Autor: marco-fritz

  • Canuxploitation – Horrorfilme aus Kanada

    Canuxploitation – Horrorfilme aus Kanada

    CANUXPLOITATION – HORRORFILME AUS KANADA

    Bjoern Candidus und Marco Fritz verschlägt es diesmal nach Nordamerika, um sich über das kanadische Horror-Kino zu unterhalten, was Perlen wie BLACK CHRISTMAS, DIE BRUT oder THE GATE hervorbrachte.

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    Musik: Carlos Ebelhaeuser (Musiker, Komponist / BLACKMAIL, THE DAMNED DON´T CRY)

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  • Gamera, the Giant Monster, 1965 – ★★★½

    Gamera, the Giant Monster, 1965 – ★★★½

    GAMERA – FRANKENSTEINS MONSTER AUS DEM EIS
    (DAIKAIJŪ GAMERA, Japan, 1965, Regie: Noriaki Yuasa) 

    Gamera schlummert seit Jahrmillionen unter der dicken Eisschicht der Arktis. Bei einer Auseinandersetzung zwischen zwei Atommächten kommt es zu einer Explosion, die das Eis spaltet und die uralte Riesenschildkröte aufweckt. Der Krieg gegen Gamera ist eröffnet.

    Nicht nur die Tōhō-Studios (GODZILLA, 1954) kümmerten sich um das Kaijū-Kino, sondern auch das Daiei-Filmstudio, das 1965 mit dem Schildkrötenmonster Gamera für Aufsehen sorgte. 

    Nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch orientiert man sich offensichtlich an Ishirô Hondas original GODZILLA. GAMERA wurde ebenfalls in Schwarzweiß gedreht, was ihn aber nicht zwingend düster macht. Die Ernsthaftigkeit von GODZILLA fehlt etwas, stattdessen geht es hier aufgelockerter zu. Aber was erwartet man, wenn eine riesige, feuerspuckende, fliegende oder auf zwei Beinen laufende Schildkröte aus dem ewigen Eis erwacht? Da bleibt man nicht unbedingt ernst, aber man lacht das Monster auch nicht aus. Diese Filme sind mit viel Liebe und Ideen geschaffen, die alles andere als lächerlich sind. Ich erfreue mich an Modellhäuser, Modellautos und Züge und an Männern in Gummimonsterkostümen. Handwerklich sieht das alles gut aus, obwohl man sagen muss, dass der 11 Jahre ältere GODZILLA tricktechnisch besser aussah. Mit unter 80 Minuten Spielzeit ist der Film zwar sehr kurz geraten, füllt auch die Zeit gut aus, aber bringt auch etwas Eintönigkeit mit sich, da sehr häufig das Gleiche passiert.

    Noriaki Yuasa hat mit GAMERA ein liebevolles Pendant zu GODZILLA geschaffen, was zwar etwas spannungsarm ist, aber dafür schöne Monstermomente bietet.

    (Bjoern Candidus)

  • Octaman, 1971 – ★★★

    Octaman, 1971 – ★★★

    OCTAMAN – DIE BESTIE AUS DER TIEFE
    (OCTAMAN, USA, 1971, Regie: Harry Essex)

    Ein Team aus Wissenschaftlern untersucht Wasserproben in einer Gegend in Mexiko, die radioaktiv verseucht ist und die Bewohner langsam vergiftet. Aber auch die Fauna hat sich langsam verändert und bringt erste Mutationen zum Vorschein. Und so kommt es zum Angriff des Octaman. 

    Den Octaman bereits in der Titel-Sequenz in seiner ganzen Anmut zu präsentieren, nimmt dem Film natürlich einen Spannungsaufbau, der ihm ganz gut gestanden hätte. Die Erwartungshaltung, ein grausiges Monster geliefert zu bekommen, wie es das Kinoplakat verspricht, kann also direkt heruntergeschraubt werden, wobei es optisch schon dem entspricht, was man im Film zu sehen bekommt. Das humanoide Wesen mit acht Fangarmen bringt durchaus Charme mit und erweckt sofort Erinnerungen an das 50er-Jahre-Monsterkino, nur dass man hier alles in Farbe geliefert bekommt. Zwei Fangarme benutzt der Octaman zum laufen, zwei zum greifen und vier hängen schlapp herunter oder schwingen durch Bewegungen, die der Mann im Gummikostüm erzeugt. Frei von Komik ist das nicht, aber immerhin tötet er auf blutige Art und Weise, um sich wenigstens so als grausiges Monster zu verkaufen. Ein wenig Spannung kommt dann auf, wenn der Octaman nicht zu sehen, aber in der Nähe ist, um sich an sein nächstes Opfer anzuschleichen. Niemand geringeres als Rick Baker war im Übrigen verantwortlich für das Kostüm. 

    Insgesamt funktioniert Harry Essex Inszenierung als 50er-Jahre-Monsterfilm-Hommage soweit gut, da das Monster viel Spielzeit eingeräumt bekommt. Weniger beeindruckend sind die Darsteller Pier Angeli, Kerwin Mathews und Jeff Morrow, die ziemlich belanglose Figuren verkörpern, die nicht zum mitfiebern einladen, aber das kennt man ja aus dem Monsterkino. Besser funktioniert da der kalifornische Schauplatz, der einem als Mexiko verkauft wird. Wälder, Seen, Flüsse und Wiesen bestimmen das Bild und erinnerten mich an Greydon Clarks neun Jahre später entstandenen Alien-Horrorfilm WITHOUT WARNING.

    Radioaktiv verseuchte Gewässer im Schosse von Mutter Natur, die Musik der Zikaden und ein Oktopusmensch mit Rachegelüsten sind die Zutaten von OCTAMAN, der nicht mehr, aber auch nicht weniger als ein charmanter Monsterfilm ist. 

    (Bjoern Candidus)

  • Dark Age, 1987 – ★★★★

    Dark Age, 1987 – ★★★★

    DARK AGE – CROCODILE HUNTER
    (DARK AGE, Australien, 1987, Regie: Arch Nicholson)

    In den Gewässern rund um die australische Nordküste treibt sich ein riesiges Krokodil herum. Als es zu Attacken des Tieres kommt, ruft man Steve Harris auf den Plan, der aber als Wildhüter das Krokodil mitnichten töten will, da die Aborigines in ihm den Numunwari, den Herrscher aller Flüsse auf Erden, sehen. Während Steve, seine Freundin Cathy und Adjaral, ein Aborigine, auf der Suche nach dem Krokodil sind, sind auch Jäger auf dem Weg, und die wollen das Tier um jeden Preis töten.
     
    Ähnlich wie in Sergio Martinos FLUSS DER MÖRDERKROKODILE (1979) soll auch die Panzerechse in DARK AGE einen göttlichen Hintergrund haben. Nur ist man hier nicht auf Sri Lanka, sondern in Queensland, Australien. Basieren tut der Film auf dem Roman „Numunwari“ von Grahame Webb.

    Was DARK AGE von den anderen Kroko-Filmen unterscheidet ist die Tatsache, dass das Krokodil nicht als Bestie inszeniert wird. Zwar tötet es, aber es hilft auch und verfolgt grundsätzlich keine bösen Absichten, schon gar nicht den Aborigines gegenüber, und trotzdem frisst es eins ihrer Kinder. Nicholsons Inszenierung ist mehr ein Abenteuerfilm mit Konflikten zwischen dem „weißen Mann“, den Aborigines und ihrer Kultur als ein Tier-Horrorfilm. Trotzdem vergisst Nicholson nicht gänzlich den Horror und liefert ein paar blutige Fressattacken und ein paar derbe Schießereien gegen Mensch und Tier. Insgesamt sieht die Produktion hochwertig aus. Die ordentliche Kameraarbeit von Andrew Lesnie liefert einem schöne Bilder von Flüssen, Felsen und Wäldern, die einem die Natur von Australien nahebringen. Visuell ist DARK AGE ein rundum gelungener Film, der auch mit einem schönen Krokodilmodell aufwartet und die ein oder andere JAWS-Hommage liefert. 

    Aber auch die Darsteller können sich sehen lassen. John Jarratt (WOLF CREEK, 2005) spielt den Wildhüter Steve Harris, was gut zu ihm passt. Cathy, seine Angehimmelte, wird von Nikki Coghill (THE TIME GUARDIAN, 1987) dargestellt. Die Aborigines werden in erster Linie vertreten von David Gulpilil als Adjaral und Burnham Burnham als Oondabund. Zudem gibt es zahlreiche andere Figuren, die auch kleinere Nebenschauplätze bespielen und so die Inszenierung immer in Bewegung halten.  

    DARK AGE liefert eine spannende Story, gute Darsteller, eine schöne Panzerechse und tolle Landschaften. Eine kleine, kaum besungene Ozploitation-Perle. 

    (Bjoern Candidus)

  • Murder in a Blue World, 1973 – ★★★★

    Murder in a Blue World, 1973 – ★★★★

    DEAD ANGEL – EINBAHNSTRASSE IN DEN TOD
    (UNA GOTA DE SANGRE PARA MORIR AMANDO, Frankreich, Spanien, 1973, Regie: Eloy de la Iglesia)

    Regisseur Eloy de la Iglesia, der bereits mit seinem finsteren Mörder-Drama CANNIBAL MAN (1972) einen Blick auf die mörderische Seite des Menschen warf, legt hier nach und wandelt auf den Spuren von Anthony Burgess Roman „A Clockwork Orange“ (1962), bzw. Stanley Kubricks Verfilmung aus dem Jahre 1971, die hier sogar explizit als existierender Film erwähnt wird. 

    DEAD ANGEL folgt gleich mehreren Handlungssträngen, die später ineinander übergehen. Auf der einen Seite steht der charismatische Jean Sorel als Dr. Victor Sender. Er ist überzeugt, gewalttätiges Verhalten mittels Elektroschocktherapie auszumerzen. An seiner Seite ist die schöne Sue Lyon als Krankenschwester Ana. Sie führt allerdings ein Parallelleben, in dem sie des nächtens verkleidet um die Häuser zieht, um junge Männer zu verführen und anschließend umzubringen. Für Gewalt und Terror sorgt eine Gang, die in schwarzem Leder gekleidet mit ihrem Strandbuggy durch die Nacht braust und nach Lust und Laune Menschen überfällt, vergewaltigt oder tötet. In den Momenten rückt dann auch CLOCKWORK ORANGE wieder etwas näher. Mitglied in der Gang ist David, dargestellt von Christopher Mitchum, der sich von seinen räudigen Kumpels lösen möchte, was denen natürlich überhaupt nicht passt. Dann läuft er Ana über den Weg. 

    Dass Eloy de la Iglesia ein Händchen für Spannung, Figuren und Bildgestaltung hat, kann man in CANNIBAL MAN sehen, der zudem ein sehr realistischen Bild von Spanien der 1970er-Jahre zeichnet. Hier liefert er wieder starke Bilder und verlegt die Handlung (wie Burgess / Kubrick) in eine nahe, nicht datierte Zukunft. Diese nimmt man in erster Linie durch die futuristischen Innenausstattungen mancher Räume wahr. Der Film lebt mehr von einzelnen Szenen, schneidet das unangenehme Gesellschaftsbild dieser Zukunft an und präsentiert Experimente an Menschen, um gewalttätiges, mörderisches Verhalten zu unterdrücken, um an die Norm angepasst zu werden. Dabei kommt Strom- und Audiofolter ins Spiel, die Gefängnisse oder Todesstrafen überflüssig machen sollen. 

    Die inhaltliche Kraft und die visuelle Brillanz eines Kubricks wird in DEAD ANGEL natürlich nicht erreicht, dennoch ist er ein kraftvoller und vor allem gewagter Film aus Spanien, denn 1973 befand sich das Land noch unter der Diktatur Francos. 

    (Bjoern Candidus)

  • Marketa Lazarová, 1967 – ★★★★½

    Marketa Lazarová, 1967 – ★★★★½

    MARKETA LAZAROVÁ
    (Tschechoslowakei, 1967, Regie: Frantisek Vlácil)

    Es ist wirklich nicht einfach, dieses Monster von Film in Worte zu fassen, denn Regisseur und Drehbuchautor Frantisek Vlácil benutzt hier nahezu jedes Werkzeug, was das Medium Film so spannend macht. Ich habe selten ein authentischeres Bild vom Mittelalter kredenzt bekommen. Von der ersten bis zur letzten Sekunde nimmt einen der Film, den Kritiker als denn besten tschechischen Film aller Zeiten bezeichnen, auf eine wahrhaft düstere Reise durch das mittelalterliche Böhmen mit. Gier, Raub, Mord, Liebe, Hass, Macht und Unterdrückung stehen in diesem Film auf der Tagesordnung. Die Schwarzweiß-Fotografie, die die verschneiten Felder und Wälder; Menschen und Tiere einfängt, kann exzellenter nicht sein. Hier war ein Meister am Werk, der es verstanden hat, Schönheit und Grausamkeit gleichzeitig heraufzubeschwören und einzufangen. Zwischen den sehr realen Bildern, die mit Gewalt gespickt sind, bekommt der Zuschauer auch immer wieder mysteriöse und gespenstische Moment zu sehen, die mir mehr als einmal eine Gänsehaut bescherten, und der stimmungsvolle Soundtrack von Zdenek Liska trägt meisterlich dazu bei. Die Besetzung ist ein weiterer Punkt, der den Filmbegeisterten in ungeahnte Höhen treiben dürfte. 

    Das Christentum wird hier ebenfalls wie das Heidentum porträtiert und zeigt deutlich auf, dass beide Seiten stinken und mit Blut behaftet sind. In dieser Welt würde ich keine Sekunde atmen wollen.

    Auf MARKETA LAZAROVÁ muss man sich aber einlassen wollen, und man sollte sich weder durch die Spielzeit von 150 Minuten noch vom Originalton abschrecken lassen, denn hier ist keine Sekunde langweilig, aber dennoch schwer wie Blei. 

    MARKETA LAZAROVÁ ist jetzt 58 Jahre alt und trotzdem wirkt er so frisch, wie gerade gedreht, was kaum möglich wäre, denn solche Filme sind heute schwer bis gar nicht mehr machbar. Er verlangt dem Zuschauer viel ab, aber dafür gibt er auch viel zurück, sehr viel sogar. Ganz stark! 

    (Bjoern Candidus)

  • The Monster and the Girl, 1941 – ★★★

    The Monster and the Girl, 1941 – ★★★

    DAS UNGEHEUER VON CHICAGO
    (THE MONSTER AND THE GIRL, USA, 1941, Regie: Stuart Heisler)

    Scot Webster steht wegen Mordes vor Gericht. Er soll einen Mann getötet haben, der in Wirklichkeit von dem Gangster W. S. Bruhl und seinen Leuten getötet wurde. Da Webster seine Schwester Susan aus den Fängen von Bruhl befreien will, nutzt der Gangsterboss die Chance, Webster als Mörder hinstellen zu können. Mit Erfolg. Webster wird zum Tode verurteilt. Doch er bekommt ein Angebot eines Wissenschaftlers: sein Gehirn soll in den Kopf eines Gorillas gepflanzt werden, um der Wissenschaft zu dienen.

    Affen haben schon immer eine ganz besondere Faszination auf den Menschen ausgeübt, und bereits 1933 wurde der Gorilla mit KING KONG für das Kino etabliert. In DAS UNGEHEUER VON CHICAGO greift man ebenfalls wieder auf einen Gorilla zurück, der von Charles Gemora dargestellt wurde, der sich durch die Darstellungen von Gorillas im Kino einen Namen gemacht hat. 
    In Stuart Heislers Film taucht Gemora erst ab der Hälfte der Spielzeit in seinem Affenkostüm auf, was er selbst entworfen hat und durchaus gelungen ist. Besonders das Gesicht des Affen sieht ziemlich realistisch aus. 

    Heislers Inszenierung teilt sich in zwei Hälften auf. DAS UNGEHEUER VON CHICAGO startet vor Gericht mit der Anklage gegen Scot Webster, dem Mord vorgeworfen wird. Seine Aussagen erlebt man dann in Form von Rückblicken, die dem Zuschauer die Unschuld Websters beweisen, was das Urteil des Richters umso schrecklicher macht. In diesen Szenen hat man es dann mit einer Art Gangster-Drama mit Film Noir – Anstrich zu tun, der leider nicht sonderlich spannend inszeniert wurde. Aber die 60 Minuten Spielzeit sorgen auch dafür, dass man sich nicht lange aufhält. Nach 30 Minuten verwandelt sich die Inszenierung dann in einen Mad Scientist-Horrorfilm, der von der irrsinnigen Idee eröffnet wird, dass ein Wissenschaftler das Gehirn von Webster in den Kopf eines Gorillas pflanzen möchte, nachdem er hingerichtet wurde. Zwar funktioniert die Transplantation, doch was Dr. Parry nicht bedacht hat, sind die Rachegelüste Websters. Fortan läuft der Gorilla des nächtens durch die Gegend und sucht die auf, die ihn erst in die missliche Lage brachten, um sie der Reihe nach zu töten. 

    Bei den Attacken des Gorillas auf Bruhls Männer sollte man nicht viel erwarten, das meiste passiert im Off oder sieht albern aus, aber das ist okay, denn insgesamt ist DAS UNGEHEUER VON CHICAGO charmant inszeniert, durchaus ordentlich fotografiert und gut besetzt mit Ellen Drew als Susan Webster und Phillip Terry als ihr Bruder Scot Webster. Neben ein paar atmosphärischen Nacht-Szenen gibt es ein paar herzerwärmende Szenen, wenn z.B. ein kleiner Hund mit dem Gorilla spielen möchte und ihn auf seiner Rachetour durch die Nacht begleitet. 

    DAS UNGEHEUER VON CHICAGO ist ein durchaus ansprechendes Horror-Krimi-Gorilla-Drama, was sich deutlich von ähnlich gelagerten Filmen abhebt. 

    (Bjoern Candidus)

  • Don’t Be Afraid of the Dark, 1973 – ★★★

    Don’t Be Afraid of the Dark, 1973 – ★★★

    GATE OF DARKNESS
    (DON‘T BE AFRAID OF THE DARK, USA, 1973, Regie: John Newland)

    Das frisch verheiratete Ehepaar Alex und Sally Farnham ziehen in das alte, renovierungsbedürftige Herrenhaus von Sallys verstorbenen Großeltern. Da Alex als Rechtsanwalt nur wenig Zeit hat und kurz davor steht, eine Geschäftsreise anzutreten, kümmert sich Sally um die Renovierungsarbeiten mithilfe von Handwerkern. Als sie auf einen zugemauerten Kamin stößt, bittet sie einen Handwerker, diesen wieder zu öffnen, doch der Mann warnt sie eindringlich davor. Schließlich öffnet sie selbst den Kamin und öffnet so ein Tor zu Unterwelt.

    DON‘T BE AFRAID OF THE DARK ist ein stiller TV-Horrorfilm von John Newland, der hierzulande seine Premiere auf Video unter dem Titel GATE OF DARKNESS hatte, womit gleich noch ein Bezug zu THE GATE (1987) hergestellt wurde. Wie später bei Tibor Takács tauchen auch hier kleine Wesen aus einer Unterwelt auf, die auch optisch ein wenig an die Minions aus THE GATE erinnern. Takács könnte durchaus von diesem Film beeinflusst worden sein, denn auch Guillermo del Toro schrieb später ein Drehbuch und Produzierte das Remake 2010 unter der Regie von Troy Nixey. 

    Die in nur zwei Wochen herunter gekurbelte TV-Produktion lebt in erster Linie von ihrer gruseligen Atmosphäre, die vor allem durch das weitläufige Haus entsteht und von einem unheimlichen Score von Billy Goldenberg begleitet wird. Von Beginn an bekommt man das Haus als Ort des Grauens präsentiert, aus dem flüsternde Stimmen hervordringen, bevor die eigentliche Handlung einsetzt. Von wirklichen Schauwerten ist GATE OF DARKNESS weit entfernt, man könnte sogar sagen, der Film sei langweilig. Aber das klingt zu negativ, denn zumindest ist ein charmanter Gruselfilm entstanden, der mit nicht mal 75 Minuten Spielzeit eine optimale Länge hat, wenn man nicht viel zu erzählen oder zu zeigen hat. Es gibt ein paar unheimliche Momente, aber leider wird durch das Auftauchen der Gnome, die ein wenig wie Dörrobst aussehen, die Spannung gebremst, denn gefährlich sehen die leider nicht aus. Die Besetzung ist durchaus solide. Sally wird von Kim Darby gespielt, ihr Ehemann Alex von Jim Hutton. Hauptsächlich konzentriert sich die Geschichte auf Sally, deren Ehemann ihr natürlich keinen Glauben schenkt, als sie ihm von kleinen Wesen berichtet, die sie angegriffen haben. 

    GATE OF DARKNESS ist ein sehr ruhiger Horrorfilm, der in der ersten Hälfte eine gute Spannung durch das Andeuten oder Aussparen der Gefahr aufbaut, die in der zweiten Hälfte leider etwas verloren geht. Wer auf schleichenden Grusel steht, darf gerne einschalten.

    (Bjoern Candidus)

  • Traumstadt Gazette Ausgabe 82

    Traumstadt Gazette Ausgabe 82

    Patrick Siebold hat sich erneut auf das WEEKEND OF FEAR begeben und eine Handvoll Filme gesichtet, von denen er Euch berichten will.

    -SPERMULA (1976)

    -EL AULLIDO DEL DIABLO (HOWL OF THE DEVIL, 1988)

    -CALL ME PAUL – LLÀMAME PAUL (2024)

    -THE STICKS (2024)

    -SWEET MEATS (2024)

    -THE RED BOOK RITUAL: GATES OF HELL (2025)

    -PASSION (2025), Kurzfilm

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  • The New Godfathers, 1979 – ★★★½

    The New Godfathers, 1979 – ★★★½

    DER GROSSE KAMPF DES SYNDIKATS
    (I CONTRABBANDIERI DI SANTA LUCIA, Italien, 1979, Regie: Alfonso Brescia)

    Alfonso Brescia, der ein Jahr später mit dem unvergesslichen Scifi-Sex-Schlodder DIE BESTIE AUS DEM WELTRAUM (1980) um die Ecke bog, hat hier einen sehr unterhaltsamen Mafia-Polizeifilm serviert, dem es kaum an etwas mangelt. Gianni Garko soll als Ermittler Ivano Rodovich Informationen von der Zigarettenmafia über Heroin-Lieferungen im Hafen von Neapel bekommen. Im Gegenzug sollen die illegalen Zigarettenhändler eine zeitlang nicht mehr belangt werden. 

    Der Film schneidet durchaus kritische Töne an und zeigt die Armut auf Neapels Straßen, die vor allem durch den Schmuggel von Zigaretten überlebt wird. Der Film startet recht untypisch für das italienische Kino, denn die ersten Bilder zeigen Stock-Footage-Material vom Iran, später von der Türkei und den USA. Durch ihre Körnigkeit ist das Material stets zu unterscheiden. Das verleiht dem Film auf jeden Fall eine gute internationale Ebene. Es gibt kurze Einblicke in die Schlafmohnernte zur Herstellung von Heroin und über die Vertriebswege. Hauptsächlich hält man sich hier aber in Neapel auf. 

    Action, Drama, schmierige Typen und ein sehr brauchbaren Score von Eduardo Alfieri sind überzeugende Zutaten des Films. Mit Gianni Garko, Jeff Blynn, Franco Diogene und Edmund Purdom ist auch an der Wahl der Darsteller nichts auszusetzen. 

    Somit würde ich DER GROSSE KAMPF DES SYNDIKATS all jenen Empfehlen, die etwas für italienische Mafia- und Polizeifilme übrig haben. Insgesamt ein bisschen holprig, stets schmierig, aber immer charmant und unterhaltsam.    

    (Bjoern Candidus)