Autor: marco-fritz

  • The Monolith Monsters, 1957 – ★★★★

    The Monolith Monsters, 1957 – ★★★★

    DAS GEHEIMNIS DES STEINERNEN MONSTERS
    (THE MONOLIGHT MONSTERS, USA, 1957, Regie: John Sherwood)

    In der Wüste von Kalifornien wird ein seltsames Gestein entdeckt, was aus dem Weltraum zu kommen scheint. Kommt es mit Wasser in Verbindung wächst es, berührt man es, erstarrt man langsam. Da das Gestein durch Wasser wächst, bedroht es zunehmend die Umgebung, so auch eine nahegelegene Kleinstadt. Der Geologe Dave Miller sucht nach einem Mittel, das rasante Wachstum aufzuhalten, um die Stadt retten zu können.

    John Sherwood hat mit DAS GEHEIMNIS DES STEINERNEN MONSTERS ein sehr außergewöhnliches Monster aufgegriffen, was auf einer Story von Jack Arnold basiert. Kein Saurier, kein Riesenaffe, keine Marsmenschen oder Amphibienwesen, nein, ein Gestein aus dem Weltraum ist hier die Gefahr für eine Kleinstadt in der Wüste Kaliforniens. Der Film beginnt mit einer atmosphärischen Einleitung mittels Off-Sprecher, der von Meteoriten und über das große Interesse der Wissenschaftler über diese berichtet. Danach bekommt man sehr schnell das außergewöhnliche Gestein zu Gesicht, was einem Geologen Fragen aufwirft. Für mich war die Frage schnell geklärt, denn es handelt sich um ganz normalen Obsidian, den es aber in der Realität des Films offensichtlich nicht gibt. Hier wird das schwarze, glänzende Gestein, was streng genommen ein vulkanisches Gesteinsglas ist, als außerirdisch verkauft. Funktioniert, wenn man es nicht besser weiß. Bevor sich das Monolith-Monster in Gänze zeigt, muss man mit den kleinen Brocken vorlieb nehmen, die überall herumliegen. Es sollte nur nicht nass werden, denn sonst wächst es und wächst und wächst. Berührt man es, erstarrt man langsam, da das Gestein einem das Silizium entzieht. In der deutschen Synchronisation wird allerdings von Silikon gesprochen, was das Ganze komplett ad absurdum führt. 

    In den ersten 30 Minuten baut Sherwood einige Spannungsmomente auf, und insgesamt sieht DAS GEHEIMNIS DES STEINERNEN MONSTERS sehr qualitativ aus. Zudem hat mir die Besetzung (Grant Williams, Lola Albright, Les Tremayne und Trevor Bardette) gefallen, was im 50er-Jahre-Monsterkino selten der Fall ist. Die Hauptattraktionen ist natürlich der Monolith, der sich in der zweiten Hälfte des Films in die Höhe kristallisiert. Wenn sich die Riesenkristalle zwischen den normalen Felsen aufbauen und mit ihren Zusammenbrüchen Zerstörungen anrichten, kann sich das durchaus sehen lassen. Hier hat die Modellbauabteilung gute Arbeit geleistet.

    Auch wenn Jack Arnold mit der eigentlichen Produktion nichts zu tun hat, versprüht sie doch ein wenig die Atmosphäre seiner Filme, die ohnehin zu den stärksten Monsterfilmen jener Ära gehören.

    DAS GEHEIMNIS DES STEINERNEN MONSTERS liefert eine frische Idee, spannende und atmosphärische Momente sowie sympathische Figuren und einen schönen Schauplatz in der Wüste Kaliforniens, der auch ein bisschen Western-Feeling aufkommen lässt.

    (Bjoern Candidus)

  • Traumstadt Gazette Ausgabe 83

    Traumstadt Gazette Ausgabe 83

    Von Riesenmotten, geilen Römern und gequälten Nonnen

    -MOTHRA (1961)

    -HEXEN – GESCHÄNDET UND ZU TODE GEQUÄLT (1973)

    -STOPPT DIE TODESFAHRT DER U-BAHN 123 (1974)

    -CASTIGATA, DIE GEZÜCHTIGTE (1974)

    -CALIGULA 2 – THE UNTOLD STORY (1982)

    -TAGE DES TERROR (1986)

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    Musik: Carlos Ebelhaeuser (Musiker, Komponist / BLACKMAIL, THE DAMNED DON´T CRY)

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  • Raiders of Atlantis, 1983 – ★★★

    Raiders of Atlantis, 1983 – ★★★

    ATLANTIS INFERNO

    (I PREDATORI DI ATLANTIDE, Italien, Philippinen, 1983, Regie: Ruggero Deodato)

    Durch die Strahlung eines auf dem Meeresgrund liegenden Atom-U-Boots kommt es zu einem Seebeben, was für kurze Zeit die Überreste der Stadt Atlantis an die Meeresoberfläche transportieren. Das hat zur Folge, dass eine Forschungsstation zerstört wird. Ein paar können sich mit Hilfe von zwei Kriminellen retten, die sie mit ihrem Boot auf eine Insel bringen. Doch dort beginnt erst der Schrecken, denn eine barbarische Gang, die Raiders, steht unter dem Bann einer Macht, die sie aus Atlantis her steuert. 

    Hatten sich die Regie-Kollegen D‘Amato, Martino, Castellari usw. im Jahre 1983 vor allem in der endzeitlichen Wüste aufgehalten, steuerte Deodato mit ATLANTIS INFERNO das Meer an. Das Ergebnis wurde ein wilder Mix aus Abenteuer-, Action- und Fantasyfilm mit einer unterhaltsamen Besetzung. Im Gegensatz zu ENDGAME oder METROPOLIS 2000 wurden die Welt (die Story ist 1994 angesiedelt) hier noch nicht Opfer eines Atomkriegs, und deshalb passt Deodatos Film auch nicht wirklich in die Reihe der italienischen Endzeitfilme, sondern streift mehr das Fantasy-Abenteuerkino. Dennoch bedient sich Deodato an bekannten Elementen und lässt hier die Raiders auftauchen, die mit ihren auffälligen Autos und Motorrädern für Angst und Schrecken sorgen. Die wild gestylten Typen in Leder und bizarrem Make-up wurden ebenso wie in den anderen Filmen jener Tage durch MAD MAX 2 (1981) inspiriert. Auf der anderen Seite sind die Überlebenden einer Katastrophe, u.a. bestehend aus Christopher Connelly, Tony King, Ivan Rassimov, George Hilton und Michele Soavi. Und diese Herschafften liefern sich massig Verfolgungen und Schießereien, die ATLANTIS INFERO zu einem enorm actionreichen Vergnügen machen. Kämpfe in brennenden Häuserruinen und Straßenschlachten mit gespannten Drahtseilen, die Köpfe vom Rumpf von bizarren Typen trennen, sind der Zucker dieser Inszenierung. Das alberne Auftauchen des restlichen Atlatis, was durch eine riesige Glaskuppel geschützt wird, verkommt fast zur Nebensache, bis es dann im letzten Drittel wieder näher rückt. Im Gegensatz zu den beiden vorherigen Filmen, CANNIBAL HOLOCAUST (1980) und DER SCHLITZER (1980) hält sich Deodato hier in Sachen Gore etwas zurück. Dennoch gibt es ein paar blutige, gut gemachte Momente, die die Inszenierung aufwerten.

    Nicht alles ist astrein inszeniert, einiges sogar schlecht, und manchmal ist der Schnitt wenig elegant, aber im großen Ganzen sieht ATLANTIS INFERO ordentlich aus und liefert durch unterschiedliche Schauplätze viel Abwechslung. Zusätzlich darf man sich mal wieder auf die Gebrüder de Angelis freuen, die einen guten Score produziert haben. 

    Bei ATLANTIS INFERNO sollte man sich rein auf die Schauwerte konzentrieren. Man sollte die hölzerne Action und die atmosphärischen Schauplätze genießen, aber auf gar keinen Fall länger über die krude Geschichte nachdenken, die einem hier nebenbei erzählt wird.

    (Bjoern Candidus)

  • Syngenor, 1990 – ★★★

    Syngenor, 1990 – ★★★

    SYNGENOR – DAS SYNTHETISCHE GENEXPERIMENT
    (SYNGENOR, USA, 1990, Regie: George Elanjian Jr.)

    Syngenor sind synthetisch-genetische Organismen, die als Kampfeinheiten gezüchtet wurden, die in zukünftigen Kriegen den Mensch ersetzen sollen. Sie besitzen große Kräfte, die Fähigkeit, Verletzung binnen kurzer Zeit verheilen zu lassen und reproduzieren sich alle 24 Stunden selbst. Doch der verrückte Konzernchef Cater Brown von Norton (!) Cyberdyne (!) Corporation lässt einen Syngenor frei, der seinen friedlichen Erschaffer in seiner Garage ermordet. Susan, die Nichte des Ermordeten, geht gemeinsam mit dem Reporter Nick auf Spurensuche. 

    George Elanjian Jr. hat in seinen B-Horror-Scifi-Monsterfilm sämtliche Zutaten gemixt, die man im 80er-Jahre-Kino zu genüge, sehr viel besser, aber auch sehr viel schlechter serviert bekommen hat. Zwar ist die Inszenierung von sehr vielen öden Dialogen durchzogen, doch Elanjian sorgt zumindest in regelmäßigen Abständen immer wieder für Unterhaltung. Zum einen hat man hier David Gale als Konzernchef Cater Brown, der ähnlich wie in RE-ANIMATOR (1985) eine bizarre Performance liefert, zum anderen gibt es ein paar gute Monster- und Gore-Effekte. Wer glaubt, dass Monster schon mal gesehen zu haben, der liegt richtig, denn das gleiche Design wurde bereits in SCARED TO DEATH (1980) von William Molone verwendet, der durch Gigers Alien-Design inspiriert wurde. Das Monster-Kostüm kann sich durchaus sehen lassen, auch wenn es alles andere als innovativ ist und immer hinter den Erwartungen zurückbleibt, die man laut seiner Beschreibung von ihm hat. So super wie der der Supersoldat sein soll, ist er am Ende dann doch nicht, wenn sich der Kreis zu dem Satz „Man ist sich sicher, zukünftige Kriege werden im Mittleren Osten geführt“ schließt. Unheimlich aktuell wird es, wenn man gleichzeitig eine Karte sieht, auf der der Iran mit einem roten Punkt markiert wird. 

    Sieht man von den sehr faden Darstellern ab, David Gale ausgenommen und verzeiht zahlreiche Logikfehler und dummes Geplänkel, bekommt man mit SYNGENOR einen handwerklich soliden B-Film vor einer Hochhaus-Kulisse mit leicht futuristischem Anstrich geboten. 

    (Bjoern Candidus)

  • 976-EVIL II, 1992 – ★½

    976-EVIL II, 1992 – ★½

    ASTRAL FACTOR
    (976 – EVIL II, USA, 1991, Regie: Jim Wynorski)

    Auf seiner Reise mit dem Motorrad trifft Spike auf Robin, die Visionen von einem Serienmörder hat, der in Kontakt mit dem Teufel steht. Obwohl Mr. Grubeck, der mörderische Dekan einer Schule, längst hinter Gitter sitzt, kann er mittels Telefon mit dem Teufel kommunizieren, die Zelle verlassen, weitere Morde verüben und Robin terrorisieren. Doch er hat die Rechnung ohne Spike gemacht, der sich mit teuflischen Mächten bestens auskennt.

    Es war schon immer möglich, selbst dem schlechtesten Horrorfilm eine Fortsetzung zu spendieren. Nicht, dass 976 – EVIL (1988) ein schlechter Film ist, aber eine Fortsetzung hatte er wahrlich nicht nötig gehabt. Mit ASTRAL FACTOR bekommt er dennoch eine Fortsetzung, diesmal unter der Regie von Jim Wynorski, in der erneut Patrick O’Bryan als Spike auftaucht, aber kaum auf das Erlebte im Vorgänger eingeht. Er erweckt zumindest etwas mehr Eindruck als im Vorgänger und hat hier wenigstens keinen Stephen Geoffreys an seiner Seite. Sein Augenmerk gilt Robin, die von Debbie James verkörpert wird, die von Mr. Grubeck verfolgt wird. Dieser wird von René Assa verkörpert, der leider keine gute Wahl war. Sein Auftreten gleicht einem schmierigen Vertreter, der sich als Freddy Krueger versucht und gnadenlos scheitert. 

    Was man dem Film zugutehalten muss ist seine Betonung auf Action und Effekte, die allerdings kaum überzeugen, aber von der teils wirren Inszenierung etwas ablenken können. Zwischendurch kommt es allerdings auch immer wieder zu fürchterlich langweiligen Dialogen zwischen den hölzernen Figuren, die jeden Ansatz von Spannung verpufft lassen. Da helfen weder Verweise an NIGHTMARE ON ELM STREET (1984), SHOCKER (1989) und NIGHT OF THE LIVING DEAD (1968) noch ein Gastauftritt von Brigitte Nielsen als Besitzerin einer Okkult-Buchhandlung. 

    ASTRAL FACTOR ist weit entfernt von Robert Englunds Regie-Debüt 976-EVIL (1988), was sich durch skurrile Einfälle, gute Effekte und einer dichten Atmosphäre auszeichnen konnte, was hier alles nicht vorhanden ist.

    (Bjoern Candidus)

  • 976-EVIL, 1988 – ★★★½

    976-EVIL, 1988 – ★★★½

    976-EVIL – DURCHWAHL ZUR HÖLLE
    (976 – EVIL, USA, 1988, Regie: Robert Englund)

    Hoax leidet unter seiner verrückten Mutter, die den direkten Draht zu Gott zu haben scheint und den Mitschülern an seiner Schule, für die er nur ein Idiot ist. Der einzige, der ihm noch beisteht, ist sein Cousin Spike, aber auch der ist nicht der Hellste. Als Hoax an eine Visitenkarte für eine Horoskop-Telefonberatung kommt, wächst in ihm die Neugier, und er wählt die Nummer. Damit bockt er sich nur noch mehr Ärger ein, denn ein Dämon ergreift Besitz von ihm. Mit dem Dämon im Leib begibt sich Hoax auf eine Rachetour, um all den das Licht auszubladen, die ihn verachten.

    Wer ständig einen verbrannten Traumdämon mit Krallenhandschuh vor der Kamera mimt, möchte auch mal selbst Regie führen, so oder so ähnlich dachte sich Robert Englund. Schon die Titel-Sequenz, die einen in eine düstere Gasse mit einer Telefonzelle führt, erweckt Erinnerungen an die Traum-Ästhetik mancher NIGHTMARE ON ELM STREET-Teile. Schummriges grünes und pinkes Neonlicht durchflutet die Sets, die insgesamt einen eher heruntergekommen Anstrich bieten. Wenn Springwood das vordergründige Paradis der Spießbürger ist, ist das Kaff hier die Vorhölle der Minderbemittelten und Bekloppten. Das zeichnet sich beim Protagonisten Hoax (!), seiner religiösen Mutter und seinem Cousin Spike direkt ab. Drei Trottel, die es sich gegenseitig schwermachen. Die überzogenen und dümmlichen Figuren sind schon speziell und dürften einige abschrecken, dennoch sind sie skurril genug, um einen bei Laune halten zu können. Hoax wird von Stephen Geoffreys dargestellt, dessen Rolle sich hier kaum von der als „Evil Ed“ in FRIGHT NIGHT (1985) unterscheidet. Seine durchgeknallte Mutter wird von Sandy Dennis (GOD TOLD ME TO, 1976) verkörpert, während Cousin Spike von Patrick O‘Bryan (DER SUNSET-KILLER, 1989) dargestellt wird. Robert Picardo (STAR TREK – VOYAGER) gibt sich die Ehre, und Fans der Serie AUSGERECHNET ALASKA dürfen sich über Darren E. Burrows freuen. 

    Im großen Ganzen ist 976-EVIL – DURCHWAHL ZUR HÖLLE ein durchaus sehenswerter Horrorfilm, der sich vom Gros ähnlicher 80er-Produktionen etwas absetzt. Zwar bedient sich Englund auch Slasher-Elementen, aber geht seine Inszenierung kreativer und figurenbetonter an. Ein ordentliches Make-up, gute SFX und ein paar blutige Szenen sind einem ebenfalls gewiss.

    976-EVIL – DURCHWAHL ZUR HÖLLE ist ein sehenswerter Horrorfilm, der gut zu Filmen wie EVILSPEAK (1981) und DIAL: HELP (1988) passt. Ein paar Minuten weniger Spielzeit hätten der Inszenierung gutgetan, aber wirklich störend ist eigentlich nur Stephen Geoffreys, der mich mit seiner Art irgendwann genervt hat, aber so kennt man ihn halt.

    (Bjoern Candidus)

  • The Hills Have Eyes Part 2, 1984 – ★★

    The Hills Have Eyes Part 2, 1984 – ★★

    TODESTAL DER WÖLFE
    (THE HILLS HAVE EYES PART II, USA, 1984, Regie: Wes Craven)

    Acht Jahre nach dem Überfall einer Kannibalen-Sippschaft auf die Familie Carter, rät ein Psychologe Bobby Carter den Tatort mit seinen Freunden wieder aufzusuchen, um sich der Vergangenheit zu stellen. Seine Freunde wollen in der felsigen Gegend mit ihren Motocrossrädern fahren, um dem tristen Alltag zu entkommen. Doch Bobby beschließt, an dem Trip nicht teilzunehmen. Stattdessen fährt Ruby mit, die einst mit Hilfe von Bobby aus ihrer kannibalischen Familie fliehen konnte. Als die Clique die Wüste erreicht, dauert es nicht lange, bis sie von Pluto und dem Reaper angegriffen werden, die ihre Behausung in einer alten Silbermine gefunden haben. 

    Kurz vor der Produktion von NIGHTAMRE ON ELM STREET im Jahre 1984 arbeite Wes Craven an der Fortsetzung zu HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN (1977), den er aber nicht fertigstellen konnte, da das Budget aufgebraucht war. Erst nach dem Erfolg mit Freddy Krueger wollte das Studio, dass Craven aus dem bereits vorhanden Material von TODESTAL DER WÖLFE einen fertigen Film schneiden sollte. Doch das Ergebnis war zu kurz und so baute das Studio Szenen aus dem Vorgänger ein, die als Flashbacks dienen. Aber das ist das kleinste Problem von Cravens Fortsetzung, mit der er selbst gar nichts mehr zu tun haben wollte. 

    Die ganze Prämisse von TODESTAL DER WÖLFE ist ziemlich absurd. Man gewinnt Robert Houston als Bobby zurück, der sein Trauma bewältigen soll, was er seit acht Jahren mit sich herumschleppt und bleibt dann einfach zu Hause. Stattdessen lässt man wahllos zusammengestellte junge Leute in die Pampa fahren, begleitet von der Tochter der Kannibalen. Ruby wird immerhin erneut von Janus Blythe dargestellt. Schäferhund Buddy ist auch wieder dabei, der im Vorgänger Pluto an den Kragen wollte. Pluto wird wieder von Michael Berryman verkörpert, der diesmal Unterstützung von John Bloom als Reaper bekommt. 

    Leider ist es Craven nicht gelungen, die bedrohliche Atmosphäre seines Vorgängers zu wiederholen. Statt Tageslicht, was HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN domiert, gibt es hier sehr viel Dunkelheit, die zwar teilweise spannende Momente bereithält, aber vieles auch nur erahnen lässt. Die Action und Gewalt wurde ebenfalls deutlich reduziert und hat keinen Eindruck hinterlassen. Harry Manfredini sorgt für bekannte FRIDAY THE 13TH-Klänge, die die wenigen gelungenen Szenen des Films passend untermalen. Doch leider ist die Inszenierung durchzogen von langweiligen Szenen mit charakterlosen Figuren, die mir völlig egal waren. Hatte Familie Carter noch Format, ist man hier in der Welt der Austauschbaren, sieht man von Michael Berryman ab, der dem Film auch nichts abgewinnen konnte.

    TODESTAL DER WÖLFE ist eine maue, völlig überflüssige Fortsetzung eines starken Vorgängers. 

    (Bjoern Candidus)

  • The Hills Have Eyes, 1977 – ★★★★

    The Hills Have Eyes, 1977 – ★★★★

    HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN
    (THE HILLS HAVE EYES, USA, 1977, Regie: Wes Craven) 

    Die siebenköpfige Familie Carter ist auf dem Weg nach Kalifornien und macht einen Zwischenstopp in der Wüste, um nach einer alten Silbermine zu suchen, doch dabei kommt es zum Achsenbruch ihres Wohnmobils. Auch das Funkgerät funktioniert in der abgeschieden Gegend nicht, was Doug, den Ältesten, antreibt, zu Fuß loszuziehen, um an einem anderen Ort Hilfe zu holen. Doch in der Gegend lebt eine Familie, die es auf Menschenfleisch abgesehen hat. 

    Als Wes Craven mit seiner Frau eine Spritztour durch Nevada unternahm, wurde er in einem Ort von Einheimischen mit einem Pfeil beschossen, der ihn leicht am Kopf verletzte. Nachdem er mit dem Anwalt drohte, drohten die Rüpel zurück und sagten, dass sie ihn hier ganz einfach umbringen und in der Salzwüste verschwinden lassen könnten. Dieser Vorfall, die Legende um Alexander „Sawney“ Bean und seiner Kannibalen-Sippe in Schottland und seine Begeisterung für Tobe Hoopers TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974) sind Zutaten die Craven zu HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN inspirierten. Doch statt der flachen, landwirtlichen Kulisse von Texas geht es hier in die Wüste. Gedreht wurde in der Ödnis von Kalifornien, wo Sand und Felsen auf Familie Carter warten. Auch Craven ist es gelungen, durch den Schauplatz und den sommerlichen Temperaturen eine Atmosphäre der Bedrückung zu schaffen. Das Transsylvanien der USA ist eine öde Wüste in der als Ergebnis von Atombombentests degenerierte Menschen leben, die sich vom Fleisch anderer Menschen ernähren. Die Hitze, die Abgeschiedenheit und die Bedrohung, die sich langsam und subtil anschleicht, dominieren die erste Hälfte von HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN, bevor es dann richtig losgeht und Craven den Terror entfacht, den Jupiter und seine Kannibalen-Sippe für die Carters vorbereitet hat. Der älteste Carter wird zum Braten, der jüngste soll als Nachtisch dienen und als Zwischenmahlzeit muss ein Wellensittich herhalten. An garstigen Ideen mangelt es wahrlich nicht, und Cravens grobe Art, die Gewalt zu inszenieren, ist eine wahre Wonne. Das ist pures 70er-Jahre-Terrorkino mit Verfolgungen und Kämpfen im Staub der Wüste. 

    Craven hat auch ein gutes Händchen mit seinen Darstellern bewiesen. Die siebenköpfige Familie Carter ist gut getroffen. Hier darf man auch die wunderbare Dee Wallace in ihrem zweiten Langfilm erleben. Im Finale beweisen dann die noch lebenden Mitglied der Familie, dass sich auch die Städter zu Wehr setzen können. Unter den Kannibalen sticht vor allem einer heraus: Michael Berryman, der zwei Jahre vorher bereits einen Auftritt in EINER FLOG ÜBER DAS KUCKUCKSNEST (1975) hatte und nach diesem hier zur einer Ikone des Horrorkinos wurde. Auch das Design der Kannibalen ist gelungen. Die Degenerierten schmücken sich mit Fell, Lumpen und Knochenschmuck. Besonders das Narben-Make-up von Jupiter (James Withworth) weiß zu gefallen und unterstreicht seine widerliche Art.

    Auch wenn Craven nicht ganz die Kraft eines TEXAS CHAINSAW MASSACRE aufbauen konnte, ist ihm mit HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN ein starkes Stück Terrorkino gelungen, was sich mit einer dichten Atmosphäre, grober Gewalt und guten Figuren auszeichnet. 

    (Bjoern Candidus)

  • The Last House on the Beach, 1978 – ★★★½

    The Last House on the Beach, 1978 – ★★★½

    JUNGE MÄDCHEN ZUR LIEBE GEZWUNGEN
    (LA SETTIMA DONNA, Italien, 1978, Regie: Franco Prosperi)

    Drei Bankräuber verschaffen sich auf der Flucht Zugang in ein Haus am Meer, was gerade von einer Gruppe junger Internatsschülerinnen unter der Aufsicht von Schwester Cristina bewohnt wird. Die drei Kerle haben nichts besseres im Sinn, als ihre niederen Instinkte an den Mädchen auszulassen. Es kommt zu Demütigungen, Vergewaltigungen und Mord, bis sich der Spieß umdreht und die Frauen mit aller Härte zurückschlagen.

    Das Rape-and-Revenge-Thema hatte die Italiener offensichtlich ebenso fasziniert wie später den Zombiefilm, und so durfte sich auch Franco Prosperi (Bitte nicht verwechseln mit dem MONDO CANE – Franco Prosperi!) die Finger schmutzig machen.

    Wie in der zweiten Hälfte von Cravens LAST HOUSE ON THE LEFT (1972) ist auch JUNGE MÄDCHEN ZUR LIEBE GEZWUNGEN ein Home Invasion-Film, der gleichzeitig noch mit einer Prise Nunsploitation gewürzt wurde. Regisseur Franco Prosperi hat dafür gesorgt, sämtlich Zutaten dieser Filmgattungen zusammenzulegen, um den Zuschauer bei Laune zu halten. 

    Der wunderschöne Schauplatz, ein weitläufiges Haus am Meer, wird zum Ort des Schreckens für fünf junge Mädchen und Schwester Cristina, die von der großartigen Florinda Bolkan dargestellt wird. Die macht wie immer eine gute Figur, besonders im Finale. Gegenüber stehen die drei höchst brutalen und sadistischen Kerle Aldo, Walter und Nino. Hier sticht natürlich der stets smarte Ray Lovelock heraus, der es faustdick hinter den Ohren hat. Die Drei gehen mit einer ziemlichen Härte vor, die zarten Gemütern durchaus Probleme bereiten könnten. Es kommt zu sehr viel sexualisierter Gewalt, die ihren Höhepunkt in einer Entjungferung mittels Holzknüppel findet. Trotz seines Exploitation-Charakters sieht JUNGE MÄDCHEN ZUR LIEBE GEZWUNGEN zu jeder Zeit gut aus, wurde ansprechend fotografiert und toll untermal mit einem Score von Roberto Pregadio und dem Song „Place for the Landing“, bei dem Ray Lovelock selbst hinter dem Mikro stand. Im Kontrast zu der sadistischen Gewalt, gibt es immer wieder schöne Impressionen von der Küste und dem Meer, die für sommerliche Gefühle sorgen, bevor sie im nächsten Augenblick wieder unsanft weggeblasen werden. 

    JUNGE MÄDCHEN ZUR LIEBE GEZWUNGEN ist ein äußerst kaltblütiger, aber packend Inszenierter Thriller, dem es lediglich an Innovationen mangelt. 

    (Bjoern Candidus)

  • Canuxploitation – Horrorfilme aus Kanada

    Canuxploitation – Horrorfilme aus Kanada

    CANUXPLOITATION – HORRORFILME AUS KANADA

    Bjoern Candidus und Marco Fritz verschlägt es diesmal nach Nordamerika, um sich über das kanadische Horror-Kino zu unterhalten, was Perlen wie BLACK CHRISTMAS, DIE BRUT oder THE GATE hervorbrachte.

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    Musik: Carlos Ebelhaeuser (Musiker, Komponist / BLACKMAIL, THE DAMNED DON´T CRY)

    Link zum neuen Album von THE DAMNED DON´T CRY: https://open.spotify.com/album/3cAHZfiunmXQzsIUWuQ3cS?si=RWp72NHJRNuBtJYIIORfjQ&fbclid=IwAR1UbQ9FeQ1d9hIp-xF7zZhzafzng8lAhpeRyCADLQRXS0UPbYbxd32K7xk&nd=1