Autor: marco-fritz

  • The Hitcher II: I’ve Been Waiting, 2003 – ★½

    The Hitcher II: I’ve Been Waiting, 2003 – ★½

    HITCHER RETURNS
    (HITCHER 2: I‘VE BEEN WAITING, USA, 2002, Regie: Louis Morneau)

    Willkommen in der Welt der überflüssigen Fortsetzungen! 

    Jim Halsey, der vor 15 Jahren einem Psychopathen von der Klinge springen konnte, ist heute Polizist. Nachdem er jemanden im Dienst erschossen hat, verändert sich sein Leben. Die Dienststelle setzt ihn vor die Tür. Als er mit seiner Freundin nach Texas reisen will, um mit Captain Esteridge über das Problem zu sprechen, steht ein Mann am Straßenrand…

    Regisseur Louis Morneau (CARNOSAURUS 2, 1995), der diesen Road-Thriller-Quatsch verzapft hat, gelingt zwar teilweise eine nette Atmosphäre zu erzeugen, um den Film nicht ganz so billig erscheinen zu lassen, aber er scheitert sonst auf ganzer Linie.  

    C. Thomas Howell, der auch im 86er-Erstling Jim Halsey verkörpert hat, ist auch an Bord, bis zur Mitte jedenfalls. An seiner Seite ist Kari Wuhrer (ANACONDA, 1997) und als Anhalter: Gary Buseys Sohnemann Jake Busey, der zumindest das Gebiss von Papa übernommen hat. 

    Baut der Film anfänglich noch etwas Spannung auf, wird diese spätestens ab der Mitte in die Tonne getreten. Das liegt nicht nur an Wuhrer und Busey, die beide nerven, sondern auch an den wenig beeindruckenden Action-Szenen, die der Film gegen Ende reichlich zu bieten hat. 

    HITCHER RETURNS ist langweilig, charakterlos und als Fortsetzung völlig überflüssig. Verschenkte Zeit. 

    (Bjoern Candidus)

  • From a Whisper to a Scream, 1987 – ★★★★

    From a Whisper to a Scream, 1987 – ★★★★

    DIE NACHT DER SCHREIE
    (THE OFFSPRING, USA, 1987)

    Eine Journalistin macht sich auf in die kleine US-Stadt Oldfield. Dort befragt sie einen alten Bibliothekar (Vincent Price) über seine Schwester, die kürzlich als Mörderin hingerichtet wurde. Anhand von mehreren Geschichten macht er ihr klar, dass Oldfied nicht das beschauliche Städtchen ist, für das man es hält, sondern vielmehr eine Brutstätte des Bösen. 

    Jeff Burr (STEPHFATHER 2, 1989) hat hier ein sehr ordentliches Filmdebüt abgeliefert und liefert Nekrophilie, Inzest, Voodoo, mörderische Kannibalen-Kinder und vieles mehr.

    Mit der Stadt Oldfield in Tennessee, die das Grauen auf unterschiedliche Art beherbergt, hat man einen glänzenden Schauplatz für die Episoden, die von einer gelungenen Rahmenhandlung gestützt werden. Der Film glänzt durch sehr versierte Make-up-Effekte, die eine ordentliche Härte an den Tag legen und blutgetränkt sind. Burr liefert  
    makabere Ideen, skurrile Figuren und versprüht den Charme von EC-Horror-Comics, ist aber weniger schrill unterwegs. 

    Auch die Wahl der Darsteller ist gelungen. Neben dem hoch geschätzten Vincent Price gibt es auch ein Wiedersehen mit Clu Gulager (RETURN OF THE LIVING DEAD, 1985), Terry Kiser (FRIDAY THE 13th – PART 7, 1988), Susan Tyrrell (ANDY WARHOL‘S BAD, 1977), Martine Beswick (DR. JEKYLL AND SISTER HYDE, 1971) und Cameron Mitchell (MINNESOTA CLAY, 1964). Abgerundet wird der Film von einem starken Score von Jim Manzie. 

    DIE NACHT DER SCHREIE ist ein qualitativer, kurzweiliger, blutiger und ideenreicher Horrorfilm, der zu den stärksten Beiträgen im Bereich der Horror-Episodenfilme der 80er-Jahre gehört.

    (Bjoern Candidus)

  • Voodoo Dawn, 1990 – ★★★½

    Voodoo Dawn, 1990 – ★★★½

    VOODOO BLOOD
    (VOODOO DAWN, USA, 1990, Regie: Steven Fierberg)

    Zwei Studenten kämpfen auf ihrer Reise nach South Carolina gegen den bösartigen Macoute, der mit seinen Voodoo-Praktiken Zombies erschafft. 

    Steven Fierberg greift hier das Voodoo-Thema auf, was immer wieder im Horrorfilm vorkommt. Populäre Beispiele sind WHITE ZOMBIE (1932), ICH FOLGTE EINEM ZOMBIE (1943), ANGEL HEART (1987), DAS RITUAL (1987) und DIE SCHLANGE IM REGENBOGEN (1988). 

    Obwohl die Inszenierung gut aussieht und ab der Mitte ordentlich an der Voodoo-Mystery-Schraube dreht, ist der Weg dahin etwas zäh geraten. Man nimmt sich wirklich viel Zeit für die Einführung der Studenten und der Gastarbeiter auf den Plantagen. Tauchen dann die ersten unter einem Bann stehenden Menschen auf, nimmt der Film an Spannung zu. Hier gibt man sich wirklich Mühe, atmosphärische Bilder mit Voodoo-Klimbim zu präsentieren. Überhaupt ist die Kulisse erfrischend. Der Drehort Charleston, South Carolina, USA ist abwechslungsreich. Das sonnige Wetter und die Naturkulissen mit Seen, Plantagen und Bäumen sind selten im Genre. 

    Während mir Kirk Baily, Billy ‚Sly‘ Williams und Gina Gershon unbekannt waren, freute ich mich auf ein Wiedersehen mit Tony Todd als Ex-Diktator und Voodoopriester Macoute. „Tonton Macoute“ ist die Bezeichnung der haitianischen Miliz, die 1959 unter dem Diktator François Duvalier entstand. 1988 taucht der Charakter auch in Wes Cravens Film DIE SCHLANGE IM REGENBOGEN auf.  

    Etwas zäh, manchmal sperrig, aber voller Mystery-Stimmung stellt VOODOO BLOOD eine nette Abwechslung im Horror-Genre dar. Am Drehbuch schrieb im Übrigen John Russo mit. 

    (Bjoern Candidus)

  • Minnesota Clay, 1964 – ★★★½

    Minnesota Clay, 1964 – ★★★½

    MINNESOTA CLAY
    (Italien, Frankreich, Spanien, 1964, Regie: Sergio Corbucci) 

    Nach dem weltweiten Erfolg von Sergio Leones FÜR EINE HANDVOLL DOLLAR (1964), der eine hochpotente Welle von Italowestern auslöste, sprang auch Sergio Corbucci auf diese auf und servierte mit KEIN CENT FÜR RINGOS KOPF (1964) seinen ersten Western. Im gleichen Jahr folgte mit MINNESOTA CLAY ein weiterer Beitrag aus dem Haus Corbucci.

    Hier geht es um „Minnesota Clay“, einem berühmt-berüchtigten Revolverheld, der ein spezielles Problem hat: er kann immer schlechter sehen und droht zu erblinden. Das hält ihn aber nicht davon ab, aus einem Gefangenen-Arbeitslager zu fliehen, in dem er, unschuldig verurteilt, gefangen gehalten wird. Die Flucht gelingt. Er schmiedet einen Plan, sich an der Person zu rächen, die ihn hinter Gitter gebracht hat. 

    Auch wenn Corbucci noch ein bisschen entfernt ist von der Größe seiner späteren Werke wie DJANGO (1966), LEICHEN PFLASTERN SEINEN WEG (1968) oder LASST UNS TÖTEN, COMPANEROS (1970), sieht man hier deutlich seine Liebe und sein Geschick für den Italowestern. 
    Alles wirkt hochwertig, der Film ist versiert fotografiert und toll ausgeleuchtet; es mangelt nicht an Action und Spannung, die vor allem im letzten Drittel mit einer düsteren Atmosphäre einhergeht. Etwas ausdruckslos ist der Score von Piero Piccioni. Die Wahl der Darsteller ist sehr gelungen. Cameron Mitchell hat als Minnesota Clay den Charme für sich gepachtet. Auch George Rivière als sein Gegenspieler Fox, gibt eine gute Figur ab. Rivière hat eine Gewisse Ähnlichkeit mit Lee van Cleef, und damit hat man quasi schon gewonnen. Und dann ist da noch der legendäre Fernando Sancho, den ich immer gerne sehe. 

    MINNESOTA CLAY ist keins von Corbuccis Meisterwerken, aber ein von Grund auf solider und handfester Beitrag in der Welt der Italowestern.

    (Bjoern Candidus)

  • Whiskey Mountain, 1977 – ★★★½

    Whiskey Mountain, 1977 – ★★★½

    WHISKEY MOUNTAIN
    (USA, 1977, Regie: William Grefé)

    Zwei junge Pärchen fahren mit ihren Motorrädern in die waldige Gegend um den Whiskey Mountain. Hier suchen sie nach dem Hab und Gut ehemaliger Konföderierter. Weniger erfreulich wird es, als sie auf eine Gruppe Hinterwäldler stoßen, die gar nichts Gutes im Schilde führen, sieht man vom Marihuana-Anbau ab. 

    William Grefé verzichtet hier mal auf wilde Tiere und konzentriert sich in diesem Biker-Action-Rape-and-Revenge-Backwood-Machwerk auf die Widerlichkeit von Menschen, und es gelingt ihm sogar recht ordentlich. Dass der Film nicht viel gekostet hast, kann er nicht verheimlichen, tut der Unterhaltung aber kein Abbruch. Wie schon bei ähnlich gelagerten Filmen wie DELIVERANCE (1972) oder RITUALS (1977) ist der Hauptdarsteller die Natur selbst. Und so schmückt sich WHISKEY MOUNTAIN mit Bergen, Bäumen und Gewässern, die in schönem Cinemascope präsentiert werden. Im Gegensatz zu den beiden genannten Filmen mangelt es bei diesem ganz klar an Spannung, aber dafür liefert Grefé Action und den ein oder anderen garstigen Einfall, wie z.B. eine Vergewaltigung, der man in Form von Polaroid-Fotos und einer Tonspur folgen kann. Unangenehm, aber effektiv. Unter den Darstellern befindet sich u.a. Christopher George (EIN ZOMBIE HING AM GLOCKENSEIL, 1980) und
    Roberta Collins (DEATH TRAP, 1977). 

    WHISKEY MOUNTAIN ist ein kleiner dreckiger, actionreicher Backwood-Thriller mit fiesen Typen vor schöner Natur. 

    (Bjoern Candidus)

  • Stanley, 1972 – ★★½

    Stanley, 1972 – ★★½

    STANLEY
    (USA, 1972, Regie: William Grefé)

    Regisseur William Grefés schuppige Antwort auf WILLARD (1971) ist nicht wirklich das Gelbe vom Schlangenei, aber der Ansatz ist gut. Statt Spannung bietet der Film gesellschaftskritische und auch psychologische Töne, wenn auch eher mit dem Holzhammer. Rassismus und Vorurteile stehen auf dem Plan, die teilweise von allen Parteien kommen. Hauptdarsteller Chris Robinson als Vietnam-Veteran Tim Ochoppe ist nämlich ein „Halbblut“, der sich weder als Indianer noch als Weißen Mann sieht, was ihn verzweifeln lässt. Er weiß nicht wohin mit sich. Seine große Liebe und die Gesellschaft seiner Wahl reduziert sich auf Schlangen, vor allem auf Klapperschlangen. Besonders Stanley ist sein Ein und Alles, und den nimmt er überall mit hin. Dass das nicht gut ankommt. Bei den Menschen in seinem Umfeld, dürfte klar sein. Und so macht man dem armen Tim das Leben schwer. Da kommt es gerade recht, dass Stanley auf Kommando beißen kann, und zwar Wilderer und andere Subjekte, die gar nicht gut auf Tim und seine Reptilien-Freunde zu sprechen sind. 

    Auch wenn sich der Film nicht mit großer Qualität schmückt, was man ja von William Grefé kennt, ist er doch reich an netten Ideen. So baut Tim seinen Schlagen kleine Bettchen, isst oder kuschelt mit ihnen. Chris Robinson und die Schlangen sind dann auch die besten Darsteller im Boot. Die anderen Damen und Herren bewegen sich gerade noch im Rahmen, wobei manche schon herausfallen. Egal. 

    STANLEY wackelt zwar an allen Ecken, aber er ist kein Totalausfall. Grefé rettet sich mit kleinen Einfällen, die zwar selten gut umgesetzt wurden, aber allein durch die Idee zu loben sind.

    (Bjoern Candidus)

  • The Naked Zoo, 1970 – ★★★½

    The Naked Zoo, 1970 – ★★★½

    THE NAKED ZOO
    (USA, 1970, Regie: William Grefé)

    Wieder geht es nach Florida, wieder geht es in das kunterbunte Kino von William Grefé. Doch diesmal schlägt der Herr ganz andere Töne an. Nach einem sonderbaren Sumpf-Monster (STING OF DEATH, 1965), Tier-Terror und einem Geist eines Schmanen (DEATH CURSE OF TARTU, 1966) holte sich Grefé hier Hollywood-Legende Rita Hayworth ins Boot, die damals schon auf dem absteigenden Ast war. Diese wird hier allerdings nicht Opfer der sumpfigen Flora und Fauna Floridas, sondern Opfer der schlimmsten Bestie: der Mensch.

    Hayworth spielt hier Helen Golden, die ihren reichen, aber am Rollstuhl gefesselten Ehemann Harry Golden (Ford Rainey) nicht mehr erträgt. 
    Sie lacht sich einen Lover an: den Schriftsteller Terry Shaw (Steve Oliver). Terry nutzt ihre Gutmütigkeit aus und veranstaltet mit ihrem Geld Partys, bis sie ihm nicht mehr traut. Doch Terry gibt nicht auf und versucht sich ihr wieder zu nähern. Als ihr Ehemann von der Affäre Wind bekommt, kommt es zu einem Konflikt, bei dem er getötet wird. Die Polizei verbucht das ganze als Unfall, und so kommen sich Helen und Terry wieder näher. Um an ihr Vermögen zu kommen, steht nun die Vernichtung Helens auf dem Plan, die nun regelmäßig Drogen von Terry bekommt.

    Grefé hat hier ein gemeines Beziehungs-Drogen-Drama gezimmert, was die Schlechtigkeit und Gier des Menschen gut aufzeigt. Wie gewohnt präsentiert er seinen Film in grellen, giftigen Farben, die hier zur Giftigkeit der Menschen perfekt passen. Sex, Drogen, Gewalt und Partys bestimmen das Leben von Terry, der ohne Rücksicht das Leben von Helen zerstören will. Rita Hayworth wirkt dabei erschreckend verzweifelt echt. Möglicherweise lag das aber auch an ihrer Alkoholsucht und ihrer Krankheit, die sich hier langsam breit machte. Aber man darf nicht nur ein fieses Drama erwarten, sondern auch einen Blick ins Lebensgefühl des Jahres 1966 (Der Film wurde 1966 gedreht, aber erst 1970 ausgewertet). Die Band Canned Heat, die hier einen Auftritt in einem schäbigen Schuppen hat, darf man als Stellvertreter dieser Zeit betrachten.   

    THE NAKED ZOO ist ein fieses Filmchen in der abwechslungsreichen Filmografie von William Grefé, was den Spaß zurückhält, den er sonst meistens großzügig verbreitet. 

    (Bjoern Candidus)

  • Death Curse of Tartu, 1966 – ★★½

    Death Curse of Tartu, 1966 – ★★½

    DEATH CURSE OF TARTU
    (USA, 1966, Regie: William Grefé)

    Tierterror in den Everglades heißt es für eine Gruppe Archäologen, die bei Ausgrabungen den Geist eines Schamanen erwecken. Die Flora, die Fauna und die Geisterwelt ist nur wenig erquickt. Man ist sich sicher: Was „Mutter Natur“ erschaffen hat, kann auch nur „Mutter Natur“ zerstören. 

    Spätens mit diesem Film dürften zwei Dinge klar sein: 1. William Grefé mag die Gewässer von Florida, 2. William Grefé ist beeindruckt von Tieren. 

    In dieser etwas langatmigen Produktion hat Grefé den Abenteuerfilm mit den Horrorfilm kombiniert und mixt wilde Tiere und einen unliebsamen Schmanen-Geist zusammen. Visuell ganz nett, besonders wieder das Florida-Natur-Setting, was schon in Grefés STING OF DEATH (1964) hübsch anzusehen war. Die Sümpfe Floridas bieten sich geradezu an. Zudem darf sich der Zuschauer an einem kleinen Wildtierzoo ergötzen, bevor er einen Anaconda-, Hai- und Krokodil-Angriff präsentiert bekommt, natürlich brav hintereinander. 

    DEATH CURSE OF TARTU ist etwas zäh und hölzern (besonders die Darsteller), bietet aber die ein oder andere spannende Szene, schmückt sich mit seiner Kulisse, die eine dichte Atmosphäre aufbaut und rettet sich mit seinem Charme alter Abenteuer-Comics.

    (Bjoern Candidus)

  • Sting of Death, 1966 – ★★★

    Sting of Death, 1966 – ★★★

    STING OF DEATH
    (USA, 1965, Regie: William Grefé)

    Sommer, Sonne, Wasser, schreiende Frauen, ulkige Experimente und Terror durch ein Plastiktütenunterwassermonster werden in diesem Feuchtgebiet-Horrorfilm, der wie die Drogenversion von DER SCHRECKEN VOM AMAZONAS (1954) daherkommt, aufgetischt. Der Koch dieser unfreiwillig lustigen 60er-Monsterpampe: William Grefé. 

    Das Hauptproblem des Films ist seine Geschwätzigkeit und die zahlreichen in die Länge gezogenen Über- oder Unterwasser-Sequenzen, die immerhin schön aussehen. Aber noch schlimmer sind die Tanzeinlagen, die in Bonbonfarben gekleideten jungen Leute, die mich haben schütteln lassen. Ich musste auch an eine Horror-Version von GILLIGANS ISLAND (1964) denken. Wie man es dreht und wendet, der Irrsinn hat auch großen Spaß gemacht, und ein bisschen Horror kommt auch auf, der in seinen besten Momenten kurz DER WEISSE HAI (1975) und PIRANHAS (1979) vorwegnimmt. 

    STING OF DEATH ist bunter Monster-Irrsinn in den Sümpfen von Florida.

    (Bjoern Candidus)

  • Moon of the Wolf, 1972 – ★½

    Moon of the Wolf, 1972 – ★½

    DIE STUNDE DES WOLFS
    (MOON OF THE WOLF, USA, 1972, Regie: Daniel Petrie)

    Sheriff Whitaker bekommt es mit dem Mord eines jungen Mädchens zu tun, was man in den Sümpfen von Louisiana gefunden hat. Da die Leiche grausam zugerichtet ist, fällt der Verdacht erst auf Wildhunde, doch der Gerichtsmediziner weiß es besser und spricht von einem Mörder. Sheriff Whitaker startet seine Ermittlungen in der kleinen Stadt.

    Daniel Petrie (COCOON 2, 1988) hat hier eine ziemliche Schlaftablette im Bereich des Werwolf-Horrorfilms abgeliefert. Der Film dümpelt gut 75 Minuten vor sich hin, baut dabei nur selten bis gar keine Spannung auf, kann sich aber durch den Louisiana-Schauplatz minimal von sonstigen Beiträgen des Subgenre absetzen. Atmosphärisches Treiben im Sumpf ist hier allerdings auch nicht wirklich zu finden. Man muss der Produktion zu gute halten, dass sie für das US-Fernsehen entstanden ist und dementsprechend ohnehin gewissen Grenzen unterlag. Wer TV-Horrorfilme wie SALEM‘S LOT (1979) mag, kann sich hier zumindest an einer ähnlichen Ästhetik erfreuen, und Geoffrey Lewis ist sogar dabei, der ein paar Jahre später in Tobe Hoopers Stephen King – Adaption eine Rolle übernehmen soll. Vor allem David Janssen als Sheriff Whitaker ist ist so charismatisch wie ein Betonklotz und trägt nicht dazu bei, gerne der Lösung seines Falls beizuwohnen. Ebenfalls dabei: Bradford Dillman und Barbara Rush. 

    DIE STUNDE DES WOLFS ist kleiner TV-Werwolf-Krimi, der einen zumindest angenehm in der Schlaf wiegen kann. 

    (Bjoern Candidus)