Autor: marco-fritz

  • The Night Walker, 1964 – ★★★½

    The Night Walker, 1964 – ★★★½

    ER KAM NUR NACHTS
    (THE NIGHT WALKER, USA, 1964, Regie: William Castle)

    Mit ER KAM NUR NACHTS hat William Castle einen spannenden Thriller gezimmert, der auf ein Drehbuch von Robert Bloch basiert, was meistens eine gute Voraussetzung ist. Es geht um den gutbetuchten Howard Trent, der erblindet ist. Er vermutet, dass ihn seine Frau Irene betrügt, denn im Schlaf spricht sie ständig von einem Mann, den sie anhimmelt. Als Howard bei einer Explosion ums Leben kommt, scheinen sich ihre Träume in Alpträume zu verwandeln. Sie wird von schrecklichen Erscheinungen ihres Ehemannes geplagt. Verzweifelt sucht sie Hilfe bei dem Anwalt Barry Moreland, der ein ehemaliger Vertrauter ihres Mannes war. 

    Obwohl wir es hier nicht mit einem Horrorfilm im klassischen Sinne zu tun haben, lässt ihn Castle doch so aussehen. Fotografiert in schönen Schwarzweißbildern, erzeugt Castle eine schaurige Atmosphäre, die er kontinuierlich aufrechterhält. Paranoia und ein Gefühl von Bedrohung macht sich breit. Besonders eine Szene mit Menschenpuppen, die in einer Kirche stehen, hat was verstörendes und mich an eine Folge aus der TWILIGHT ZONE erinnert. Mit Barbara Stanwyck hat man eine kompetente Dame gecastet, der die Opferrolle gut zu Gesicht steht. Neben ihr sind Robert Taylor und Hayden Rorke an Bord. 

    ER KAM NUR NACHTS ist ein gruseliger Krimi-Thriller mit spannenden Momente und einem netten Twist am Ende. 

    (Bjoern Candidus)

  • White of the Eye, 1987 – ★★★★

    White of the Eye, 1987 – ★★★★

    DAS AUGE DES KILLERS 
    (WHITE OF THE EYE, GB, 1987, Regie: Donald Cammell)

    Irgendwo in Arizona treibt sich ein Frauenmörder herum. Da sich der HiFi-Techniker Paul White immer in der Nähe der Tatorte befand, fällt der Verdacht auf ihn. Doch es gibt keine Beweise, die ihn überführen können. Seine Ehefrau Joan hält zu ihm, doch dann ändert sich die Situation.

    Donald Cammell (DES TEUFELS SAAT, 1977) hat hier einen von Anfang bis Ende sehr dichten Thriller inszeniert, der eine meditative bis rauschartige Wirkung erzielt. Sofort wird klar, dass man es hier mit einem optischen Leckerbissen zu tun hat. Die Landschaftsaufnahmen von Arizona sind greifbar, die Sonne spürbar, ein bisschen wie in DUST DEVIL (1992). Der ganze Film wird vom Tageslicht dominiert, was die Atmosphäre förmlich aufkochen lässt. Obwohl so natürlich, wirkt alles fremdartig bis bedrohlich. Die Architektur der Villen in der Wüste, die Closeups auf die Augen; ein permanentes Gefühl der Bedrohung liegt in der Luft und erzeugt ein Gefühl des Erstickens. Der Film ist sehr stylisch, und nicht nur Richard Stanley, sondern auch Dario Argento kam mir in den Sinn. Da gibt es einen Mord in einer Küche, der mich sofort an das Giallo-Kino erinnert hat. Aber Donald Cammell hat seinen eigenen Stil und den lässt er hier raus bis zum pompösen Finale. Zudem ist auch die Besetzung des Ehepaars sehr gelungen. David Keith (DER FEUERTEUFEL, 1984), der stets eine unsympathische Ausstrahlung mitbringt, geht wunderbar in seiner Rolle auf. Ebenso überzeugend und weitaus sympathischer: Cathy Moriarty (WIE EIN WILDER STIER, 1980) als Pauls Frau Joan. 

    Unterstützend wirkt hier zusätzlich der Score von Nick Mason und Rick Fenn. Und ja, man darf auch „You Sexy Thing“ von Hot Chocolate hören. Sehr schön, sehr passend.

    DAS AUGE DES KILLERS ist ein außergewöhnlicher Seriemörder-Psycho-Thriller in stylischen Bildern. Hart, hitzig, verstörend, gut besetzt und weiterhin unter dem Radar laufend.

    (Bjoern Candidus)

  • The Power, 1984 – ★★★½

    The Power, 1984 – ★★★½

    DIE MACHT DES BÖSEN
    (THE POWER, USA, 1984, Regie: Stephen Carpenter, Jeffrey Obrow)

    Drei Studenten gelangen in den Besitz einer aztekischen Figur, die eine Gottheit darstellt und ihrem Besitzer Macht verleihen soll. Nachdem sie die Mächte der Figur entfesselt haben und es zu unschönen Zwischenfällen kommt, suchen sie Hilfe bei einer Reporterin und ihrem Freund Jerry. Doch das macht die Sache nur schlimmer, denn Jerry gerät zusehends in den Bann der Figur. 

    Nach ihrem nur wenig gelungenen Slasher TODESTRAUMA (1982) haben die beiden Regisseure Stephen Carpenter und Jeffrey Obrow deutlich dazugelernt. Hier haben sie gemeinsam einen anständigen Okkult-Dämonen-Horrorfilm über eine Statue einer aztekische Gottheit geschaffen, der vor allem gut aussieht. 

    Carpenter und Obrow nehmen sich viel Zeit, wodurch sie ihren Film manchmal etwas ausbremsen, ihm aber auch eine gewisse Tiefe verleihen, die ähnlichen Filmen jener Tag oft abging. DIE MACHT DES BÖSEN ist kontinuierlich atmosphärisch und hat viele düstere und mysteriöse Momente. Es werden einige Charaktere eingeführt, die allesamt solide besetzt wurden, und selbst die Teens sind sympathisch, die eher einem NIGHTMARE ON ELM STREET (1984) als einem FREITAG DER 13. (1980) entsprungen sein könnten. 

    Neben ein paar blutigen Einlagen sind es vor allen die Bodyhorror-Effekte von Matthew W. Mungle, die hier überzeugen können und an Filme wie DAS ENGELSGESICHT (1982) erinnern. Der facettenreiche Score von Christopher Young (HELLRAISER, 1987) sorgt zusätzlich für Spannung. Ein Frühwerk von Young, in dem er ganz schön vorlegt.

    Die MACHT DES BÖSEN ist ein durchaus sehenswerter Horrorfilm, der geschickt 70er- mit 80er-Jahre-Horrorfilm-Themen kombiniert und sehr atmosphärisch präsentiert. Auch wenn es immer wieder zu kleinen Ermüdungserscheinungen kommt, überwiegt die Unterhaltung. 

    (Bjoern Candidus)

  • Eliminators, 1986 – ★★★½

    Eliminators, 1986 – ★★★½

    DESTROYERS 
    (ELIMINATORS, USA, 1986, Regie: Peter Manoogian)

    Reeves, ein wahnsinniger Wissenschaftler, holt seinen Mandroid aus seiner Zeitmaschine heraus. Der Mandroid, halb Mensch, halb Maschine hat ausgedient und soll vernichtet werden, damit sich Herr Wissenschaftler seinen Weltherrschaftsplänen widmen kann. Doch sein Assistent Takada weigert sich die Vernichtung des Mandroid auszuführen und verhilft ihm zur Flucht. Dabei wird Takada getötet, während der Mandroid in den Dschungel von Mexiko entkommen kann. Doch er schwört Rache, und diese will er mit Hilfe von einer Handvoll ungleicher Helden durchführen.  

    Es gibt Filme, denen man nicht böse sein kann, egal, was sie einem zeigen. Ein großes Herz für Experimente und Abweichungen von der Norm sollte allerdings eine Grundvoraussetzung dafür sein. 

    Regisseur Peter Manoogian hat hier für Empire International Pictures eine bunte Mischung Irrsinn zusammengetackert. Von Beginn an ist man in einer Fantasy-Scifi-Abenteuer-Welt, die sich im Dschungel von Mexiko abspielt. Der comicartige Charakter thront über allem, was sich in den folgenden knapp 100 Minuten abspielen wird. Mich hätte es auch nicht gewundert, wenn plötzlich das PHANTOM aus dem Gebüsch gesprungen wäre. Aber nein, kein Phantom, aber ganz viele andere Figuren, die den Film mit Unterhaltung füllen. Den Vortritt lasse ich Denise Crosby, die man als Tasha Yar in STAR TREK – THE NEXT GENERATION (1987) kennt. Hier ist sie Nora Hunter, eine Wissenschaftlerin. Crosby stehen lange Haare sehr viel besser, um mal auf das Äußere einzugehen. Mit großem schauspielerischem Talent schmückt sie sich nicht, aber irgendwie mochte ich sie schon immer. Auch Patrick Reynolds gefällt als Mandroid, der ein wirklich schönes Gesicht hat, um auch hier bei Äußerlichkeiten zu bleiben. Was allerdings nicht hätte passieren dürfen: man hätte ihm nicht dieses armselige Gefährt geben sollen, mit dem der Mandroid durch die Gegend tuckert, denn das sieht schon ziemlich lächerlich aus. Aber gut, er stellt es ja auch schon mal ab. Ins sehr Quatschige geht es mit Andrew Prine als Abenteuer-Lusche Harry Fontana, während Conan Lee als Ninja Kuji halbwegs bodenständig bleibt. Und neben dem wahnsinnigen Wissenschaftler gibt es dann noch Höhlenmenschen, Römer, einen kleinen Roboter und ganz viele schießwütige Tölpel, die für Reeves arbeiten. Die Highlights sind sicherlich nicht die Talente der Darsteller, sondern der Einfallsreichtum der Macher. Das Make-up und die Effekte sind anschaulich (John Carl Buechler war am Start) und qualitativer als in vielen ähnlich gelagerten Produktionen, dazu sorgt das Dschungel-Ambiente (Gedreht wurde in Spanien) für eine gute Stimmung. Es muss ja nicht immer ein Steinbruch oder eine Industrieanlage sein. Dass der Film auf Filme wie TERMINATOR (1984) oder ENDGAME (1983) reagiert, liegt dabei auf der Hand, aber mit Jahrgang 1986 liegt er noch vor ROBOCOP (1987), UNIVERSAL SOLDIER (1992) oder dem ersten Auftreten der Borg bei STAR TREK – THE NEXT GENERATION. 

    DESTROYERS verzichtet zwar auf Spannung und auf eine clevere Story, bietet dafür aber einen Reigen an unterhaltsamen anderen Zutaten, die in ihrer Mischung auf besondere Art schmecken. Wertiger Quatsch. 

    (Bjoern Candidus)

  • The Ruthless Four, 1968 – ★★★★

    The Ruthless Four, 1968 – ★★★★

    DAS GOLD VON SAM COOPER
    (OGNUNO PER SE, Deutschland, Italien, 1968, Regie: Giorgio Capitani) 

    Da der alte Sam Cooper nicht allein im Stande ist, dass Gold aus einer Mine zu schleppen, die er entdeckt hat, sucht er nach einem vertrauenswürdigen Partner. Diesen hofft er in Manolo gefunden zu haben, den er dafür zu sich ruft. Doch Manolo kommt nicht allein; er hat einen Kerl dabei, den man „der Blonde“ nennt. Cooper ist etwas unsicher und fragt Mason, einen alten Freund, ob er sie begleitet. Gemeinsam ziehen die Vier durch die Wüste, um in einem Gebirge die Goldader zu bergen. Es dauert nicht lange, bis sich erste Spannungen unter den Goldgräbern auftun. Gier, Misstrauen und Gewaltbereitschaft macht sich breit. 

    Der eher im Drama und in der Komödie ansässige Regisseur Giorgio Capitani hat hier einen ganz formidablen Italowestern inszeniert, der sich in Sachen Form und Handwerk deutlich absetzt. Die 
    Story und das Drehbuch stammen von Fernando Di Leo und Augusto Caminito. Die Story ist nicht neu und wenig originell, aber das gleicht Capitani mit der Besetzung durch Van Heflin als Sam Cooper, Gilbert Roland als Mason, George Hilton als Manolo und Klaus Kinski als der Blonde wieder aus. Das Spiel zwischen den Herren ist sehr gelungen und sorgt immer wieder für Spannungen. 

    Die Inszenierung sieht toll aus, und bereits von Beginn an darf man sich an der sandigen und steinigen Landschaft (von Almaria, Spanien) ergötzen, die von Sergio D‘Offizi (Kamera bei CANNIBAL HOLOCAUST, 1980) zauberhaft fotografiert wurde. Der ständige Wind, der auch mal von Regen begleitet wird, baut eine beklemmende, manchmal fast unheimliche Stimmung auf. Dazu darf man eine Detailverliebtheit und ein gutes Gespür für Ausstattung bewundern. 
    Abheben tut sich auch der Score von Carlo Rustichelli (BLUTIGE SEIDE, 1964 / DIE TOTEN AUGEN DES DR. DRACULA, 1966), der sich hier eher bei Krimi- oder Abenteuer-Klängen bedient.

    DAS GOLD VON SAM COOPER ist ein sehr dichter, spannend inszenierter Western, der mal wieder zeigt, wohin der Weg der Gier führen kann. 

    (Bjoern Candidus)

  • Johnny Colt, 1966 – ★★★

    Johnny Colt, 1966 – ★★★

    DJANGO – SCHWARZER GOTT DES TODES
     (STARBLACK, Deutschland, Italien, 1966, Regie: Giovanni Grimaldi)

    Als Johnny in sein Heimatort zurückkehrt, findet er heraus, dass sein Vater ermordet wurde und seine Mutter mittlerweile mit seinem Onkel verheiratet ist. In der Stadt, die von einem Bankier und seinen Handlangern kontrolliert wird, herrscht eine angespannte Stimmung, denn ein mysteriöser Revolverheld treibt sein Unwesen, und der findet heraus, wer der Mörder von Johnnys Vater ist.  

    Regisseur Giovanni Grimaldi (PISTOLEROS, 1965) schickt hier Robert Wood als vermummten „Starblack“ ins Rennen, der als Mischung aus Zorro und Batman böse Buben überwältigt und sie mit einem schwarzen Stern markiert. Nicht unbedingt originell, aber im Rahmen des Italowesterns dennoch interessant. Dabei ist die Inszenierung kurzweilig und recht actionreich, auch wenn eigentlich immer das Gleiche passiert. Das Setting setzt sich vom Großteil ähnlicher Produktionen ab; staubige Landschaften weichen Wiesen und Wäldern. Etwas störend ist der sehr eintönige Score von Benedetto Ghiglia.

    DJANGO – SCHWARZER GOTT DES TODES ist wahrlich kein Feuerwerk. Die Story ist dünn, die Darsteller kaum beeindruckend, aber trotzdem in seiner Gesamtheit unterhaltsam. 

    (Bjoern Candidus)

  • Night Shadows, 1984 – ★★★½

    Night Shadows, 1984 – ★★★½

    MUTANT II
    (NIGHT SHADOWS, USA, 1984, Regie: John ‚Bud‘ Cardos)

    Die beiden Brüder Josh und Mike werden auf einer Landstraße von einem Jeep einer Gruppe Hillbillys in einen Graben gesteuert. Hilfe bekommen sie in einer kleinen Stadt, die gerade vor fürchterlichen Problemen steht. Die beiden entdecken eine Leiche mit sonderbaren Wunden, aus denen eine gelbe Flüssigkeit läuft. Doch es bleibt nicht bei einer Leiche. Gemeinsam mit Sheriff Stewart gehen sie der Sache auf die Spur, die immer mehr ausufert. 

    John ‚Bud‘ Cardos übernahm hier nach kurzer Zeit den Regiestuhl von Mark Rosman (THE HOUSE ON SORORITY ROW, 1982) und kredenzte diesen kleinen B-Horrorfilm, der sogar im Kino lief, wenn auch nicht mit Erfolg. Dabei haben Cardos und Produzent Igo Kantor, beide bestens bekannt durch MÖRDERSPINNEN (1977), einen durchaus dichten Horrorfilm gezimmert. Der Film startet düster und unheimlich, und der stimmungsvollen Score von Richard Band unterstreicht die Wirkung. Man darf sich fragen, ob der recht schwierige Wings Hauser die beste Wahl für den Hauptdarsteller dieses Films ist, da bin ich mir 30 Jahre später selbst noch unsicher. Sein kleiner Film-Bruder wird von Lee Montgomery (LANDHAUS DER TOTEN SEELEN, 1976) dargestellt und geht neben Hauser entsprechend unter. Als Sheriff ist Bo Hopkins am Start. Anfänglich hat mich die Story und vor allem das ländliche Setting an SALEM 2 – DIE RÜCKKEHR (1987) erinnert. TOT & BEGRABEN (1981) und das gesamte Programm von Zombie-, Mutanten- oder Infizierten-Filme, die 1984 immer noch angesagt waren, kamen mir ebenfalls in den Sinn und sind, wenn auch in komprimierter Form, nicht zu übersehen. Innovation ist also kaum zu finden, aber immerhin solide Genrekost. Die Kleinstadt, irgendwo in den Wäldern von Georgia, wurde gut eingefangen, und wenn Nebel zwischen den Häusern aufzieht, freut sich das Gruselherz. Besonders blutig ist der Film nicht gerade, dafür trieft es hier in Gelb, wenn die Haut der zombieartigen Kontaminierten aufplatzt.

    MUTANT II, wie er in Deutschland unsinnigerweise getauft wurde, ist trotz gewisser Produktionsschwierigkeiten und inhaltlicher Veränderungen der ursprünglichen Story ein solider Horrorfilm geworden. 

    (Bjoern Candidus)

  • Traumstadt Gazette Ausgabe 67

    Traumstadt Gazette Ausgabe 67

    Von Aliens, Serienmördern und Männern im Rachemodus…

    In der 67. Gazette sprechen Bjoern Candidus und Marco Fritz über

    ALIEN – ROMULUS (2024), LONGLEGS (2024), BODIES BODIES BODIES (2022), ATOMIC REPORTER (1990), EIN MANN RECHNET AB (1975) und VERTRAUE KEINEM FREMDEN (1960)

    Blog: https://antenne-traumstadt.podcaster.de/

    Facebook: https://www.facebook.com/AntenneTraumstadt

    Spenden für den Podcast: https://www.paypal.com/paypalme/AntenneTraumstadt

    Musik: Carlos Ebelhaeuser (Musiker, Komponist / BLACKMAIL, THE DAMNED DON´T CRY)

    Link zum neuen Album von THE DAMNED DON´T CRY: https://open.spotify.com/album/3cAHZfiunmXQzsIUWuQ3cS?si=RWp72NHJRNuBtJYIIORfjQ&fbclid=IwAR1UbQ9FeQ1d9hIp-xF7zZhzafzng8lAhpeRyCADLQRXS0UPbYbxd32K7xk&nd=1

  • The Devil Rides Out, 1968 – ★★★★

    The Devil Rides Out, 1968 – ★★★★

    DIE BRAUT DES TEUFELS
    (THE DEVIL‘S RIDES OUT, GB, 1968, Regie: Terence Fisher)

    Duc de Richleau, ein Experte auf dem Gebiet des Okkultismus, ist besorgt. Er befürchtet, sein guter Freund Simon Aron ist der Teufelssekte um Mocata, einem Priester der Schwarzen Magie, beigetreten, um dem Teufel den Weg auf Erden zu bereiten. Seine Befürchtungen bestätigen sich, und er gibt alles im Kampf für das Gute gegen das Böse. 

    Der Teufel wurde im Jahre 1968 nicht nur mit ROSEMARIES BABY gefeiert. Der ehrenwerte Terence Fisher hat sich hier für die Hammer-Studios dem Thema des Okkultismus und der Teufelsanbetung angenommen. Auch wenn Hammer das Thema Okkultismus bereits mehrfach angegangen ist, wie z.B. in DER TEUFEL TANZ UM MITTERNACHT (1966), WIE SCHMECKT DAS BLUT VON DRACULA (1970) oder in DIE BRAUT DES SATANS (1975), wurde es nie wundersamer präsentiert als hier.

    Fotografiert wurde der Film von Arthur Grant, der bereits eine lange Vergangenheit als Kameramann bei Hammer hatte. Für die vertrauten Klänge sorgt James Bernard, während das Drehbuch von Richard Matheson stammt, was auf Dennis Wheatleys Novelle basiert. Also viele große Namen hinter der Kamera. Aber auch vor der Kamera darf man sich in sicheren Händen wiegen. Mit Christopher Lee als Duc de Richleau, der hier ausnahmsweise mal das Gute verkörpert und Charles Gray als Mocata, der Hohepriester des Bösen, sind zwei sehr versierte Schauspieler am Start, die sich ein wunderbares Duell geben. Überhaupt legt der Film sehr viel Wert auf die Figuren, was ihm die nötige Tiefe verleiht. Die gesamte Inszenierung ist von vorn bis hinten spannend, unheilschwanger, Bild- und Farbgewaltig und schmückt sich mit phantastischen Spezialeffekten, die man so bei Hammer noch nie zuvor gesehen hat. 

    DIE BRAUT DES TEUFELS ist ein sehr starker und ausgewogener Horrorfilm.

    (Bjoern Candidus)

  • The Dorm That Dripped Blood, 1982 – ★★½

    The Dorm That Dripped Blood, 1982 – ★★½

    DAS TODESTRAUMA
    (THE DORM THAT DRIPPED BLOOD, USA, 1982, Regie: Stephen Carpenter, Jeffrey Obrow)

    Eine Gruppe von Studenten soll ein kurz vor dem Abriss stehendes Studentenwohnheim leer räumen. Da kommt ein Killer wie gelegen, um zum Dank die Studenten der Reihe nach zu tötet. 

    Die beiden Regisseure Stephen Carpenter und Jeffrey Obrow folgen hier der einfachen, aber gewinnbringenden Slasher-Formel. Das Setting, ein heruntergekommenes Studentenwohnheim, birgt einige düstere Abschnitte und ist an sich vielleicht der größte Schauwert. Da der Film um Weihnachten spielt, ist es etwas schade, dass man das Weihnachtsthema nicht mehr in den Fokus gerückt hat, denn mehr als eine Girlande und eine Weihnachtskugel ist nicht zu sehen. Dafür bekommt der Score von Christopher Young guten Spielraum, der hier eine seiner ersten Arbeiten abliefert. Hier musste ich an PSYCHO, DER WEISSE HAI und sogar einmal an PLANET DER AFFEN denken. Immerhin wird auf diesem Weg eine gewisse Spannung aufgebaut. Freunde von Blut und Gewalt dürfen sich freuen, denn die Kills sind teilweise recht hart geworden. Also genau richtig, um die austauschbaren Figuren wenigstens effektiv loszuwerden. Dass die Darsteller keine Bäume ausreißen, versteht sich fast von selbst. 

    THE DORM THAT DRIPPED BLOOD ist wahrlich kein Feuerwerk, aber Freunde des Slasher-Kinos dürften zumindest kurzweilig unterhalten werden. 

    (Bjoern Candidus)