STAR CRASH – STERNE IM DUELL
(STARCRASH – SCONTRI STELLARI OLTRE LA TERZA DIMENSIONE, Italien, USA, 1978, Regie: Luigi Cozzi)
Count Zarth Arn, Unterdrücker des Universums, hat eine neue Waffe mit grenzenloser Reichweite und einer unglaublichen Zerstörungskraft, dass sie sogar einen ganzen Planeten vernichten kann. Als das Aufklärungsraumschiff von Simon, dem Sohn des Imperators, nicht zurückkehrt, bittet er den Schmuggler Acton und seine Komplizin Stella Star, seinen Sohn zu finden und nebenbei Count Zarth Arn auszuschalten. Ein gefährliches Abenteuer bricht an.
Nach dem weltweit riesigen Erfolg von KRIEG DER STERNE (1977) dauerte es nicht lange, bis die ersten Rip-Offs die Kinos eroberten. Eine sehr frühe Antwort auf George Lucas Space-Opera lieferte Luigi Cozzi mit STAR CRASH, einer amerikanisch-italienischen Co-Produktion von Net und Patrick Wachsberger.
Schon die Eröffnungszene mit dem Raumschiff, was von oben herab herunter ins Bild schwebt, lässt einen unweigerlich an KRIEG DER STERNE denken. Schnell wird einem der Darth Vader von STAR CRASH präsentiert, der von niemand geringerem als Joe Spinell verkörpert wird. Als böser Count Zarth Arn trägt er zwar keinen Helm und hat auch kein Luftproblem, aber dafür hat er eine lustige Frisur und schmückt sich mit einem roten Umhang. Eine völlig groteske Version von Han Solo findet man in dem Schmuggler Acton, der von Marjoe Gorter verkörpert wird. Der geht vielleicht als Sexsklave von Harald Glööckler durch, aber sicherlich nicht als Schmuggler. Aber Acton hat ja seine Dame fürs Grobe an seiner Seite: Caroline Munro als Stella Star. Eine der wenigen Lichtblicke unter den Darstellern, denn die steht wenigstens nicht nur dumm herum, sondern kämpft mit Körper und Waffen. Nicht, dass das irgendwie überzeugend wäre, aber immerhin zeigt sie Einsatz. Und wo wir beim Herumstehen sind: Christopher Plummer als Imperator steht hier auch extrem gelangweilt als Hologramm herum, aber nur kurz. Sein Sohn, Prinz Simon, sei auch noch erwähnt, aber nur, weil er von David Hasselhoff verkörpert wird. Auch der ist nur kurz dabei. Immerhin. Am besten kommt noch der C3-PO-Abklatsch Elle weg. Der Polizeiroboter sieht wenigstens ansprechend aus, was hier sonst nur Frau Munro gelungen ist. Aber wegen der Darsteller sollte man STAR CRASH ohnehin nicht gucken; den meisten Spaß liefert Cozzi mit seinen Modellen, Stop-Motion-Effekten, Kostümen, Set-Designs und den tollen Lichtern in allen Farben, die der Regenbogen hergibt.
Dass die Produktion bei weitem nicht die Qualität von KRIEG DER STERNE liefert, dürfte inzwischen klar sein, dennoch sind gerade die Raumschiffmodelle sehr schön und verspielt. Count Zarth Arns Raumschiff hat die Form einer Hand, während andere Raumschiffe an Fische erinnern. Auch die farbigen Sterne, die zwar die Definition von Kitsch sind, sorgen für die besondere Space-Atmosphäre von STAR CRASH. Ein weiteres Bonbon ist der Score von John Barry.
Das Tempo der Inszenierung ist hoch, was STAR CRASH nie langweilig macht. Dennoch ist Cozzis Film etwas sprunghaft, was aber auch an der jeweiligen Fassung liegt (kürze US-Fassung). Mal ist man am Meer, mal im Schnee, dann wieder in der Wüste. An unterschiedlichen Orten mangelt es hier wahrlich nicht, dafür an einer spannenden Gesichte.
Trotz vieler inszenatorischen Schwächen ist STAR CRASH ein buntes Vergnügen, was nie langweilig ist und die Liebe Cozzis für das Genre zeigt.
(Bjoern Candidus)