ROBOTJOX – DIE SCHLACHT DER STAHLGIGANTEN
(ROBOT JOX, USA, 1989, Regie: Stuart Gordon)
Wir schreiben das 21. Jahrhundert. Nach einem Atomkrieg, der nun schon 50 Jahre zurückliegt, haben sich die Weltmächte dazu entschlossen, einen anderen Weg zu gehen, um für Rohstoffe zu kämpfen. Riesige Roboter, gesteuert von Robotjox, kämpfen in Arenen gegeneinander und zeigen, wer der Stärkere ist. Einer dieser Robotjox ist der Amerikaner Achilles, der gegen den Sowjet Alexander antreten muss.
RE-ANIMATOR (1985), FROM BEYOND (1986) und CASTLE FREAK (1995) sind nur ein paar Titel mit denen sich Stuart Gordon in mein Horrorfilm-Herz befördern konnte. Aber Gordons Filmografie besteht nicht nur aus monströsen, lovecraftschen Schockern, die gerne mit bizarrem Humor garniert sind, sondern auch aus Science-Fiction-Filmen mit deutlichen Action-Elementen. FORTRESS – DIE FESTUNG (1992) sei hier erwähnt. Einer der wenigen Gefängnisfilme, die ich mag. Mit ROBOTJOX – DIE SCHLACHT DER STAHLGIGANTEN hat Gordon einen visuell ganz phantastischen Film gezaubert, der etwas aus der Zeit gefallen scheint und gleichzeitig auch wieder passt. Ich musste die ganze Zeit an japanische Monsterfilme aus den 70er-Jahren denken und gleichzeitig an die Transformers, die damals viele Kinderzimmer bewohnten, meins allerdings nie. Da hatte ich Gründe. Diese Gründe führten vielleicht auch dazu, dass ich ROBOTJOX auch erst dieses Jahr zum ersten Mal gesehen habe. Ich bin kein Freund von großen Kampf-Robotern, und was anderes sieht man hier fast gar nicht, und genau da liegt die Stärke des Films.
Der Kalte Krieg, der 1989 in den letzten Zügen lag, liegt hier natürlich klar auf der Hand, und während andere Regisseure im oft reaktionären Action-Kino der 80er-Jahre eher Öl ins Feuer gegossen haben, schlägt Stuart Gordon etwas versöhnliche Töne an. Ein zurückliegender Atomkrieg und Rohstoffknappheit, sind zudem durchaus zeittypische Themen, die natürlich längst vorher schon Einzug in die Science-Fiction erhielten. Doch während die 70er-Jahre Dystopien eher mit Inhalten glänzten, fokussierte man sich in 80er-Jahren mehr auf Action und Effektfeuerwerke, wie bei ROBOTJOX. Trotz der problematischen Themen, die der Film am Rande anschneidet, ist hier inhaltlich nicht viel zu holen. Es gibt ein bisschen Pathos, Heldengeschwafel, das natürlich deutlich überzeichnet ist und erst gar nicht dazu einlädt, ernstgenommen zu werden. Gleiches gilt für die Darsteller Gary Graham, Paul Koslo und Anne-Marie Johnson, die allesamt alles andere als charismatisch sind. Darstellerisch geht hier leider wirklich nicht viel, was sehr schade ist, denn Gordon hatte eigentlich ein Händchen für Figuren. Immerhin gibt es ein kurzes Wiedersehen mit Jeffrey Combs. Die Stärke dieser Charles Band – Produktion liegt bei der Ausstattung, den Designs der Kleidung, Helme, Apparaturen und natürlich bei den Roboter-Modellen und den tollen Stop-Motion-Tricks, die sie zum Leben erwecken. Hier wurde aus dem Vollen geschöpft, um schicke Roboter-Designs, vernünftige Größenverhältnisse und recht gelungene Kämpfe zu präsentieren. Da Roboter in der Regel etwas Klobiges mitbringen, was hier nicht anders ist, wirken manche Moves schon etwas behäbig, aber das liegt in der Natur der Sache. Und wenn sich die Kolosse nicht bewegen und aufeinander einschlagen, beschießen sie sich. Zwischen zwei großen Schlachten liegt eine Story um den Aufstieg und Fall von Achilles und einer übermütigen Frau, die in seine Fußstapfen treten will, um Alexander zu besiegen.
Bis auf ein paar Ausnahmen bewegt man sich in einem ziemlich kindertauglichen Rahmen, der leider Spannung vermissen lässt. Das liegt an den öden Klischee-Figuren und der laschen Story. Aber dafür bietet ROBOTJOX – DIE SCHLACHT DER STAHLGIGANTEN schöne Roboter-Kämpfe, knallige Farben und besitzt insgesamt ein gutes Tempo. Trotz dümmlicher Akteure hat mich das Ganze nie gelangweilt. Mein Herz konnte Gordon dennoch nicht erreichen.
(Bjoern Candidus)









