AMERICAN MONSTER
(Q, USA, 1982, Regie: Larry Cohen)
In New York City regnet es plötzlich Blut vom Himmel. Ein Fensterputzer wird geköpft und Menschen verschwinden auf unerklärliche Art und Weise. Das ruft Detective Shepard auf dem Plan. Zur gleichen Zeit lässt sich der Musiker Jimmy Quinn auf üble Typen ein, die einen Juwelier überfallen wollen. Alles kommt anders, als es soll, und als Jimmy auf dem Chrysler Building ein riesiges Ei in einem Nest findet, traut er seinen Augen nicht…
Larry Cohen (DIE WIEGE DES BÖSEN, 1974) hat mich meistens positiv überrascht. Seine Filme haben interessante Storys und Figuren, bringen spannende Themen auf den Tisch, bieten Witz und Ironie und geizen nicht mit Blut und Monstern. Blaxploitation, Baby-Horror, Vampir-Horror oder wie hier, bei AMERICAN MONSTER, Monster-Horror, der geschickt die Brücke zwischen 50er-Jahre-Monster-Kino und 80er-Großstadt-Krimi schlägt. Filme wie KING KONG (1933), PANIK IN NEW YORK (1953) und ANGRIFF DER RIESENKRALLE (1957) zeichnen sich ab, und Cohen spendiert eine liebevolle Hommage in Farbe. Kombiniert wird der Film mit Krimi-Elementen und einer Story über Jimmy Quinn, einem Verlierer-Typ, der sich auf die falschen Leute einlässt. Dieser wird von Michael Moriarty dargestellt, der durch seine spezielle Art mal wieder für Begeisterung sorgt und im Œuvre von Larry Cohen nicht wegzudenken ist. Nicht weniger gern gesehen ist David Carradine, der als Detektive Shepard natürlich erst mal nichts von einem geflügelten Schlangenmonster wissen möchte. Das titelgebende Monster ist ein äußerst hungriger Azteken-Gott namens Quetzalcoatl. Da Azteken-Mythologie im Horror-Kino wahrlich nicht häufig anzutreffen ist, darf man umso glücklicher sein, dass es hier der Fall ist. Das Monster ist nicht gerade häufig im Bild, was überhaupt nichts macht; man spürt die Anwesenheit. Die Stop-Motion-Effekte sind immer wieder schön anzuschauen. War man in Sachen Blut und Gewalt in den 50er-Jahren noch sehr zurückhaltend, liefert Cohen im Gore-Bereich erstaunlich viel. Menschen werden geköpft, Menschen werden gehäutet. In dem Punkt ist man eindeutig in den 80er-Jahren, aber auch die Detektive-in-der-Großstadt-Story passt zum Jahrzehnt und wird geschickt mit dem Verlierer-Strang um Jimmy Quinn verwoben.
AMERICAN MONSTER ist ein liebevoll gemachter Horrorfilm mit sympathischen Figuren und einem garstigen Monster (oder Azteken-Gott) zwischen den Hochhäusern von New York City.
(Bjoern Candidus)









