SALEM 2 – DIE RÜCKKEHR
(A RETURN TO SALEM‘S LOT, USA, 1987, Regie: Larry Cohen)
Joe Webber und sein Sohn Jeremy beziehen das Haus, was Joes verstorbener Tante gehörte. Wie es der Zufall will, steht dieses Haus ausgerechnet in Salem’s Lot. Dort angekommen, stellen sie schnell fest, dass der Ort von Vampiren bewohnt wird. Diese sind den beiden sehr angetan und wollen, dass der Anthropologe Joe eine Chronik über ihre vampirische Gesellschaft schreibt. Joe ist wenig angetan, während sein Sohn langsam immer mehr in den Bann der Vampire gerät.
Obwohl Larry Cohen, der mit Filmen wie AMERICAN MONSTER (1982) oder der IT’S ALIVE – Trilogie (1974 – 1987) überzeugen konnte, wahrlich kein Unbekannter ist, verschwindet sein Film SALEM 2 – DIE RÜCKKEHR (USA, 1987) gerne unter dem Radar.
Cohens Reise in das von Stephen King erfundene Städtchen Salem’s Lot, bzw. Jerusalem‘s Lot präsentiert sich als lose Weiterführung, die stilistisch weder zum Roman, noch zu Tobe Hoopers TV-Adaption passt, aber als Fortsetzung dennoch irgendwie funktioniert. Hier existiert die Stadt jedenfalls noch, die eigentlich von Ben Mears und Mark Petrie niedergebrannt wurde. Salem‘s Lot ist intakt und wird von einer ganzen Horde Vampiren bewohnt, die ihr eigenes Gesellschaftskonzept leben, was vor allem in der Nacht stattfindet. Neue Besucher, um die Gesellschaft zu erweitern, sind natürlich stets willkommen und werden sogar erstmal freundlich aufgenommen, denn den Blutdurst versuchen sie in erster Linie mit Rinderblut zu stillen. Gar nicht gern gesehen werden Fluchtversuche. Für solche Fälle haben die Vampire ihre nicht vampirisierten Menschen-Drohnen, die ihnen dienen.
Das Setting, eine Kleinstadt auf dem Land, wurde von Larry Cohen gut genutzt und weißt durchaus Ähnlichkeiten mit Hoopers Schauplatz auf. Cohen schafft bis zum Ende immer wieder atmosphärische Momente aufzubauen, die allerdings manchmal durch eine sonderbare Dramaturgie gestört werden. Die ironischen Ansätze, die nicht Cohen untypisch sind, stehen der Inszenierung manchmal etwas im Weg. Die Besetzung ist durchaus lobenswert. Michael Moriarty ist als Anthropologe Joe Weber an Bord. Samuel Fuller ist als Dr. Van Meer der Van Helsing des Films, der nicht nur Vampire, sondern auch Nazis jagt. Ansonsten gibt es sehr viele Figuren, die durchaus liebevoll gezeichnet wurden, auch wenn sie nur an der Oberfläche bleiben. Der Ober-Vampirs sieht nach seiner Verwandlung etwas gewöhnungsbedürftig aus, aber ansonsten gibt es hier ansehnliche Masken und eine Handvoll kurzer Gore-Effekte zu bestaunen.
SALEM 2 – DIE RÜCKKEHR ist eine im Grunde überflüssige Fortsetzung, die aber durch ihre kruden Ideen, der dichten Atmosphäre und den Figuren einen eigenen Charme mitbringt und sogar dem Vampir-Thema neue Ansätze gibt.
(Bjoern Candidus)









