Autor: marco-fritz

  • Terror Out of the Sky, 1978 – ★★

    Terror Out of the Sky, 1978 – ★★

    MÖRDERBIENEN GREIFEN WIEDER AN
    (TERROR OUT OF THE SKY, USA, 1978, Regie: Lee H. Katzin)

    Einige Wochen nach der Attacke des ersten Bienenschwarms, der erfolgreich vernichtetet werden konnte, sticht die nächste Horde hochgiftiger Bienen zu. Doch der Schwarm hat die Rechnung ohne die Bienenexpertin Jeannie Devereux gemacht, die erneut den Kampf gegen die tödliche Gefahr aufnehmen muss.

    Tödliche Bienen summen nicht erst seit MÖRDERBIENEN GREIFEN AN(1976) am Horrorfilm-Himmel. Bereits vor der großen Tier-Horrorfilm-Welle, die durch DER WEISSE HAI (1975) ausgelöst wurde, nahm sich bereits Freddie Francis mit DIE TÖDLICHEN BIENEN (1967) dem Thema an. 1974 folgte KILLER BEES von Curtis Harrington, 1978 die us-amerikanisch-mexikanische Produktion OPERATION TODESSTACHEL und im gleichen Jahr DER TÖDLICHE SCHWARM. Und da es offensichtlich Ende der 1970er-Jahre einfach nicht genug Filme zum Thema gab, spendierte man MÖRDERBIENEN GREIFEN AN mit MÖRDERBIENEN GREIFEN WIEDER AN eine direkte Fortsetzung.

    Diesmal führte Lee H. Katzin (TOP SECRET, 1972) die Regie, was nicht der einzige Unterschied ist. Der Charakter der Bienenexpertin Jeannie Devereux wird nämlich diesmal von Tovah Feldshuh statt von Gretchen Corbett verkörpert, was schade ist, da Corbett weitaus sympathischer ist. Insgesamt ist die Besetzung weniger gelungen. Konnten im ersten Teil noch Ben Johnson und Michael Parks mit Charisma glänzen, muss man hier mit Dan Haggerty (ELVES, 1989) verlieb nehmen, der im Grunde nicht mehr macht, als dumm zu gucken. Da auch hier viel geredet wird, um Lösungen für das Problem zu finden, rücken die Figuren natürlich ständig in den Fokus der Inszenierung. Auch die Angriffe der Bienen sind noch limitierter als im Vorgänger, was okay wäre, würde es hier nicht zusätzlich auch an Atmosphäre mangeln. Das New Orleans-Setting weicht einem verhältnismäßig kargen kalifornischen. Alles erscheint sehr viel unliebsamer als im Vorgänger. Immerhin ist man viel in Bewegung und reist von einem Ort zum nächsten, so kommt wenigstens etwas Fahrt auf. Im letzten Drittel kopiert man dann in etwa das Ende von MÖRDERBIENEN GREIFEN AN, aber variiert es, was einigermaßen gelungen ist. Möglicherweise hat sich Stephen King bei den Filmen vom Eingesperrtsein in einem Auto/Bus für seinen Roman „Cujo“ inspirieren lassen.

    MÖRDERBIENEN GREIFEN WIEDER AN kann leider nicht mit seinem Vorgänger mithalten, weil er vor allem keine Überraschungen mehr bietet und nur lieblos wiederholt. Dennoch ist er ein handwerklich solide gemachter Tier-Horrorfilm.

    (Bjoern Candidus)

  • Piranha, 1978 – ★★★½

    Piranha, 1978 – ★★★½

    PIRANHAS
    (PIRANHA, USA, 1978, Regie: Joe Dante)

    In einem Fluss in den USA kommt es zu tödlichen Angriffen auf Menschen. Schnell stellt sich heraus, dass es sich bei den Angreifern um vom Militär gezüchtete Piranhas handelt, und die steuern geradewegs auf einen Badesee eines anliegenden Feriencamps zu.

    Da der Hunger nach Tier-Horrorfilmen ab Mitte der 1970er-Jahre kaum gestillt werden konnte, war es nur eine Frage der Zeit, bis sich auch Produzenten-Legende Roger Corman dem Thema annahm.

    Mit PIRANHAS folgte ein weiterer sehr gut produzierter Tier-Horrorfilm, der die Nähe zu DER WEISSE HAI nicht verbergen kann und wohl auch kaum wollte. Doch während Spielberg einen riesigen Hai präsentierte, geht es Joe Dante etwas filigraner an und serviert einen Schwarm von kleinen Killerfischen, besser bekannt unter dem Namen Piranha. Also Fische, die sich in tropischen Gewässern aufhalten, aber eigentlich nicht im Lost River Lake mitten in den USA. Dante und Richard Robinson und John Sayles, die beiden Herren, die für die Story verantwortlich waren, liefern die Erklärung für diesem Umstand gleich mit, und so schlägt man auch die beliebte Vietnamkrieg-Brücke und kombiniert sie mit Kritik an Militärführung und Umwelt. Insgesamt greift Dante viele kleine Themen auf, liefert Ironie, Witz und einige gelungene Horror-Szenen, die recht blutig geraten sind. Die Piranhas wurden von Rob Bottin entworfen und sehen wirklich hervorragend aus. Sehr schön sind auch die kleinen Stop-Motion-Monster in dem geheimen Forschungslabor, mit denen kurz der Welt von Ray Harryhausen Hallo gesagt wird.

    Leider hält Dante die dichte Stimmung, die durchaus immer wieder für Spannung sorgt, nicht bis zum Ende durch, und manchmal scheint er sich zwischen Spaß und Ernst nicht entscheiden zu können.
    Etwas problematisch sind die Figuren, die zwar durchaus ausgeschmückt werden, aber nicht dazu einladen, mit ihnen mitzufiebern, was nicht an den Darstellern liegt, denn mit Bradford Dillman, Heather Menzies-Urich, Kevin McCarthy, Dick Miller und Barbara Steele ist man eigentlich gut aufgestellt.

    Punkten kann die Inszenierung wieder mit Jamie Anderson, der hinter der Kamera stand und sehr schöne Impressionen von der Natur liefert, die wichtig für die Gesamtatmosphäre des Films ist. Die FREITAG DER 13. – Feriencamp-Stimmung wird hier schon leicht vorweggenommen. Abgeschmeckt wird die Inszenierung von einem Score von Pino Donaggio.

    PIRANHAS ist ein ordentlicher Tier-Horror-Vertreter, der sehr geschickt inszeniert wurde und an sämtliche Zutaten denkt, um das damalige (und im besten Fall auch heutige) Publikum zu unterhalten. Er kann sich nicht von kleinen Problemen freisprechen, aber unter dem Strich hat er mich gut unterhalten.

    (Bjoern Candidus)

  • Cameron’s Closet, 1988 – ★★★

    Cameron’s Closet, 1988 – ★★★

    CAMERON
    (CAMERONS CLOSET, GB, USA, 1988, Regie: Armand Mastroianni)

    CAMERON ist ein kleiner Fantasy-Horrorfilm, der auf geschickte Art Themen wie übersinnliche Phänomene, Familienprobleme, Dämonen-Horror und Krimi-Elemente miteinander verknüpft.
    Protagonist des Films ist ein Junge, was nichts ungewöhnliches im Horror-Kino jener Tage war; ein Jahr vorher nahmen gleich zwei Jungs in THE GATE den Kampf gegen Mächte aus der Unterwelt auf.

    Und so startet der Film auch direkt mit Cameron, einem Jungen, der telekinetische Fähigkeiten besitzt. Cameron wohnt bei seinem Vater, da die Mutter das Weite gesucht hat. Der Vater setzt sich mit Dämonen auseinander und will seinen Sohn mit einem Messer (oder Machete) von der übersinnlichen Macht befreien, die ihn umgibt, seit er eine kleine Maya-Skulptur gefunden hat. Wie Gregory Peck in DAS OMEN (1976) scheitert auch hier der Vater, der anstelle seines Sohnes stirbt. Cameron zieht zu seiner Mutter und ihrem neuen Liebhaber Bob, einem ekligen Typ, der den Jungen hasst. Cameron ist unerwünscht, aber immerhin hat er ein typisches Kinderzimmer mit Dinosaurier-Bettwäsche, Bällen und Spielzeug, was sofort Erinnerungen an E.T. (1982) und POLTERGEIST (1982) wach werden lässt, allerdings fehlen die STAR WARS – Produkte. Und dann hat er natürlich noch einen Wandschrank, in dem eine Macht zu Hause ist, die Cameron schützen möchte. Wer hätte das nicht gerne?

    Regisseur Armand Mastroianni (REBELLEN DES GRAUENS, 1986) geht es ruhig und entspannt an. Der melodiöse Score von Harry Manfredini verrät das Jahr des Entstehens und sorgt für ein vertrautes Gefühl. Mit Scott Curtis hat man einen annehmbaren Jung-Darsteller gefunden, der zu keiner Zeit nervt, von dem man aber auch nicht zu viel erwarten sollte. Unterstützung bekommt der Cast durch Cotter Smith (X-MEN 2, 2003) als Sergeant Sam Talliaferro, der die tödlichen Unfälle in Cameros Umfeld untersuchen soll. Hilfe kommt auch von der Psychologin Nora, die von Mel Harris (MEIN PARTNER MIT DER KALTEN SCHNAUZE, 1989) dargestellt wird. Die Besetzung ist durchaus solide.

    Armand Mastroianni gelingt es bei CAMERON, Spannung und eine dichte Atmosphäre aufzubauen, die er kontinuierlich aufrecht hält. Statt ein zeittypisches Blutbad, wird hier charmanter Dämonen-Horror geliefert, der sich auf ein bisschen Blut, Licht-Effekte und einen Dämonen beschränkt, der in einer anderen Welt hinter der Tür des Wandschranks wohnt.

    (Bjoern Candidus)

  • The Savage Bees, 1976 – ★★★

    The Savage Bees, 1976 – ★★★

    MÖRDERBIENEN GREIFEN AN
    (THE SAVAGE BEES, USA, 1976, Regie: Bruce Geller)

    Auf einem Frachtschiff vor New Orleans entkommen Bienenschwärme. Doch es sind keine herkömmlichen Bienen. Die afrikanische Biene wurde mit der südamerikanischen Biene gekreuzt und daraus resultierte eine neue Art, ausgestattet mit einem tödlichen Gift. Die tödliche Fracht steuert auf das Festland zu, wo man sich gerade auf Mardi Gras vorbereitet. Als es zu den ersten Todesfällen kommt, erklärt ihnen Sheriff McKew und Dr. DuRand den Kampf…

    Bruce Geller, der vor allem als Autor für TV-Serien gearbeitet hat und nur zwei Jahre nach MÖRDERBIENEN GREIFEN AN mit nur 48 Jahren gestorben ist, hat hier einen spannenden Tier-Horrorfilm inszeniert. Die Produktion entstand für das US-TV, wurde aber in einigen Ländern im Kino ausgewertet, z.B. auch in Deutschland. Im Gegensatz zu DER WEISSE HAI (1975), der kurz vorher weltweit das Geld in die Kinokassen spülte, sind Bienen natürlich weniger ikonisch, aber in der Masse, im Schwarm nicht weniger tödlich, zumindest hier. Zwar bekommt man ein paar fiese Attacken zu sehen, die auch sehr gut inszeniert wurden, aber Geller konzentriert sich vor allem auf den wissenschaftlichen Aspekt und auf die Figuren. Mit Ben Johnson als Sheriff Donald McKew und Michael Parks als Dr. DuRand bekommt man direkt zwei starke Männer geliefert, die gemeinsam mit Gretchen Corbett als Jeannie Devereaux auf Bienenjagd gehen. Und sogar Horst Buchholz verirrt sich in den Cast. Das New Orleans-Setting, die Mardi Gras-(Archiv) Aufnahmen und die Natur drumherum ergeben ein atmosphärisches Gesamtbild, und selbst für das Voodoo-Thema findet man kurz Zeit.

    MÖRDERBIENEN GREIFEN AN ist ein ruhiger, aber prickelnder Tier-Horrorfilm, der schnell Erklärungen liefert und einen gekonnt mitnimmt, um eine Lösung für das Problem zu finden. Ein bisschen mehr Bienen-Terror hätte zwar nicht geschadet, aber man bewegt sich schließlich im Rahmen eines TV-Films.

    (Bjoern Candidus)

  • Blood Beach, 1980 – ★★★

    Blood Beach, 1980 – ★★★

    BLOOD BEACH – HORROR AM STRAND
    (BLOOD BEACH, USA, 1980, Regie: Jeffrey Bloom)

    Am Strand von Santa Monica verschwinden Menschen im Sand oder werden von einem unbekannten Etwas gebissen oder gar gefressen. Das Einzige, was man findet, ist ein Krater im Sand. Die Polizei schaltet sich ein, um mit der Hilfe der Rettungsschwimmer den Strandabschnitt zu untersuchen.

    Der Schrecken auf hoher See ist im Horror-Kino durchaus anzutreffen, vor allem im Bereich des Tier-Horrors. Seltener rückt aber der Strand in den Mittelpunkt. Hin und wieder verirrt sich vielleicht mal ein wahnsinniger Killer in den Dünen, wie z.B. in MANIAC (1980). Aber hier schlummert die Gefahr im Sand. Plötzlich tut sich ein Loch auf, und schwupp ist man verschwunden. Ein einfach Trick, um die Strandbesucher zu reduzieren.

    Jeffrey Blooms (BLUMEN DER NACHT, 1987) Beach-Monster-Horrorfilm ist ein charmantes Produkt seiner Zeit, was gleich mit zwei nennenswerten Darstellern aufwartet: John Saxon und Burt Young. Saxon ist Polizei-Captain Pearson, Young Sergeant Royko. Mit den beiden kann man gar nicht falsch liegen, und vor allem Young spielt sein Charisma voll aus. In weiteren Rollen sind David Huffman, Mariana Hill und Otis Young zu sehen. Neben den Hauptfiguren tauchen auch immer wieder skurrile Nebenfiguren auf, die manchmal interessanter sind als das Monster, was sich ohnehin mit Sand bedeckt hält. Apropos Sand, da war doch was mit Monstern im Sand. Drei Jahre nach Blooms Film kam DIE RÜCKKEHR DER JEDI-RITTER, in dem man einen Sarlacc kennenlernt. Das sind riesige, wurmähnliche Kreaturen mit Tentakeln, die im Sandboden leben und aus Löchern kommen, wenn die auf der Jagd sind. 1984 kam DER WÜSTENPLANET, in dem Frank Herberts Sandwürmer durch David Lynch auf die Leinwand gebracht wurden, aber am stärksten drängte sich mir IM LAND DER RAKETENWÜRMER (1990) auf. Dort kündigen sich die Würmer mit einem Beben an, aber man weiß nie, wo sie letztlich auftauchen, und so ist es hier auch. Die Gefahr ist quasi unsichtbar, und das ist wirksam und gleichzeitig sparsam. In dieser Hinsicht ist IM LAND DER RAKETENWÜRMER allerdings besser und spannender inszeniert. Allerdings können sich auch beide nicht von einem gewissen Humor freisprechen, aber der geht bei beiden auf seine Art auf, was im Horror-Kino selten genug der Fall ist. In Sachen Blut und Gekröse sollte man die Erwartung niedrig halten. Erst gegen Ende dreht der Film grafisch kurz auf. Davor versteht es Bloom, mittels billiger Tricks und verschrobenen Figuren zu unterhalten. Das Strand-Meer-Setting ist geradezu erfrischend, und ich war froh, mal keine Flosse im Wasser sehen zu müssen.

    BLOOD BEACH ist ein sehenswerter Monster-Horrorfilm, der nach dem Manchmal-ist-weniger-mehr-Prinzip funktioniert.

  • Barracuda, 1978 – ★½

    Barracuda, 1978 – ★½

    BARRACUDA
    (USA, 1978, Regie: Harry Kerwin, Wayne Crawford)

    An einem Küstenort in Florida kommt es zu tödlichen Angriffen gegen Menschen durch Barracudas. Mike Canfield, ein Meeresbiologe, geht der Sache nach. Schnell findet er heraus, dass die Barracudas Opfer eines Giftes wurden, was sie aggressiv stimmt. Die Spur führt ihn zu einem Mediziner…

    Klingt nicht neu, was uns die beiden Regisseure Harry Kerwin und Wayne Crawford, die auch gemeinsam die Story und das Drehbuch schrieben, hier auftischen. Und doch verhält sich der Film in großen Teilen nicht wie ein typischer Tierhorrorfilm, aber leider profitiert er auch nicht davon. Die Themen Umweltverschmutzung und das einhergehende Verhalten von Tieren ist wahrlich nicht neu, auch 1978 nicht, aber hier geht man vielmehr auf den Verursacher des Ganzen ein und vernachlässig das titelgebende Tier. Es gibt zwar die ein oder anderen blutigen Fressattacken, wenn der Barracuda-Schwarm auf Jagd geht, aber diese werden spärlich eingesetzt und verkommen in ihrer Wichtigkeit, weil das Zentrum an einer anderen Stelle liegt. Wayne Crawford steht hier nicht nur hinter der Kamera, sondern auch vor ihr. Er ist Mike Canfield, der Meeresbiologe, dem ich nicht mal einen Goldfisch anvertrauen würde. Aber nicht nur er hat eine unangenehme Ausstrahlung, sondern auch alle anderen, die hier auftaucht. Bei Jason Evers (BASKET CASE 2, 1990) als Dr. Snow hatte ich das Gefühl, er schläft gleich ein, bevor es die gesamte Inszenierung tut. Aber es gibt auch ein bisschen was Positives zu berichten. Ich mag die eher trübe und karge Stimmung in dem Film, und es gibt mal kein Stadtfest. Und dass Wayne Crawford besser hinter, statt vor der Kamera agieren sollte, zeigen die Unterwasseraufnahmen, bei denen er die Regie übernommen hat. Die sind sehr schön und präsentieren einige Eindrücke von Flora und Fauna. Das Beste ist aber der Score von Klaus Schulze.

    BARRACUDA ist ein schläfriger Öko-Tier-Mad Scientist-Horrorfilm, der trotz gut gemeinter Ideen fast gänzlich scheitert. Einen größeren Badespaß gab es im Jahr 1978 mit DER WEISSE HAI 2 und PIRANHAS.

    (Bjoern Candidus)

  • Smile Before Death, 1972 – ★★★

    Smile Before Death, 1972 – ★★★

    IL SORRISO DELLA IENA
    (Italien, 1972, Regie: Silvio Amadio)

    Nach dem wahrscheinlichen Selbstmord ihrer Mutter Dorothy reist ihre Tochter Nancy Thompson (!) aus England an, um herauszufinden was passiert ist und was ihr Stiefvater Marco und Gianna, der besten Freundin von Dorothy, wissen. Während ihr Marco zwiespältig erscheint, fühlt sie sich zu Gianna hingezogen. Es entwickelt sich ein zwiespältiges Verhältnis zwischen den drei Personen, was immer mehr zu eskalieren droht.

    Silvio Amadio (HAUS DER TÖDLICHEN SÜNDEN, 1972) hat hier eine farbenfrohen, sexy Giallo fabriziert. Nach einer Tötungs-Szene, die sofort mit der ersten Sekunde des Films einsetzt, schlägt man erst mal freundlichere Töne an. Die Credits, die während einer Autofahrt eingeblendet werden, sind beschwingt untermalt von Roberto Pregadios (DIE NACHT DER ROLLENDEN KÖPFE, 1973) Score, der grundsätzlich solide ist, mir aber im Laufe des Films etwas auf die Nerven ging. Es folgt die Einführung der Figuren, die von folgenden nicht unbekannten Darstellungen ausgefüllt wurden: Das Nesthäkchen, Nancy, wird von Jenny Tamburi (MORTE SOSPETTA DI UNA MINORENNE, 1975) dargestellt, die wunderschöne Rosalba Neri (TOP SENSATION, 1969) verkörpert Gianna, während die männlichen Parts von Silvano Tranquilli (DRACULA IM SCHLOSS DES SCHRECKENS, 1971) und Hiram Keller (FELLINIS SATYRICON, 1969) besetzt wurden. In diesem Punkt stimmt alles. Dazu ist der Film ordentlich fotografiert und glänzt durch seine Ausstattung und durch die vielen Gemälde an den Wänden. Hier gibt es viel zu sehen, wozu auch immer wieder Zeit bleibt, womit ich zum negativen Punkt komme. Es kommt immer wieder zu etwas zähen Momenten mit zu viel Geschwätz oder erotischen Momenten. Diese sind zwar gut inszeniert, laden aber auch zu dem ein oder anderen Gähnen ein. Amadio liegt es auch nicht groß an Spannung, sondern er konzentriert sich vielmehr auf das Spiel zwischen den Figuren, auf die Story und ihre Wendungen, was wiederum gelungen ist.

    IL SORRISO DELLA IENA ist ein visuell glänzender Giallo, der auf schwarze Handschuhe und prickelnde Spannung verzichtet, aber genug in die Waagschale legt, um Freunde zu finden.

    (Bjoern Candidus)

  • Shoot, Gringo… Shoot!, 1968 – ★★★½

    Shoot, Gringo… Shoot!, 1968 – ★★★½

    IM STAUB DER SONNE
    (SPARA, GRINGO, SPARA, Frankreich, Italien, 1968, Regie: Bruno Corbucci)

    Der Revolvermann Chad Stark wird nach einer Schießerei von Mexikanern gefangengenommen und zu der Hacienda von Don Hernando Gutierrez gebracht. Der Don befiehlt, ihn aufhängen zu lassen. Doch kurz vor der Hinrichtung entscheidet er sich anders. Er stellt Chad vor die Wahl: Am Leben bleiben oder seinen Sohn Fidel zurückzubringen, der sich von seiner Familie bewusst getrennt hat. Dazu wartet noch eine Belohnung von 5000 $ auf Chad. Er geht auf den Deal ein und macht sich auf die Suche nach Fidel. Als er ihn findet, stellt er schnell fest, dass Fidel ziemlich durchtrieben und gewieft ist und dass sein Auftrag komplizierter ist als gedacht.

    Auf das Haus Corbucci ist Verlass. Ob nun Sergio oder in diesem Fall sein Bruder Bruno Corbucci hinter der Kamera steht, die beiden Italiener beweisen stets, dass sie hervorragende Regisseure sind, die ihr Handwerk perfekt verstehen.
    Eigentlich ist es ja Sergio, der für die Italo-Western zuständig war, aber auch Bruno wollte mal den Staub von Almeria einatmen und so inszenierte er diesen Western.

    In der Hauptrolle ist der Amerikaner Brain Kelly (u.a. ein Executiv Producer von BLADE RUNNER, 1982) als Chad, der sehr charismatisch ist. Notgezwungen an seiner Seite ist der gut aussehende Fabrizio Moroni (VIER FLIEGEN AUF GRAUEM SAMT, 1971), der mit Ray Lovelock verwandt sein könnte.
    Beide geben ein wirklich tolles Duo ab und beherrschen mit ihrem Spiel das Geschehen. Für den weiblichen Part ist hier die schöne Erika Blanc (LIEBE UND TOD IM GARTEN DER GÖTTER, 1972) zuständig.

    Die Mischung aus Flucht-, Rache- und Buddy-Movie ist frei von Leerlauf, bietet viel Action, eine wertige Fotografie einer wunderschönen Landschaft und einen überzeugenden Score von Sante Maria Romitelli (SKLAVEN IHRER TRIEBE, 1969). Durch die vielen Charaktere kommt es auch zu vielen Dialogen, die die Figuren sehr gut unterstreichen und lebendig machen.

    IM STAUB DER SONNE ist ein waschechter Italowestern, der alles bietet, was das Herz benötigt.

    (Bjoern Candidus)

  • 80. Zeder – Denn Tote kehren wieder (1983)

    80. Zeder – Denn Tote kehren wieder (1983)

    ZEDER – DENN TOTE KEHREN WIEDER

    OT: ZEDER

    Italien, 1983

    Regie: Pupi Avati

    Zurück in Italien!

    Bjoern und Gregor tauchen in das K-Gebiet von Bologna ab und besprechen Pupi Avatis Horrorfilm ZEDER, der sich auf alternative Weise mit dem Zombie-Thema auseinandersetzt und mit PSI- und Giallo-Elementen angereichert wurde.

    Blog: https://antenne-traumstadt.podcaster.de/

    Facebook: https://www.facebook.com/AntenneTraumstadt

    Musik: Carlos Ebelhaeuser (Musiker, Komponist / BLACKMAIL, THE DAMNED DON´T CRY)

    Link zum neuen Album von THE DAMNED DON´T CRY: https://open.spotify.com/album/3cAHZfiunmXQzsIUWuQ3cS?si=RWp72NHJRNuBtJYIIORfjQ&fbclid=IwAR1UbQ9FeQ1d9hIp-xF7zZhzafzng8lAhpeRyCADLQRXS0UPbYbxd32K7xk&nd=1

  • Mako: The Jaws of Death, 1976 – ★★

    Mako: The Jaws of Death, 1976 – ★★

    MAKO: THE JAWS OF DEATH
    (USA, 1976, Regie: William Grefé)

    Sonny, der auf der Flucht in einem Gefangenenlager mit Haien konfrontiert wird, die ihm quasi das Leben retten, bekommt von einem Schmanen einen Haifischzahn-Amulett geschenkt, was ihn fortan mit den Haien verbinden wird. Er wird mit allerlei Ungerechtigkeiten in Bezug auf Hai als Beute von Jägern und zur Schaustellung konfrontiert. Er sinnt nach Rache im Namen der Hai, und natürlich mit den Haien, die ihn fleißig bei seinem Vorhaben unterstützen.

    William Grefé hat es wieder getan und serviert hier einen weiteren Film, in denen Tiere eine zentrale Rolle spielen. Und wieder ist man in Florida, irgendwo zwischen Wasser und Bäumen, Tieren und Vollidioten. Der Abenteuer- trifft Horrorfilm – Anstrich, den Grefé schon in STING OF DEATH (1965) und noch mehr in DEATH CURSE OF TARTU (1966) präsentierte, wird hier nahtlos weitergeführt. Grefés Filme wirken oft wie ein bebildertes Groschenheft oder wie ein knallbunter Comic mit bewegten Bildern. Leider bietet das Geschehen neben einer grotesken Story nur wenig Spannung und hält sich immer wieder mit wirrem Geschwätz auf. Dafür gibt es nette Hai-Szenen, und an die Blut-Freunde wurde auch ein bisschen gedacht. Die Darsteller, wie Richard Jaeckel, Jennifer Bishop und Co sind alles andere als gut, passen sich aber dem billigen Gesamtbild perfekt an.

    Von Qualitätskino ist MAKO: THE JAWS OF DEATH weit entfernt, aber Grefés bunter Billig-Charme ist einem auch hier gewiss, und den mochte ich bisher.

    (Bjoern Candidus)