Autor: marco-fritz

  • Double Target, 1987 – ★★½

    Double Target, 1987 – ★★½

    DER KAMPFGIGANT
    (DOUBLE TARGET, Italien, 1987, Regie: Bruno Mattei)

    Ein C-Rambo schießt sich durch den vietnamesischen Dschungel, um seinen Sohn zu finden und gleichzeitig ein paar Terroristen auszuschalten. Nicht nur vietnamesische Terrorgrinche, sondern auch russische Kommunisten-Finstermännchen wollen ihm ans Leder.  

    Hier haben wir es mit zuverlässiger Action-Pampe aus dem Hause Bruno Mattei zu tun, die so attraktiv ausschaut wie ein Lutscher, der in den Dreck gefallen ist. Miles O‘Keeffe als eine Art Rambo ist ebenso wenig überzeugend wie der gute alte Donald Pleasence, an dem hier deutlich der Zahn der Zeit genagt hat. Möglicherweise war er aber auch einfach nur besoffen. Ich wollte es kaum glauben, aber Bo Svenson als Russe hält sich noch am besten, was man von seinen kommunistischen Freunden nicht behaupten kann. Unfreiwillige Komik liegt hier stets in der Luft. Schnittdebakel, Anschlussfehler, neugierige Zuschauer am Set, die plötzlich irgendwo im Hintergrund auftauchen, sind wahre Highlights dieses Machwerks. Manche Action-Sequenzen sind sogar ganz solide inszeniert, was vielleicht dem Zufall geschuldet war. Was hier aber wirklich überzeugt: der Synthie-Score von Stefano Mainetti. 

    Hirn aus, DER KAMPFGIGANT an. 
    Mattei konnte es auch schlechter.

    (Bjoern Candidus)

  • Robowar, 1988 – ★★

    Robowar, 1988 – ★★

    ROBOMAN
    (ROBOWAR – ROBOT DA GUERRA, Italien, 1988, Regie: Bruno Mattei)

    Eine US-Spezialeinheit soll auf einer Pazifikinsel einen Kampfroboter der Army ausfindig machen, um ihn zurückzubringen. Doch die Bergung ist nicht so einfach, denn es kommt zu Angriffen von einer Guerilla-Truppe. Als sie schließlich auf den Kampfroboter stoßen, widersetzt er sich den Befehlen der Einheit. Es kommt zu einer erbitterten Schlacht im Dschungel. 

    Eigentlich heißt es ja, besser gut geklaut als schlecht selbst erfunden, hier heißt es, schlecht geklaut und nichts selbst erfunden. Aber wer einen Bruno Mattei Film gucken will, der weiß, was ihn erwartet, und das bekommt er hier auf jeden Fall geboten. 

    Bekloppte Figuren, die amüsant schlecht dargestellt werden und manchmal dem CSD näher sind als dem Krieg im Dschungel, beflügeln die Stimmung von Anfang an. Die Action-Choreografien sind zum schreien, der Schnitt fürn Arsch. Stehen unsere Army-Hirnis erst in Kampfmontur, wird schnell klar, dass wir es hier mit einem PREDATOR (1987) – Klon zu tun haben. Manche Szenen sind fast 1:1 kopiert, nur in schlecht. Wo es John McTiernan versteht seinen Figuren Leben einzuhauchen versagt Mattei und sein Darstellergruselkabinett komplett. Aber dafür bietet der Film ein schönes Dschungel-Ambiente, hat schöne, noch dampfende zerlaserte Leichen zu bieten und wartet mit einem coolen Synthie-Score von Al Festa auf. Der Predator hier ist kein reptilienartiger Jäger aus dem All, sondern mehr oder weniger ein Roboter, was der Titel ja bereits verrät. Warum also nicht auch noch ROBOCOP (ebenfalls von 1987) herein mixen? Immerhin ist der schwarze Anzug mit Helm recht schick, und Mattei spendiert sogar noch ein blondes Quoten-Weibchen.

    ROBOMAN ist ein schlechter Film, aber auch ein ehrlicher Film. Mattei mixt ganz dreist seine Vorbilder zusammen und serviert ein wässriges Süppchen bei dem man die geklauten Zutaten deutlich erkennt. Kein Film, den man alleine gucken sollte.

    (Bjoern Candidus)

  • Schizoid, 1980 – ★★★★

    Schizoid, 1980 – ★★★★

    SCHIZOID
    (USA, 1980, Regie: David Paulson)

    Ein Serienmörder hat es auf die Patientinnen einer Gruppentherapie abgesehen. Nach und nach fallen sie dem mysteriösen Killer zum Opfer. Steckt möglicherweise der Psychiater Dr. Fates hinter den Morden? Eine Journalistin will den Fall aufdecken, doch gerät dabei selbst ins Visier des Killers.  

    David Paulson hat hier für Cannon Films einen spannenden Whodunit-Thriller abgeliefert, dem mit Baujahr 1980 noch deutlich das 70er-Jahre-Kino anheftet. Der unbekannte Killer könnte mit seinem schwarzen Mantel mit Hut und Handschuhen direkt aus einem Giallo entsprungen sein, und das Mitwirken von Klaus Kinski erweckt zusätzlich das Gefühl von einer europäischen Produktion. Die Europa-Illusion zerbricht aber schnell, wenn man die breiten amerikanischen Autos auf nicht weniger breiten Straßen sieht. Aber auch Brian De Palmas Hitchcock-Giallo-Anleihen dürften eine Rolle gespielt haben, und mit dem Einsatz Craig Wesson greift man schon etwas vor. Vier Jahre später übernimmt Wesson in De Palmas Thriller BODY DOUBLE die Hauptrolle. Aber auch der Erfolg der Slasher-Welle, die durch HALLOWEEN (1978) einsetzte, ist zum Teil zu erkennen. In den Verfolgungs-, bzw. Tötungs-Szenen, die mit einem packenden Score von Craig Huxley (DER HORROR-ALLIGATOR, 1980) untermalt wurden, wird dies besonders ersichtlich. Aber nicht nur in diesen Momenten vermag es Paulson Spannung zu erzeugen, sondern auch im Rahmen der Figuren und ihren Konflikten. Auch da blitzt das Giallo-Kino wieder auf. 
    Und hier ist man mit Klaus Kinski als Psychiater bestens bedient. Ein recht entspannter Kinski ist anzutreffen, was die Angelegenheit zusätzlich erfrischt. Neben Donna Wilkes (DER WEISSE HAI 2, 1978) und Marianna Hill (DER PATE 2, 1974) und einem Haufen teils schrulliger Damen, finden wir noch Christopher Lloyd. Eine bunte Mischung. 

    Man darf David Paulson sicherlich die etwas langatmige Art der Inszenierung vorwerfen, aber mich hat das wenig gestört, zumal eine latente Beklemmung zu spüren ist, die nur selten ins Wanken gerät. Außerdem ist der Film ordentlich fotografiert und überzeugt durch das ein oder andere Set. 

    SCHIZOID ist weder ein überraschender noch innovativer Film, aber er funktioniert prima als das, was er ist: ein spannender Whodunit-Krimi-Slasher mit Giallo-Anleihen und einer sehr guten Besetzung.

    (Bjoern Candidus)

  • Fascination, 1979 – ★★★½

    Fascination, 1979 – ★★★½

    FASCINATION
    (FASCINATION, Frankreich, 1979, Regie: Jean Rollin)

    Der attraktive Ganove Marc sucht Zuflucht auf einem Wasserschloss. Die beiden reizenden Damen Eva und Elisabeth heißen ihn willkommen und verbringen einen prickelnden Tag miteinander. Für abends kündigt sich eine Gesellschaft von Damen an, die es kaum erwarten kann, Marcs Blut zu kosten. 

    Wieder einmal steht das Thema Elisabeth Báthory und Blut, was ewige Jugend bringt, im Raum. Der Film startet mit einer bizarren Szene in einem Schlachthaus, in dem ein Arzt zwei feinen Damen empfiehlt, Ochsenblut zu trinken, um ihre Blutarmut zu lindern. Doch irgendwann kommen die beiden Damen auf die Idee, menschliches Blut auszuprobieren, woraufhin sich eine Gesellschaft von Damen zusammenfindet, die gemeinsam ihren Blutritualen frönen. 

    Erneut hat es Jean Rollin verstanden, mich von der ersten Minuten an, in seine surreale, geisterhafte Welt zu saugen, die wie eine Parallelwelt neben unserer existiert. FASCINATION ist allerdings, im Gegensatz zu seinen Vorgängerfilmen, geradliniger und weniger verspielt. Hier verschwindet niemand in Standuhren, und es kommt auch niemand heraus, ebenso bleibt das Meer fern. Stattdessen bekommt man das schmucke Wasserschloss Château de la Motte, was schön fotografiert wurde. Die tolle Ausstattung im Inneren und die Kostüme der Darsteller sind weitere Hingucker. Hier sieht einfach alles schön aus, und der homoerotische Sex zwischen Franca Maï und Brigitte Lahaie ist sehr ästhetisch. Rollin liebte Frauen und wusste, sie zu inszenieren. Aber auch der Hahn im Korb macht seine Sache gut. Jean-Marie Lemaire als Marc, der ein bisschen wie Christian Borromeo (DER SCHLITZER, 1980) aussieht, ist eine attraktive Ergänzung zu den schönen Damen. Die Besetzung ist durchweg gelungen, wie fast immer im Kino von Rollin. 

    Rollin serviert hier erneut das, was er am besten kann: Bilder voller Gothicromantik, Mystik, ein paar Gewaltspitzen und Erotik mit schönen Menschen auf die Leinwand zu zaubern. Auch wenn das eigentliche Thema nicht neu und schon gar nicht originell ist, gleicht Rollin alles mit seiner Handschrift aus. Veredelt wird FASCINATION von einem geisterhaften bis melancholischen Score von Philippe D’Aram. 

    (Bjoern Candidus)

  • Requiem for a Vampire, 1972 – ★★★½

    Requiem for a Vampire, 1972 – ★★★½

    DIE FOLTERKAMMER DES VAMPIRS
    (REQUIEM POUR UN VAMPIRE, Frankreich, 1971, Regie: Jean Rollin)

    Nach einem Banküberfall flüchten Marie und Michelle aufs Land, um sich zu verstecken. Sie stoßen auf ein altes Kastell, was sie betreten. Doch das alte Gemäuer ist nicht unbewohnt. Ein Vampir lebt dort mit seiner Sippschaft, den der Besuch der beiden Damen gelegen kommt. 

    Mystisch, surreal, geisterhaft, erotisch aufgeladen und voller visueller Kraft zeigt sich DIE FOLTERKAMMER DES VAMPIRS. Jean Rollin legt hier einen Film vor, der eher einem Traum gleicht. Hier geht er sogar soweit, dass er fast völlig auf Dialoge verzichtet. Die Ohren werden fast ausschließlich von dem Soundtrack verwöhnt, was grundsätzlich nichts macht, da Rollin in erster Linie ein Meister der Bilder ist. Dennoch haben mich manche Stücke etwas genervt. Aber es kommt auch zu stillen Momenten ohne Musik, dafür mit spärlicheren Dialogen, die aus wenigen Sätzen bestehen, die sich über den Film verteilen. 

    Rollin versteht Künstlichkeit ebenso wie Natürlichkeit. Geisterhafte Sets in teils monochromen Farben, Landschaftsausnahmen von Feldern, Wiesen, Bäumen, einem Friedhof und einer Burgruine reihen sich ein und verleihen dem Film etwas märchenhaftes. Angereichert wird das ganze mit Soft-Sex-Szenen bis in den SM-Bereich. 

    Wie schon in einigen anderen Rollin-Filmen ist auch hier wieder die außergewöhnliche Marie-Pierre Castel am Start, die stets zauberhaft wirkt und immer auffällig gekleidet ist. An ihrer Seite ist Mireille Dargent, die im Werke Rollins ebenfalls keine Unbekannte ist. Insgesamt passen die Darsteller mal wieder ausgezeichnet, vor allem sind auch die Vampire glänzend gecastet. 

    DIE FOLTERKAMMER DES VAMPIRS mag durch seine Stille, dem fast permanenten Schweigen etwas langatmig erscheinen, und ein paar Szenen hätte sich Rollin wirklich schenken können, aber wenn man sich auf einen fantastischen Bildertrip einlassen möchte, wird man hier belohnt. Hier ist nichts von der Stange. 

    (Bjoern Candidus)

  • The Magic Sword, 1962 – ★★★★

    The Magic Sword, 1962 – ★★★★

    DAS ZAUBERSCHWERT
    (THE MAGIC SWORD, USA, 1962, Regie: Bert I. Gordon)

    Prinzessin Helene ist entführt worden. Der böse Zauberer Lodac hält sie in seiner Burg gefangen. Zeit für Sir George, die Holde zu befreien, für die er längst sein Herz entdeckt hat. Doch Lodac will ihn aufhalten und belädt den Weg zum Schloss mit sieben Flüchen. Sieben Flüche benötigen sieben Ritter. Kein Problem, und so zieht Sir George mit seinen Mannen los, um gegen Riesen, Kreaturen der Nacht und gegen einen Drachen zu kämpfen.  

    Bert I. Gordon, war nicht nur Regisseur, Autor und Produzent, sondern kümmerte sich auch teilweise selbst um die Spezial-Effekte seiner monsterlastigen Filmografie, wie z.B. bei DER KOLOSS (1957) oder bei DIE RACHE DER SCHWARZEN SPINNE (1958). Hier, bei DAS ZAUBERSCHWERT, zeichnet er sich als Regisseur, Autor der Story und Produzent verantwortlich und zimmerte ein phantasievolles Fantasy-Abenteuer zusammen, was ihm rundum gelungen ist.

    Die mittelalterliche Welt mit Burgen, Hexenkellern und verwunschenen Landschaften eingehüllt mit waberndem Nebel, wissen ebenso zu überzeugen wie die Kreaturen, die hier aufgefahren werden. Ob es der Riese ist, der eine starke Ähnlichkeit mit dem prähistorischen Monster aus Jack Arnolds Film DER SCHRECKEN SCHLEICHT DURCH DIE NACHT (1958) aufweist, oder der Drache am Ende, hier stimmt das Monster-Design, auch wenn nicht immer alles perfekt aussieht. Aber nicht nur die Kreaturen machen Spaß, sondern auch die Besetzung. Sherlock Holmes – Legende Basil Rathbone als Lodac sei hier besonders erwähnt, denn der scheint förmlich in die Rolle hereingeboren zu sein. Sehr amüsiert hat mich auch Estell Winwood (DAS KABINETT DES DR. CALIGARI, 1964) als gute Hexe und Pflegemutter von Sir George, der wiederum von Gary Lockwood (2001 – ODYSSEE IM WELTRAUM, 1968) dargestellt wird. 

    DAS ZAUBERSCHWERT ist ein unbeschwertes Abenteuer mit einer liebevollen Ausstattung, phantasievollen Figuren und einer märchenhaften Atmosphäre, die fast zu europäisch ist für eine US-Produktion. Schön. 

    (Bjoern Candidus)

  • Survive!, 1976 – ★★★½

    Survive!, 1976 – ★★★½

    ÜBERLEBEN!
    (SUPERVIVIENTES DE LOS ANDES, Mexiko, 1976, Regie: René Cardona Jr.)

    Im Jahre 1972 stürzt ein Flugzeug mit einer Rugby-Mannschaft über den Anden ab. Die Piloten und einige der Passagiere sterben bereits beim Absturz. Eine Angelegte. Suchaktion findet statt, doch die Absturzstelle wird nicht gefunden. Die Situation der Überlebenden verschlechtert sich zusehends. Als die Nahrung knapp wird, beschließen sie, das Fleisch ihrer toten Kollegen zu essen. 

    Die mexikanische Produktion, die unter der Regie von René Cardona entstanden ist, basiert auf dem Flugzeugabsturz in den Anden im Jahre 1972, der die Überlebenden zum Kannibalismus zwang. Dass es sich hier nicht um eine sehr hoch budgetierte Produktion handelt, wird schnell ersichtlich. Die Flugzeugabsturz-Szenen sind nicht auf höchstem Niveau, gehen aber klar, bedenkt man die Zeit und das Produktionsland. Ebenso ersichtlich ist auch der viele Kunstschnee und die Studiokulisse, aber mich hat das nicht gestört, denn insgesamt wurde hier sehr dicht und bedrückend inszeniert. Die hoffnungslose Situation verfehlt selten ihre Wirkung. Die Kannibalismus-Szenen und das Aufschneiden von Eiterbeulen regte nicht gerade die Lust zum Essen an. In dem Punkt macht der Film wirklich keine Gefangenen. Außerdem stellt man sich als Zuschauer wohl automatisch die Frage, ob man Menschenfleisch zum Überleben es essen würde. Und ja, ich glaube, die meisten Menschen würden.  

    Bis auf Hugo Stiglitz, den man z.B. aus Umberto Lenzis wunderbaren Virenschleuder GROSSANGRIFF DER ZOMBIES (1980) kennt, waren mir die Darsteller unbekannt. Hier kann man durchweg von soliden Darstellern sprechen, die gut zu der ausweglosen Situation passen. Begleitet wird der Film von einem Off-Kommentar, der das Drama zusammenfasst. 

    ÜBERLEBEN! ist ein ordentliches Katastrophen-Drama, was den Fokus stets auf die prekäre Situation legt und sich durchweg unangenehm anfühlt. Mission geglückt. 

    (Bjoern Candidus)

  • Free Hand for a Tough Cop, 1976 – ★★★★

    Free Hand for a Tough Cop, 1976 – ★★★★

    DAS SCHLITZOHR UND DER BULLE
    (IL TRUCIDO E LO SBIRRO, Italien, 1976, Regie: Umberto Lenzi)

    Erneut lässt Umberto Lenzi den Boden beben und schickt Tomás Milián und Claudio Cassinelli ins Rennen. Das Drehbuch stammt von Dardano Sacchetti, der vor allem durch Drehbücher für Lucio Fulci bekannt ist. 

    Cassinelli ist hier ein Kommissar, der mit Hilfe eines Häftlings (Milián) und seiner Bande ein kleines Mädchen aus der Gewalt von Erpressern befreien will. 
    Neben diesen Italo-Legenden versammeln sich einige weitere bekannte und geliebte Gesichter vor der Kamera. Mit von der Partie sind Luciano Rossi, Umberto Raho, Ernesto Colli, Robert Hundar und der einzigartige, schier unsterbliche Henry Silva. 
     
    Wie so oft gönnt Lenzi dem Zuschauer kaum eine Atempause und serviert brutale und vor allem blutige Schießereien, action- und temporeiche Momente, die, wie meistens bei Lenzi, versiert inszeniert wurden. Die Sets (gedreht wurde in Rom) sind abwechslungsreich, bieten sowohl viele Stadt-Impressionen als auch ländliche Abschnitte. Ein Hauch von Dreck hängt in diesen Filmen stets in der Luft, und so soll es sein. Veredelt wird das Ganze mit einem antreibenden Score von Bruno Canfora.  
     
    Schießwütige Figuren, qualmende Autoreifen auf den Straßen Roms und zahlreiche Bleigewitter machen DAS SCHLITZOHR UND DER BULLE zu einem rasanten Polizei-Action-Trip. 

    (Bjoern Candidus)

  • Demented, 1980 – ★★

    Demented, 1980 – ★★

    RACHE UM JEDEN PREIS
    (DEMENTED, USA, 1980, Regie: Arthur Jeffreys)

    Nach einer Gruppenvergewaltigung leidet Linda unter Angstzuständen, Panikattacken und Halluzinationen. Ihr Mann Matt , ein Arzt, betrügt sie zusätzlich. Als dieser mal wieder fremdgeht, wird Linda von ein paar Jugendlichen aus ihrer Nachbarschaft tyrannisiert, aber diesmal kann sie zurückschlagen. 

    Arthur Jeffreys und Alex „The Incredible Melting Man“ Rebar haben hier einen sehr langatmigen, wenn auch nicht grundsätzlich uninteressanten Beitrag zum Rape-and-Revenge-Kino abgeliefert. Da man sich nicht groß außerhalb eines Hauses wegbewegt, ist der Spielraum zwar begrenzt, aber das Innere des Haus ist gut eingefangen, was eigentlich auf alles zutrifft. Zumindest kann sich der Film visuell zeigen. Nach der Vergewaltigung in der Pretitel-Sequenz dauert es allerdings sehr lange, bis die Inszenierung in Fahrt kommt. Sehr viel Gerede beherrscht das Geschehen, in dem man Linda, ihren Ehemann Matt und ihre Probleme kennenlernt. 

    Neben Harry Reems (DEEP THROAT, 1972) als fremdgehender Ehemann Matt ist Sallee Young (BLOODPARTY, 1981) als Linda dabei, die im letzten Drittel versucht hochzufahren. Sie schaltet in den Rape-and-Revenge-Modus, was ihr nicht richtig gelingt, denn ab dem Punkt wirkt der Film fast wie eine Parodie.
    Dann gönnt Jeffreys dem Zuschauer aber immerhin ein paar harte Momente, in denen auch der Lebenssaft fließt und man sich an Filme wie THE LAST HOUSE ON THE LEFT (1972) erinnert fühlt. 

    RACHE UM JEDEN PREIS versucht sich lange Zeit als Drama um eine Frau mit einem Vergewaltigungstrauma und einem Ehemann, der sie betrügt. Hier scheitert Jeffreys Inszenierung vollends. Das letzte Drittel steht dann im völligen Kontrast zu dem Rest, kann aber letztlich auch nicht wirklich überzeugen. 

    (Bjoern Candidus)

  • Cross Shot, 1976 – ★★★½

    Cross Shot, 1976 – ★★★½

    DIE KILLER DER APOKALYPSE
    (LA LEGGE VIOLENTA DELLA SQUADRA ANTICRIMINE, Italien, 1976, Regie: Stelvio Massi) 

    Stelvio Massi (THE 44 SPECIALIST, 1976) schickt in diesem Polizei-Mafia-Gangsterfilm Lino Capolicchio (DAS HAUS DER LACHENDEN FENSTER, 1976) als Kleinkriminellen zwischen die Fronten von Polizei, Mafia und Presse. Dieser kommt nach einer versehentlichen Tötung eines Polizisten an brisante Informationen über eine Mafiafamilie. 

    Massi ist ein dreckiger Film mit fiesen Typen gelungen, der die Ausweglosigkeit eines gefestigten Systems aufzeigt. Mordanschläge, Einschüchterung von Zeugen, Verfolgungen und die Polizei zwischen Gut und Böse beherrschen den spannend inszenierten Film. Neben Lino Capolicchio sind gleich zwei Legenden an Bord: John Saxon und Lee J. Cobb. Letzterer ist hier blind und sieht ziemlich grummelig aus, was sich für einen Gangsterboss auch gehört. Auf der Seite der Presse kämpft Renzo Palmer (DIE GEWALT BIN ICH, 1977).

    Action in steinernen Gassen, eine gute Story, Spannung und eine Atmosphäre zum ersticken bieten DIE KILLER DER APOKALYPSE. 

    (Bjoern Candidus)