Autor: marco-fritz

  • Traumstadt Gazette Ausgabe 80

    Traumstadt Gazette Ausgabe 80

    TRAUMSTADT GAZETTE 80

    Charlotte Gainsbourg und William Dafoe machen Urlaub im Wald, Tommy Lee Jones verschlägt es bewaffnet in den Central Park, Abel Ferrara entdeckt das Bohrmaschinen-Hobby…

    -COMA (1976)

    -THE DRILLER KILLER (1979)

    -THE BEING (1983)

    -DER HERRSCHER DES CENTRAL PARKS (1985)

    -MY HEART IS THAT ETERNAL ROSE (1989)

    -DER ANTICHRIST (2009)

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    Musik: Carlos Ebelhaeuser (Musiker, Komponist / BLACKMAIL, THE DAMNED DON´T CRY)

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  • Four of the Apocalypse, 1975 – ★★★★

    Four of the Apocalypse, 1975 – ★★★★

    VERDAMMT ZU LEBEN – VERDAMMT ZU STERBEN
    (I QUATTRO DELL’APOCALISSE, Italien, 1975, Regie: Lucio Fulci)

    Stubby, Clem, Bud und Bunny, die „vier Reiter der Apokalypse“ (wie es der Originaltitel verlautet) schlagen sich nach ihrem Gefängnisaufenthalt, der abrupt endet, durch die Wüste. Dann stoßen sie auf den Mexikaner Chaco (Milián), dem sie dummerweise vertrauen. Ihre Reise entwickelt sich immer mehr zu einem Abstieg in Hoffnungslosigkeit.   

    Lucio Fulci, der durchaus kein Unbekannter im Italowestern ist, zeigt hier einmal mehr seine oft nihilistische Gangart, die er bereits davor, aber noch mehr danach anschlug. Niederträchtig und garstig geht es auch hier zur Sache, und VERDAMMT ZU LEBEN – VERDAMMT ZU STERBEN gehört in in Sachen grafischer Gewalt zu den härtesten Vertretern seiner Zunft. In der ersten Hälfte gibt es einige drastische Momente wie blutige Einschüsse, eine Häutung bei lebendigem Leibe, die Tötung mit einer Nadel eines Sheriffsterns, die in ein Herz getrieben wird und die Vergewaltigung einer Schwangeren.

    Aber es ist nicht nur die apokalyptische, teils gespenstische Atmosphäre, die hier packt, sondern auch die unterschiedlichen Charaktere, die gut gezeichnet wurden. Fabio Testi ist Stubby, ein durchtriebener Spieler, Michael J. Pollard spielt Clem, einen Trinker, Harry Baird ist Bud, der ordentlich einen an der Waffel hat und Lynne Frederick ist die schwangere Prostituierte Bunny. Und dann ist da noch Tomás Milián als Mexikaner Chaco, der hier alles andere als lustig ist. Solch einen Finsterling hat Milián selten verkörpert. Zum weiteren Repertoire gehören: Donald O‘Brien, Bruno Corazzari und Charles Borromel. Neben Songs von The Cook & Benjamin Franklin Group, steuern Fabio Frizzi, Franco Bixio und Vince Tempera den Score hinzu, der aber nicht sonderlich prägnant ist.

    VERDAMMT ZU LEBEN – VERDAMMT ZU STERBEN ist eine Art Roadmovie-Western-Drama, in dem jeder nach und nach sein Fett wegbekommt. Die tolle Fotografie stammt von Meister Sergio Salvati. Fulci liefert viele abwechslungsreiche Schauplätze. Neben der Wüste und den kargen Bergen von Almería gibt es Geisterstädte und waldige und verschneite Gegenden (Österreich) zu bewundern. Auf dieser hoffnungslosen Reise gibt es immer was zu entdecken. Aber Fulci schlägt auch gefühlvolle Töne an, wenn sich z.B. ein ganzes Lager von Männern liebevoll um ein frisch geborenes Baby kümmert. 

    VERDAMMT ZU LEBEN – VERDAMMT ZU STERBEN hebt sich inhaltlich etwas vom Gros der Italowestern ab, was mitunter auch daran liegen könnte, dass er ein später Vertreter ist. Im Gesamtwerk gehört er zu den stärksten Filmen Fulcis, der hier all seine Facetten zeigt. 

    (Bjoern Candidus)

  • Hit Squad, 1976 – ★★

    Hit Squad, 1976 – ★★

    HIPPIE NICO VON DER KRIPPO
    (SQUADRA ANTIFURTO, Italien, 1976, Regie: Bruno Corbucci)

    Erneut schlüpft Tomás Milián in die Rolle des Superbullen Nico Giraldi und jagt diesmal eine Gruppe Einbrecher, die ein wichtiges Notizbuch an sich gerissen haben. 

    Bruno Corbucci liefert im zweiten Teil erneut das, was man von der Reihe erwartet: Action, Stunts und überdrehte Figuren, die sich blöde Sprüche an den Kopf werfen. Leider fehlt ihm die Ausgewogenheit von DIE STRICKMÜTZE (1976), dem Auftakt der Reihe.

    Handwerklich geht HIPPIE NICO VON DER KRIPPO auf, liefert immer wieder gekonnte Action-Szenen in Form von Prügeleien oder Verfolgungsjagden mittels Auto oder Motorrad und bringt einen von Set zu Set. Doch Corbucci lässt seine Geschichte immer wieder unnötig ausufern und zieht sie in die länge, dass mir schnell die Lust vergangen ist. Auch in den späteren Teilen bekommt man Tomás Milián immer wieder mit hässlichen Klamotten präsentiert, was zu einer Art Markenzeichen wurde. Hier wird es in nahezu jeder Szene neu befremdlich, wenn sich Milián immer wieder mit neuer Kleidung präsentiert. Relativ am Anfang wird die Grenze des guten Geschmacks bereits empfindlich getroffen, wenn Bombolo, der auch in den späteren Teilen der Reihe immer wieder auftauchen wird, gezwungen wird, seine Kacke zu essen, die er vorher bei einem Einbruch auf den Sesseln hinterlassen hat. Guten Appetit!

    HIPPIE NICO VON DER KRIPPO ist nicht der gelungenste Teil der Reihe, auch wenn die Zutaten letztlich vorhanden sind, einschließlich den Gebrüdern De Angelis, die für den Score sorgen, der diesmal auch etwas nervig ausgefallen ist.  

    (Bjoern Candidus)

  • The Cop in Blue Jeans, 1976 – ★★★★

    The Cop in Blue Jeans, 1976 – ★★★★

    DIE STRICKMÜTZE
    (SQUADRA ANTISCIPPO, Italien, 1976, Regie: Bruno Corbucci)

    Wenn ein Film damit anfängt, dass ein Mann seine Hose runterlässt und in einen Grünstreifen vor Publikum kackt, dann kann man davon ausgehen, dass hier Party groß geschrieben wird. Wenn in diesem Film auch noch Tomás Milián und Jack Palance mitspielen, ist der Abend für den Italophilen gerettet. 

    Rom steht nicht still in diesem rasanten Poliziottesco von Sergios Bruder Bruno Corbucci. Es ist der erste Teil der Filmreihe über den Superbullen mit der Strickmütze, der glänzend von Tomás Milián verkörpert wird. Sein Auftrag: Roms Straßen von Dieben, Dealern und Hehler zu befreien, die auch schon mal Menschen in ihren Autos vergasen. 

    Corbucci macht hier keinen Halt; die Inszenierung steht permanent auf Tempo, und das hat mich weder genervt noch gelangweilt. Hier wurde sauber und dennoch wild gearbeitet. Und wenn es mal gerade keine Verfolgungsjagd, Schlägerei oder Schießerei gibt, kann man sich an den köstlichen Sprüchen laben. Das Geschehen wird von den Brüdern Guido und Maurizio De Angelis musikalisch Begleitet, die hier einen rhythmischen Funk-Jazz-Folklore-Score abfeuern. 

    DIE STRICKMÜTZE ist ein hervorragendes Beispiel für einen italienischen Polizeifilm, der keine Zutat dieses Genre vermissen lässt. Nur Miliáns hässliche Strickmütze ist mir ein Dorn im Auge.

    (Bjoern Candidus)

  • Laserblast, 1978 – ★★★½

    Laserblast, 1978 – ★★★½

    LASERKILL – TODESSTRAHLEN AUS DEM ALL
    (LASERBLAST, USA, 1978, Regie: Michael Rae) 

    Nachdem es in der Wüste zu einem Gefecht zwischen zwei außerirdischen Spezies kommt, bei dem ein Humanoider von zwei E.T.-artigen Wesen getötet wird, verliert der seine Strahlenwaffe. Diese Waffe wird von Billy, einem jungen Mann, gefunden, der ganz begeistert ist von seinem Fund. Doch die Waffe übernimmt immer mehr die Kontrolle von Billy, der zur Gefahr von sich selbst und seiner Umwelt wird. Schnell wird er zum Gejagten von der Polizei und den Aliens. 

    Der gute Charles Band hat mit LASERKILL – TODESSTRAHLEN AUS DEM ALL einen charmanten Scifi-Actionfilm produziert, der sich trotz schmalem Budget von gerade mal 280.000 Dollar durchaus sehen lassen kann. Regie führte Michael Rae, der Kim Milford als Billy ins Verderben schickt. 

    Inhaltlich ist hier einiges im Argen, aber das erwarte ich fast bei einer Charles Band Produktion. Dafür kann sich die Umsetzung mit ihren netten Tricks und Modellen etwas hervorheben. Es gibt liebevoll gemachte Stop-Motion-Animationen, die den E.T.-artigen Aliens Leben einhauchen. Weniger freundlich ist hingegen der außerirdische Griesgram mit der Strahlenkanone, die später Billy an sich reißt, der sich darauf hin optisch in einen ähnlichen Griesgram verwandelt. Die Strahlenkanone benutzt er dann, um fleißig Autos in die Luft zu sprengen, sehr zum Missfallen seiner Umwelt, versteht sich. Zwischen kiffenden Cops, niedlichen Außerirdischen und Billy, der sich dramatisch entwickelt, hat auch der wunderbare Roddy McDowall eine Gastrolle als Doktor, der sich glänzend einreiht in die Liste der skurrile Figuren, die das kalifornischen Wüstenkaff bewohnen. 
     
    LASERKILL – TODESSTRAHLEN AUS DEM ALL ist ein charmanter Scifi-Alien-Quatsch aus der phantastischen B-Filmschmiede von Charles Band. 

    (Bjoern Candidus)

  • End of the World, 1977 – ★★½

    End of the World, 1977 – ★★½

    DAS ENDE DER WELT
    (END OF THE WORLD, USA, 1977, Regie: John Hayes)

    Der NASA-Wissenschaftler Andrew Boran empfängt sonderbare Signale aus dem Weltraum. Gemeinsam mit seiner Frau Sylvia geht er auf die Suche nach dem eigentlichen Empfänger der Nachrichten auf der Erde, was die beiden zu einem Kloster führt, was von Pater Pergado und seinen Nonnen geleitet wird. 

    Wenn der Name Charles Band auftaucht, werde ich stets neugierig. Band steht dafür, aus geringem Budget faszinierende kleine Filme zu zaubern, die oft innovative oder abgefahrene Geschichten erzählen. Bei DAS ENDE DER WELT, der unter der Regie von John Hayes (DREAM NO EVIL, 1970) entstanden ist, handelt es sich wahrlich um ein Kuriosum zwischen Science-Fiction und Katastrophenfilm, das für mich in dieser Größe besser funktioniert hat als ein millionenschwerer Blockbuster Marke Emmerich. Hier ist weniger mehr, um das Ende der Welt einzuläuten. Hier ist aber vor allem Christopher Lee, den man in solch einer Produktion weniger erwarten würde. Dass er hier in einer Doppeltolle auftaucht bringt natürlich auch den doppelten Spaß, zumindest dem Zuschauer. Lee selbst fühlte sich sogar betrogen, aber das ist eine andere Geschichte. Inhaltlich drängt sich sogar Lees letzter Dracula-Film, DRACULA BRAUCHT FRISCHES BLUT (1973), für die Hammer-Studios auf, doch DAS ENDE DER WELT ist in allem konsequenter, und was einem hier geboten wird, macht einfach auch mehr Spaß, obwohl der Film sehr düster ist und sich ziemlich ernst nimmt. Von Anfang an liegt eine Bedrohung in der Luft. Hayes liefert düstere Bilder und einen Ausblick auf eine nahende Katastrophe, die nur noch Andrew Boran (Kirk Scott) aufhalten kann. Ziemlich schräg wird es, wenn man Nonnen in futuristischen Schaltzentralen sieht. Zur finsteren Atmosphäre trägt auch der Score von Andrew Belling bei, der vor allem dissonante Töne anschlägt. 

    Leider hat DAS ENDE DER WELT auch viele sehr gedehnte Momente, die nur dazu dienen, die Spielzeit voll zu kriegen, und das zu Ungunsten des Zuschauers. Hat man sich im Zuschauersattel halten können, ohne einzuschlafen und die reichlich verrückte Story geschluckt, bekommt man im Finale wenigstens Überschwemmungen, Erdbeben und Vulkanausbrüche geliefert, wenn auch nur über Bildschirme. 

    DAS ENDE DER WELT ist ein absoluter Sonderling, dem etwas mehr Schwung gutgetan hätte, um seine schräge Scifi-Apokalypse-Geschichte zu erzählen. Was dieser Filme aber ganz klar ist: eine Charles Band Produktion, und die sind nicht immer gut, aber meistens sympathisch. 

    (Bjoern Candidus)

  • Grizzly, 1976 – ★★½

    Grizzly, 1976 – ★★½

    GRIZZLY
    (USA, 1976, Regie: William Gridler)

    In einem Nationalpark in den USA treibt sich ein riesiger Grizzlybär herum, der es auf Camper und Rucksacktouristen abgesehen hat. Das ruft Ranger Kelly auf den Plan, der gemeinsam mit einem Trupp Männer Jagd auf den Bären macht. 

    Nachdem Steven Spielberg 1975 den Weißen Hai zum Monster der Meere machte, versuchte William Gridler Ähnliches mit einem Bären. Leider schafft es Gridler kaum Spannung zu erzeugen, um mich hier bei Laune halten zu können. Visuell ist GRIZZLY hingegen eine Augenweide, vorausgesetzt, man steht auf Wälder und Berge. Für die wunderschöne Naturkulisse von Clayton, Georgia kann Gridler natürlich nichts, aber sein Kameramann William L. Asman hat ganz gute Arbeit geleistet. Doch die Kulisse allein reicht natürlich nicht aus, um den Tierhorror-Freund zu begeistern. Der Grizzly ist lange Zeit nur fragmentarisch zu sehen, oder man darf aus seiner Ego-Perspektive blicken, was die Inszenierung auch nicht spannender macht. Erst im letzten Drittel darf man einen echten Grizzly bewundern, der hin und wieder durch einen Darsteller im Bärenkostüm gedoubelt wird. Kommt es dann Attacken gegen Menschen, sind die nur wenig effektiv inszeniert, lassen aber zumindest abgerissene Körperteile wegfliegen und Blut spritzen. Im Gewaltbereich ist GRIZZLY recht ruppig, und es darf sogar ein kleiner Junge und seine Mutter sterben. Doch zwischen den Angriffen liegen immer viele Minuten gefüllt mit dem Geschwätz von Christopher George als Ranger Kelly und seinem Anhang, die natürlich alle die geballte Männlichkeit in Person sind. Da ist an sich gar nichts gegen einzuwenden, aber irgendwann nervt es einfach, und an das Niveau von DER WEISSE HAI sei hier ohnehin nicht zu denken. Es mangelt an Spannung, und Atmosphäre kommt letztlich nur durch die von Mutter Natur geschaffene Landschaft auf. 

    Trotz Schwächen und Längen ist GRIZZLY gut guckbar, vor allem für Tierhorror-Freunde, die Wert auf das Setting legen. Ein bisschen besser hat es Gridler ein Jahr später mit TIERTERROR IN DER SIERRA NOVA gemacht. 

    (Bjoern Candidus)

  • Terror Train, 1980 – ★★★

    Terror Train, 1980 – ★★★

    MONSTER IM NACHTEXPRESS
    (TERROR TRAIN, Kanada, 1980, Regie: Roger Spottiswoode) 

    Ein gemeiner Streich unter Studenten bringt den schüchternen Kenny in die Psychiatrie. Drei Jahre später feiern die Studenten ihre Abschlussfeier in einem Zug, der von einem geheimnisvollen Killer aufgesucht wird und die Feiernden nach und nach ins Jenseits befördert.

    Zusammen mit PROM NIGHT (1980) gehört MONSTER IM NACHTEXPRESS zu den ersten Horror-Slashern aus Kanada. Nicht nur das Slasher-Konzept, was vor allen Carpenter mit HALLOWEEN (1978) etablierte, wird hier aufgegriffen, sondern gleich noch die Hauptdarstellerin. Jamie Lee Curtis wanderte von HALLOWEEN zur PROM NIGHT, um beim MONSTER IM NACHTEXPRESS zu landen. Im Gegensatz zu ihrem Charakter der Laurie Strode, die sie in HALLOWEEN verkörpert, geht sie hier als Alana leider etwas unter. Aber MONSTER IM NACHTEXPRESS ist auch ein Film der Masken und Kostüme, und die hinterlassen mehr Eindruck als jeder der Darsteller, der Zauberkünstler David Copperfield, der hier auftaucht, mit eingeschlossen. 

    Regie führte der Kanadier Roger Spottiswoode, der hier sein Debütfilm ablegte. Rein visuell ist ihm mit MONSTER IM NACHTEXPRESS sogar einer der schönsten Slasher seiner Zeit gelungen. Obwohl der Handlungsort, ein fahrender Zug, nur wenig Spielraum bietet, gewinnt er gerade durch den limitierten Raum. Hin und wieder bekommt man auch den Zug von außen zu sehen, der durch eine verschneite Landschaft in der Dunkelheit fährt. Zudem baut Spottiswoode eine dichte Atmosphäre auf, die vor allem durch die farbige Ausleuchtung erzeugt wird. Eine Kostümparty in einem Zug mit einem Killer, der sich immer das Kostüm seines letzten Opfers überstreift, ist an sich keine schlechte Idee. Mal ist er Groucho Marx mal ein Echsenmensch oder ein runzeliger Mönch, und so kommt zumindest durch das Erscheinungsbild etwas Abwechslung auf. Ansonsten hält sich Spottiswoode an die Einer-nach-dem-anderen-muss-sterben-Regel, die zwar etwas blutiger als in HALLOWEEN ausgefallen ist, aber insgesamt nur wenig beeindruckt. BLUTIGER VALENTINSTAG, ebenfalls eine kanadische Produktion, hatte in Sachen Gore ein Jahr später weitaus mehr Eindruck hinterlassen. Aber schon Carpenter hat bewiesen, dass grafische Gewalt nicht das A und O in einem Slasher sein muss. Die belanglosen Figuren werden hier durch ein paar durchaus spannende Momente und dem ansehnlichen Erscheinungsbild der Produktion ausgeglichen. Die Kameraarbeit von John Alcott, der im gleichen Jahr SHINING fotografiert hat, ist sehr ordentlich. Eher unauffällig ist der triste Score von John Mills-Cockell. 

    MONSTER IM NACHTEXPRESS bietet leider nur wenig Überraschungen, krankt etwas an den Figuren (nichts ungewöhnliches im Slasher-Kino), aber hat visuell die Nase vorn und überzeugt durch sein beklemmendes Setting. 

    (Bjoern Candidus)

  • 97. Bis das Blut gefriert (1963)

    97. Bis das Blut gefriert (1963)

    BIS DAS BLUT GEFRIERT (1963)

    OT: THE HAUNTING

    GB 1963

    Regie: Robert Wise

    Bjoern Candidus und Patrick Siebold begeben sich in die Welt der Spukhäuser und sprechen über BIS DAS BLUT GEFRIERT, der Adaption von Shirley Jacksons Roman „Spuk in Hill House“ aus dem Jahre 1959.

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  • Urban Legends: Final Cut, 2000 – ★★

    Urban Legends: Final Cut, 2000 – ★★

    DÜSTERE LEGENDEN 2
    (URBAN LEGENDS: FINAL CUT, Kanada, USA, 2000, Regie: John Ottman)

    An einer renommierten Filmhochschule ist der Kampf um den begehrten Hitchcock-Award entbrannt, der dem Gewinner eine Hollywood-Karriere ermöglichen könnte. Plötzlich geschehen Morde unter den Studenten, die die Auswahl der Bewerber immer mehr reduzieren.  

    Nach dem sehr mauen DÜSTERE LEGENDEN (1998) folgte zwei Jahre später die Fortsetzung, die unter der Regie von John Ottman entstanden ist. 

    Wie zu erwarten ist auch DÜSTERE LEGENDEN 2 wahrlich keine Sternstunde des Slasher-Kinos, aber dennoch ist er einen Ticken erträglicher als sein Vorgänger. Das liegt vor allem an den Darstellern, bzw. den Rollen, die sie spielen. Nicht, dass Jennifer Morrison, Matthew Davis, Hart Bochner oder Loretta Devine tiefgründigere Figuren verkörpern würden, aber sie sind insgesamt besser zu ertragen, zumindest anfänglich. Zudem nimmt sich die Inszenierung stellenweise weniger ernst als im Vorgänger, der dadurch auch nicht spannender wurde. Ottman bringt wenigstens etwas mehr Leben in seinen Film. Doch trotz ein bisschen mehr Gore, Spannung und visuellen Reizen versagt DÜSTERE LEGENDEN 2 mit zunehmender Laufzeit immer mehr und endet in einem übel inszenierten Finale. 

    Wie sein Vorgänger ist auch DÜSTERE LEGENDEN 2 ein weiterer langweiliger Slasher, der einen nicht mal vor einem Gastauftritt von Rebecca Gayheart verschont.

    (Bjoern Candidus)