmen, wie z.B. THE THING (1982), HOUSE (1985) oder ENEMY MINE (1985) im Bereich SFX und Make-up mitgewirkt. Dass der Mann sowohl Liebe als auch Können für das Horror-Genre auf Lager hat, beweist er mit seiner DTV-Produktion THE BONEYARD. Mit einem Budget von 950.000$ bekommt man einiges geboten, was vor allem das Monsterherz erfreuen dürfte. Zudem ist die Story, die Krimi und Dämonenfluch-Horrorfilm zusammenfügt erfrischend. Ziemlich ungewöhnlich ist die Besetzung mit der wenig bekannten Deborah Rose als depressive, nikotinsüchtige Hellseherin Alley Oates. Sie wirkt etwas wie Bibo, wenn sie durchs Bild stampft oder versucht zu spielen, als gäbe es kein Morgen mehr. Ich mag die Figur. Aber auch die anderen skurrilen Charaktere, die hier auftauchen, machen Spaß. Mit Phyllis Diller ist sogar ein bekannter Star an Bord. Den Part des Detectives übernimmt Ed Nelson, den man vor allem aus US-TV-Serien kennt. Dass es sich um eine kleine Produktion handelt, ist natürlich nicht zu übersehen, aber man erkennt klar, die geschickte Budget-Verteilung auf die Dinge, die Cummins wichtig waren zu, also nicht nur Horror- und Monster-Effekte, sondern auch Charaktere und eine Story.
Manches wirkt ein bisschen wie eine B-Version eines John Carpenter Films, dann ist NIGHTMARE ON ELM STREET (1984) zu erkennen, aber über allem thront der End-80er-Videotheken-Charme, der solchen Produktionen meistens anhaftet, auch wenn man hier schon in den 90er-Jahren ist. Doch egal, wie bekannt die Zutaten sind, hier werden sie besonders gut aufeinander abgestimmt. Auch das Tempo ist gelungen. Hält sich der Film schon in der ersten Hälfte kaum auf, tritt man in der zweiten fast permanent aufs Gaspedal. Aus einem Krimi wird schnell ein irrer Horrortrip mit angeranzten Dämonengestalten, die eine bizarre Performance abliefern, einigen blut-, und schleimgetränkten Momenten und einem riesigen Monsterpudel, der ein eigenes Franchise verdient hätte.
THE BONEYARD ist ein sehenswerter B-Horrorfilm aus seligen Videotheken-Zeiten. Nicht mehr, nicht weniger.
(Bjoern Candidus)