TOT & BEGRABEN*
(DEAD & BURIED, USA, 1981, Regie: Gary Sherman)
Mit TOT & BEGRABEN hat Gary Sherman einen äußerst garstigen Horrorfilm abgefeuert, und gleichzeitig seinen besten, meiner Meinung nach.
Das nebeldurchzogene Küsten-Setting mit Strand, Booten und einer Kleinstadt, in der jeder jeden kennt, lässt nichts Gutes erahnen, denn über allem liegt ein Schleier des Unheimlichen. Vordergründig scheint man sich allerdings bestens zu verstehen. Doch die Stimmung in dem beschaulichen Ort Potter‘s Bluff kippt, als Sheriff Dan Gillis in einen Fall verwickelt wird, in dem ein Fotograf schwerste Verbrennungen von sich getragen hat. Und so spinnt Sherman langsam ein Netz, was sich immer weiter ausdehnt und TOT & BEGRABEN zu einer spannenden Sache macht.
Mit James Farentino als Sheriff Dan Gillis hat man eine gut Wahl getroffen. Gillis ist ein sympathischer, gerechter Typ, dem man hier gerne auf seinen Ermittlungen folgt. Insgesamt ist die Besetzung gelungen und man wird mit vielen, teils verschroben Figuren konfrontiert, die den Kleinstadtkosmos zum Leben bringen, darunter ist auch Robert Englund in einer kleinen Rolle.
Zwischen dem geschickten Handlungsaufbau und dem steten Vordringen Gillis in ein mörderisches Netz, was sich durch Potter‘s Bluff zu ziehen scheint, streut Sherman auch immer wieder fiese Gore-und Make-up-Effekte, für die sich u.a. Stan Winston verantwortlich zeigte. Abgerundet wird der morbide Trip von einem unheimlichen bis melancholischen Score von Joe Renzetti, dem Haus- und Hofkomponisten Shermans.
TOT & BEGRABEN ist ein sehr qualitativer, höchst atmosphärischer und gut erzählter Horrorfilm, der mit einem starken Ende aufwartet.
(Bjoern Candidus)
*Podcast-Besprechung bei „Antenne Traumstadt“








